Politik

Bund stoppt weitgehend Einreisen aus Großbritannien und Südafrika

Angesichts einer möglicherweise ansteckenderen Virus-Mutation ist der Flugverkehr aus Großbritannien in vielen europäische Staaten schon gekappt. Nun weitet Deutschland Beschränkungen noch aus, auch für Südafrika.
22.12.2020 10:51
Lesezeit: 1 min
Bund stoppt weitgehend Einreisen aus Großbritannien und Südafrika
Alle Check-in-Spuren im Hafen von Dover sind gesperrt. Wegen der rasanten Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten Variante des Coronavirus hat neben anderen Staaten Frankreich die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. (Foto: dpa) Foto: Steve Parsons

Wegen der neuen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Reiseverkehr aus Großbritannien und Südafrika weiter ein. Die Passagierbeförderung von dort per Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus nach Deutschland ist Transportunternehmen von diesem Dienstag an weitgehend verboten, wie eine am Montag im Bundesanzeiger veröffentlichte Verordnung des Gesundheitsministeriums festlegt. Sie gilt bis 6. Januar. Ressortchef Jens Spahn (CDU) erklärte am Abend auf Twitter, dies erfolge «als Vorsichtsmaßnahme», bis man mehr über die berichteten Coronavirus-Mutationen in beiden Ländern wisse.

Als erste Schutzvorkehrung hatte das Verkehrsministerium schon ab Montag fast alle Flüge aus Großbritannien nach Deutschland vorerst bis 31. Dezember untersagt. Die Bundesregierung hatte am Wochenende weitere Beschränkungen auch für Einreisen aus Südafrika angekündigt.

Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland dürfen der neuen Verordnung zufolge von Verkehrsunternehmen ab 1. Januar aus Großbritannien und Südafrika befördert werden. Dafür geplante Flüge sind aber beim Bundesinnenministerium oder einer seiner Behörden drei Tage vorher anzuzeigen und zu genehmigen. Ausgenommen vom generellen Beförderungsverbot sind demnach unter anderem reine Frachttransporte, Rückführungen von Flugzeugen, Schiffen und Crews sowie Transporte mit medizinischem Personal oder aus humanitären Gründen.

Die Verordnung schreibt auch Einreise-Verpflichtungen fest. Wer von diesem Dienstag an nach Deutschland kommt und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in Großbritannien oder Südafrika aufgehalten hat, muss ein negatives Corona-Testergebnis dabei haben. Ein vorheriger Test im Ausland darf höchstens 48 Stunden zurückliegen, sonst muss ein Test bei der Einreise nach Deutschland gemacht werden. Bei einer direkten Einreise aus Großbritannien und Südafrika muss ein negatives Testergebnis bei der Einreisekontrolle vorgelegt werden. Für Einreisen aus Corona-Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen gilt generell eine Quarantänepflicht bei der Rückkehr nach Deutschland.

Die kürzlich entdeckte neue Virus-Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte der britische Premierminister Boris Johnson gesagt. Der Virologe Christian Drosten äußerte jedoch Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA rechnet damit, dass der Impfstoff der Firmen Pfizer und Biontech auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Trump reist ohne Erfolge vom Weltwirtschaftsforum in Davos ab
22.01.2026

Mit Drohungen über neue Zölle und dem Anspruch auf eine stärkere US-Dominanz über Grönland versuchte US-Präsident Donald Trump, die...

DWN
Politik
Politik Trumps gründet Friedensrat: Wer teilnimmt und wer ablehnt
22.01.2026

Trumps neuer "Friedensrat" sorgt international für Diskussionen. Während Ägypten, Albanien und Argentinien sofort zusagen, halten...

DWN
Politik
Politik Merz: Neues Zeitalter der Großmächte hat begonnen
22.01.2026

Es ist ein düsteres Bild, das der Kanzler vom neuen Zeitalter der Großmächte zeichnet. Die Welt sei kein "kuscheliger Ort" mehr, sagt er...

DWN
Technologie
Technologie CO2-Preis: So stark steigen die Heizkosten in Deutschland
22.01.2026

Ab 2028 wird Heizen in vielen EU-Ländern teurer – Grund ist ein einheitlicher CO2-Preis. Für Deutschland könnte die Belastung moderat...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Füllstand Gasspeicher Deutschland sinkt: Wie sicher ist die Versorgung im Winter?
22.01.2026

Die Gasspeicher leeren sich, die Temperaturen sinken – und mit ihnen wächst die Sorge vieler Deutscher, mitten im Winter ohne Gas...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chef gesucht: Führungspositionen in Deutschland immer unbeliebter
22.01.2026

Viele Unternehmen finden einer Studie zufolge kein Personal für Führungspositionen. Was die Beschäftigten abschreckt – und was sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland und USA im Vergleich: Wo Wirtschaft an Dynamik gewinnt und verliert
22.01.2026

Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und den USA driftet zunehmend auseinander. Welche strukturellen Ursachen erklären diese...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Nachlassende Handelskriegsgefahr verleiht der Wall Street Schwung
22.01.2026

Die US-Aktienmärkte stiegen am Mittwoch, als US-Präsident Donald Trump bekannt gab, dass die USA und die NATO eine Rahmenvereinbarung...