Politik

Frankreich: Erneut schwere Ausschreitungen, Filiale der zweitgrößten Bankengruppe wird geplündert

In Paris ist es im Verlauf einer Kundgebung gegen die Regierung zu schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Demonstranten nutzen Laser-Sticks, um die Beamten zu blenden. Zudem soll eine Filiale der „Banque Populaire“ geplündert worden sein. Die Bank gehört zur zweitgrößten Bankengruppe des Landes.
05.12.2020 18:06
Aktualisiert: 05.12.2020 18:06
Lesezeit: 2 min
Frankreich: Erneut schwere Ausschreitungen, Filiale der zweitgrößten Bankengruppe wird geplündert
Eine Filiale der „Banque Populaire“ wurde geplündert. (Screenshot)

In Paris und weiteren französischen Städten ist es am Samstag erneut zu Protesten gegen die Regierung gekommen. Mindestens sechs Autos und ein Lastwagen, die im 20. Arrondissement an der Avenue Gambetta parkten, wurden in Brand gesteckt. Straßenmöbel sowie mehrere Schaufenster von Banken wurden zerstört, berichtet die Zeitung „Le Monde“. Barrikaden wurden ebenfalls in Brand gesetzt. In einer Straße brannte ein kleiner Laster, eine dichte schwarze Rauchwolke hing über dem Gebiet. Einige Demonstranten setzten Laser-Sticks ein, um die Polizeibeamten zu blenden und zu verwirren.

Nach Angaben von Innenminister Gérald Darmanin gab es bis zum Nachmittag 22 Festnahmen. Die Pariser Polizei beklagte eine Barrikade, die den Demonstrationszug aufhalte. Dieser war am frühen Nachmittag friedlich an der Porte des Lilas im Osten der Stadt gestartet und sollte bis zur Place de la République ziehen. Zahlreiche junge Menschen waren auf der Straße, Gewerkschaften waren ebenfalls vertreten, so die dpa.

Die Proteste richten sich gegen ein geplantes Sicherheitsgesetz, das die Rechte der Bürger weiter einschränken soll. Die Regierungsmehrheit hatte zwar vor einigen Tagen angekündigt, einen besonders umstrittenen Artikel des Sicherheitsgesetzes zu überarbeiten. Die Organisationen fordern allerdings, diesen Passus komplett zu streichen. Das Gesetz sieht außerdem noch weitere scharf kritisierte Maßnahmen vor. Dazu zählt vor allem die Ausweitung der Videoüberwachung.

An den Kundgebungen nahmen die Gewerkschaften des Landes teil. Fast 90 Versammlungen wurden von den Organisatoren in Frankreich angekündigt, insbesondere in Toulouse, Marseille, Lille, Rennes und Paris, so „Le Point“. Am späten Nachmittag wurde in Paris eine Bankfiliale der „Banque Populaire“ geplündert.

Die „Banque Populaire“ fusionierte am 31. Juli 2009 mit der Sparkassengruppe „Groupe Caisse d’Epargne“ zur „BPCE“, die die zweitgrößte Bankengruppe Frankreichs ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Italien: Meloni erlässt Burkaverbot sowie Sprachquote und treibt neues Wahlrecht voran
02.10.2026

Ein Vorbild für Deutschland? Bisher gibt es hierzulande kein bundesweites oder einheitliches Verbot der Vollverschleierung für...

DWN
Politik
Politik Frankreichs Jugend im Ausnahmezustand: Mehr als 5.000 Festnahmen
02.10.2026

Bildungspolitik gegen die eigenen Jugend? Mehr als 5.000 Festnahmen und zunehmende Gewalt: Frankreichs Schülerproteste haben laut...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Scandit stoppt Diebstahl an der Selbstbedienungskasse
02.10.2026

Selbstbedienungskassen sparen Personal, öffnen Händlern aber eine teure Schwachstelle: Kunden scannen Waren falsch oder gar nicht. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: VDMA verlangt Importverbote für Risikoprodukte aus China
02.10.2026

Deutschlands Maschinenbauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch Produkte, die europäische Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen....

DWN
Technologie
Technologie „Völliger Mist“: So fällt die Kritik an Europas Microsoft-Teams-Alternative aus
02.10.2026

Element Pro soll die Kommunikation sicherstellen, falls Microsoft Teams ausfällt. Die Europäische Kommission betreibt die Lösung auf...