Finanzen

Offshore-Konten sind nicht per se illegal

Offshore-Konten sind weltweit grundsätzlich legal und legitim. Sie werden von zahlreichen Investoren eingerichtet. Lediglich der Missbrauch von Offshore-Konten für steuerliche Zwecke ist illegal.
20.12.2020 12:36
Lesezeit: 2 min
Offshore-Konten sind nicht per se illegal
Der Skandal um die „Panama Papers“ wirkt nach. Im Bild die Skyline von Panama Stadt. (Foto: dpa) Foto: Arnulfo Franco

Im Verlauf der „Panama Papers“ und weiterer Finanzskandale wurde immer wieder fälschlicherweise behauptet, dass Offshore-Konten illegal seien. Diese Aussage ist nur bedingt wahr. Denn die Nutzung der Dienste einer Bank außerhalb des Heimatlandes des Betroffenen ist grundsätzlich nicht illegal. Doch Offshore-Bankkonten müssen aus steuerlichen Gründen im Heimatland des Inhabers angemeldet werden. In einigen Ländern können Ausländer jedoch steuerfrei Kapitalgewinne erzielen. Einzelpersonen können sich dafür entscheiden, ihr Geld offshore zu halten, wenn in ihrem eigenen Land Instabilität besteht, und sie befürchten, ihre Investitionen zu verlieren.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welthandelsorganisation (WTO) haben Regeln, nach denen Banken Informationen über ihre ausländischen Kunden melden müssen. Jedes Land hält diese Gesetze anders ein. Einige Länder halten sich überhaupt nicht daran – und hier liegt das Problem.

Das berühmte „Schweizer Bankkonto“, mit dem das Geld der Reichen der Regierung ihres Landes entzogen wird, unterliegt beispielsweise strengen Schweizer Datenschutzgesetzen. Diese Privatsphäre ist der Grund für seine Beliebtheit. In der Vergangenheit haben Schweizer Banken Konten nicht einmal mit Namen versehen. Die Schweiz hat sich jedoch bereit erklärt, Informationen über ihre Kontoinhaber an ausländische Regierungen weiterzuleiten, um jegliche Steuerhinterziehung, die mit einem nicht gemeldeten oder versteckten Konto hätte einhergehen können, effektiv zu beenden.

Steuerhinterziehung war nicht der einzige Grund, ein Schweizer Bankkonto zu führen. Es gibt viele legitime Gründe, Geld woanders anzulegen. Erstens gibt es die steuerliche Behandlung. In vielen Ländern können Sie steuerfrei Geld verdienen. „Wie möchten Sie Ihr Geld für die Arbeit in einem anderen Land einsetzen, Kapitalgewinne erzielen und diesem Land keine Steuern zahlen? Das ist technisch möglich, wenn Sie Ihr Geld offshore bewegen“, so Investopedia.

Sogar die USA erlauben die Praxis. In den vergangenen Jahren haben sich die USA zu einem der weltweit beliebtesten Steueroasen entwickelt . Nevada, Wyoming und South Dakota halten jetzt eine große Menge ausländisches Geld, aber der Grund ist nicht in erster Linie eine günstige steuerliche Behandlung.

Einer der Hauptvorteile des Haltens ausländischer Gelder in den USA, der Schweiz und anderen Industrienationen ist ihre Stabilität. Menschen, die in Ländern mit politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen leben, befürchten, dass sowohl ihr Geld als auch ihr Leben in Gefahr sind. Investopedia wörtlich: „Was ist, wenn die Wirtschaft zusammenbricht? Was ist, wenn es einen Bürgerkrieg gibt? Was ist, wenn ihre Regierung aus irgendeinem Grund hinter ihnen her ist? Wenn ihr Geld im Ausland aufbewahrt wird, ist es für die eigene Regierung schwieriger, es zu beschlagnahmen.“

Offshore-Bankkonten können Kontoinhabern mehr Möglichkeiten geben, international zu investieren, indem eine Absicherung in einer fremden Währung geschaffen wird. Dies ist eine legale Maßnahme, um sich gegen einen möglichen Zusammenbruch in der Heimatwährung des Betroffenen abzusichern.

Die Einrichtung eines Offshore-Kontos ist nur dann illegal, wenn dies mit der Absicht der Steuerhinterziehung getan wird. Solange eine Person berechtigte geschäftliche Gründe hat, kann sie in ein „geheimes“ Bankkonto investieren - obwohl es überhaupt nicht wirklich geheim ist.

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