Politik

Corona-Impfung: Todesnachricht aus der Schweiz könnte „Impfstoff-Krieg“ um Marktanteile auslösen

Die Schweizer melden, dass eine Person nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/BionTech verstorben ist. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod gibt, wollten sie zunächst nicht sagen, was eine Welle der Verunsicherung auslöste. Tobt in Wirklichkeit ein „Impfstoff-Krieg“ um Marktanteile? Ein streitbarer Kommentar.
30.12.2020 16:40
Aktualisiert: 30.12.2020 16:40
Lesezeit: 2 min
Corona-Impfung: Todesnachricht aus der Schweiz könnte „Impfstoff-Krieg“ um Marktanteile auslösen
Susanne Wohlgemuth, Apothekerin, bereitet die Corona-Impfungen im Pflegeheim Haus an der Linde im Landkreis Zwickau vor. (Foto: dpa)

In den Medien macht die Nachricht die Runde, dass in der Schweiz eine Person nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech verstorben ist. Ob das Ableben der betroffenen Person in einem direkten Zusammenhang mit dem Impfstoff steht, ist durchaus möglich, blieb aber zunächst ungeklärt. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, das für die Überwachung des Impfprozesses verantwortlich ist, machte jedenfalls zunächst keine Angaben dazu. Eine Swissmedic-Sprecherin meinte, der Fall werde noch geprüft.

Als die Unsicherheit in der Öffentlichkeit zunahm, meldete sich Swissmedic wenige Stunden nach der ersten öffentlichen Erklärung erneut zu Wort. Das Institut teilte mit, dass ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod „nicht ersichtlich“ sei. Die Prüfung dieses aus medizinischer Sicht komplizierten Vorfalls erfolgte also innerhalb von wenigen Stunden?

Die nachträgliche Klarstellung ist aus zweierlei Gründen gefährlich. Zum einen wurden die Menschen zunächst dazu verleitet, eigenständig Theorien und Erklärungsversuche im Zusammenhang mit dem deutsch-amerikanischen Impfstoff in die Welt zu setzen.

Zum anderen könnten sich die Menschen in Deutschland des Eindrucks nicht erwehren, dass durch diese Unklarheit der deutsch-amerikanische Impfstoff in ein schlechtes Licht gerückt werden soll, damit die Bundesregierung Impfstoffe bei anderen internationalen Impfstoffherstellern kauft.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass es eine berechtigte und verständliche Distanz gegenüber Impfstoffen im Allgemeinen gibt. Doch unseren Blick sollten wir in dieser speziellen Angelegenheit etwas schärfen. Denn es ist durchaus möglich, dass aktuell weltweit ein „Impfstoff-Krieg“ tobt, bei dem versucht wird, bestimmte Impfstoffe als schlecht darzustellen, um anderen Impfstoffen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Es geht schließlich auch um ein Multi-Milliarden-Geschäft.

Wenn im nachhinein herauskommen sollte, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Pfizer/BionTech-Impfstoff und der Todesfolge gegeben hat, würde dies logischerweise auch wirtschaftliche und politische Konsequenzen für Deutschland nach sich ziehen.

Wenn sich herausstellen sollte, dass es tatsächlich keinen Zusammenhang gibt, würde diese Erkenntnis zu spät erfolgen, was nun geschehen ist. Denn durch die erste Handlung von Swissmedic, nämlich die Menschen in der ersten Phase im Unklaren gelassen zu haben, wurde bereits jetzt in den sozialen Medien eine Empörungswelle ausgelöst, die nicht mehr aufzuhalten ist. Der Glaube, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen dem deutsch-amerikanischen Impfstoff und der Todesfolge gibt, hat sich binnen kürzester Zeit verfestigt. Jeder Gegenbeweis wird von nun an als unwahr abgetan werden. Dabei hätte Swissmedic diesen Fall zunächst genau untersuchen müssen, um sich anschließend an die Öffentlichkeit zu wenden.

In derartigen Situationen lohnt es sich, sich nicht auf gewisse kritikwürdige deutsche Minister einzuschießen, sondern genau zu beobachten, ob nicht vielleicht eine negative Reaktion innerhalb der deutschen Bevölkerung ausgelöst werden soll, die den wirtschaftspolitischen Zielen von externen Impfstoff-Mächten dienen könnte.

Darüber hinaus, bleibt es jedem selbst überlassen, ob er für oder gegen Impfungen ist. Beide Sichtweisen sind demokratisch legitimiert.

Ich möchte lediglich davor warnen, dass die deutsche Bevölkerung nicht in eine (mögliche) vorsätzlich gestellte Falle tappt. Vielleicht geht es im aktuellen Umfeld der emotionalen Unsicherheit gar nicht darum, dass Sie keine Impfung, sondern keine Impfung von Pfizer/BionTech erhalten sollen, damit andere ausländische Hersteller ihre Marktanteile in Deutschland, Europa und in den USA erhöhen.

Die verdeckte Botschaft, die dann über gewisse Medien lanciert werden könnte, könnte dann lauten: „Lassen Sie sich nicht mit dem Pfizer/BionTech-Impfstoff, sondern mit dem „XY“-Impfstoff impfen. Denn der ist wirklich sicher.“

Auf dieses nicht ganz abwegige Szenario sollten wir uns allesamt einstellen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

avtor1
Cüneyt Yilmaz

                                                                                ***

Cüneyt Yilmaz ist Absolvent der oberfränkischen Universität Bayreuth. Er lebt und arbeitet in Berlin.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte: Wall Street uneinheitlich vor Beginn der Berichtssaison
12.10.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren und Quartalszahlen die Märkte aktuell bewegen.

DWN
Politik
Politik Kritische Rohstoffe: EU startet 46 neue Projekte, doch die alten scheitern
12.10.2026

Europa will sich aus Chinas Rohstoffklammer befreien. Dafür bringt Brüssel 46 neue strategische Projekte auf den Weg, die Investitionen...

DWN
Politik
Politik Putin ist erfolgreicher, als uns lieb sein kann: Analyst weist auf großen Fehler der NATO hin
12.10.2026

Sabotage, Drohnen und Angriffe auf Infrastruktur: Nach Einschätzung des Russland-Experten Mason Clark verfolgt der Kreml damit ein...

DWN
Politik
Politik Er verlor den Kampf um die Macht gegen Trump und Vance: Jetzt warnt er seine Partei
12.10.2026

Tim Walz hat die Niederlage von 2024 noch nicht abgehakt. Im Interview erklärt der frühere Vizepräsidentschaftskandidat, warum die...

DWN
Finanzen
Finanzen McDonalds-Aktie: Ausverkauf an der Börse – haben die Anleger die Burger satt?
12.10.2026

Die McDonalds-Aktie ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen und hat innerhalb von neun Monaten fast ein Drittel ihres...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Handelskompromiss mit China: Was der Deal Deutschland bringt
12.10.2026

Nach wochenlangen Spannungen haben sich die Europäische Union und China auf erste konkrete Schritte zur Entschärfung ihres...

DWN
Politik
Politik Trumps überraschende Entscheidung, russischen Kraftstoff in die USA zu importieren, sorgt weltweit für Aufsehen
12.10.2026

Donald Trumps Vereinbarung mit Russland zeigt den wachsenden Druck, die Kraftstoffpreise zu senken, und markiert einen deutlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht
12.10.2026

Die chinesische Zentralbank ist auf dem besten Weg, bei den Goldreserven an den Zentralbanken Frankreichs und Italiens vorbeizuziehen. Nach...