Politik

Japan verhängt Notstand über Tokio und benachbarte Provinzen

Wegen rasant gestiegener Corona-Infektionen hat Japan den Notstand über die Hauptstadt Tokio und drei benachbarte Provinzen verhängt.
07.01.2021 11:15
Aktualisiert: 07.01.2021 11:15
Lesezeit: 1 min
Japan verhängt Notstand über Tokio und benachbarte Provinzen
Wenige Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio ist Zahl der Corona-Neuinfektionen in der japanischen Hauptstadt auf einen neuen Rekord gestiegen. (Foto: dpa) Foto: Rodrigo Reyes Marin

Japan hat wegen wieder stark gestiegener Corona-Neuinfektionen für den Großraum Tokio erneut den Notstand ausgerufen. Das gab Regierungschef Yoshihide Suga am Donnerstag bekannt. Ein Lockdown ist die ab Freitag bis 7. Februar geltende Maßnahme jedoch nicht: Restaurants und Bars in Tokio sowie den angrenzenden Präfekturen Chiba, Saitama und Kanagawa sollen ab 19.00 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Wer kooperiert, bekommt Finanzhilfen. Firmen, die sich nicht daran halten, droht dagegen, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.

Auch Fitnesshallen und Kaufhäuser sollen die Öffnungszeiten kürzen. Die Bürger sind zudem aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20.00 Uhr auszugehen. Anders in anderen Ländern sieht der Notstand jedoch keine Geldbußen bei Zuwiderhandlungen vor.

Wenige Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der japanischen Hauptstadt am Donnerstag auf den Rekord von 2447 Fällen binnen eines Tages gestiegen. Landesweit stieg die Zahl der Fälle zudem erstmals über die Marke von 7000. Trotz der Ausbreitung des Virus ist Suga weiter entschlossen, im Sommer «sichere» Olympische Spiele abzuhalten. Er sei optimistisch, dass die Stimmung im Volk steigen werde, sobald die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Diese sollen Ende nächsten Monats zunächst für Mitarbeiter im medizinischen Bereich beginnen.

Japan hatte zuletzt im April vergangenen Jahres für Tokio den Ausnahmezustand aufgerufen, der später auf das ganze Land ausgeweitet und Ende Mai aufgehoben worden war. Zuletzt sind die Infektionszahlen aber wieder stark gestiegen, vor allem im Großraum Tokio. Es besteht zunehmend die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Einen Lockdown hat es in Japan zu keinem Zeitpunkt gegeben. Die Regierung ist auf den guten Willen der Firmen und Bürger angewiesen.

Die meisten Bürger des 127-Millionen-Einwohner-Landes tragen zwar Mund- und Nasenschutz. Doch waren Einkaufszonen im Vorfeld der Neujahrsfeiertage sowie Schreine zu Neujahr überfüllt. Auch benutzten viele Menschen weiter die Bahnen, andere amüsierten sich in Tokios nächtlichen Amüsiervierteln in Bars. Unternehmen sind jetzt erneut dazu aufgerufen, ihre Mitarbeiter möglichst von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Die Bürobelegung soll um 70 Prozent gesenkt werden. Veranstaltungen dürfen nur bis zu 5000 Zuschauer haben beziehungsweise dürfen nur die Hälfte der Platzkapazitäten nutzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Schweiz-Abkommen: EU-Staaten ebnen Weg für intensivere Zusammenarbeit mit der Schweiz
24.02.2026

Die Europäische Union und die Schweiz rücken politisch und wirtschaftlich enger zusammen. Neue Abkommen sollen zentrale Bereiche wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Fedex-Aktie: Versandriese klagt auf Rückerstattung von Trump-Zöllen
24.02.2026

Der Logistikriese Fedex zieht gegen die US-Regierung vor Gericht – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Fedex-Aktie und den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aldi und Lidl vor juristischen Hürden: Expansion in Irland stößt auf Widerstand
24.02.2026

Aldi und Lidl stoßen bei ihrer Expansion in Irland zunehmend auf Widerstand durch Wettbewerber, die Planungsverfahren und Gerichte...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell unter 65.000 Dollar: Kryptowährung unter strukturellem Druck – was das heißt
24.02.2026

Der Bitcoin-Kurs gerät zunehmend unter strukturellen Druck. Es scheint immer mehr, dass Bitcoin der verwüstete Name des „digitalen...

DWN
Finanzen
Finanzen AMD-Aktien mit Kurssprung: Mega-Deal mit Meta euphorisiert die US-Börsen
24.02.2026

Die AMD-Aktie sorgt mit einem überraschenden Kurssprung für Aufsehen an den US-Börsen. Ein milliardenschwerer AMD-Meta-Deal beflügelt...

DWN
Finanzen
Finanzen Hoffnung für Novo Nordisk-Aktie? US-Listenpreise für Wegovy und Ozempic ab 2027 deutlich gesenkt
24.02.2026

Die Novo Nordisk-Aktie ist seit Wochen im freien Fall. Nun plant der Pharmakonzern drastische Schritte bei den US-Listenpreisen für...

DWN
Politik
Politik Minijobs auf der Kippe: Parallelwelt des Arbeitsmarkts steht in der Kritik
24.02.2026

Der Arbeitnehmerflügel der CDU fordert die teilweise Überführung von Minijobs in reguläre Tätigkeiten – was für Minijobber weniger...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Rohstoffordnung in Afrika: Wie China und Russland Europa abhängen
24.02.2026

Autobahnen für Eisenerz, Milliardenkredite für Einfluss und Militärpräsenz für Goldkonzessionen: Peking und Moskau haben in Afrika...