Wirtschaft

Apple und Facebook gehören zu den großen Corona-Gewinnern

Vor dem Hintergrund von Wirtschaftskrise und Lockdowns machen Apple und Facebook Profite in Rekordhöhe. Corona ist das beste, das den beiden Unternehmen passieren konnte.
28.01.2021 10:37
Aktualisiert: 28.01.2021 10:37
Lesezeit: 2 min

Apple hat trotz der Corona-Krise und Ladenschließungen rund um den Globus im Weihnachtsgeschäft Umsatz wie Gewinn in bis dato nie erreichte Höhen geschraubt. Die Erlöse kletterten um 21 Prozent auf 111,4 Milliarden Dollar, wie das wertvollste börsennotierte US-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Billionen Dollar am Mittwochabend mitteilte.

Dabei lockte das neue 5G-fähige iPhone 12 sowie eine größere Modellauswahl ebenso die Kunden an wie Mac-Computer und iPads. Weltweit griffen mehr Menschen bei den Geräten mit dem angebissenen Apfel-Symbol zu, die angesichts von Ausgangssperren und dem Trend zum Homeoffice ihre Technik aufrüsten wollten. Finanzchef Luca Maestri sprach von einem zweistelligen Umsatzwachstum in jeder Produktkategorie. Der Gewinn legte um 29 Prozent auf 28,76 Milliarden Dollar zu.

Erst im November hatte der Konzern aus dem Silicon Valley seinen ersten Laptop mit selbstentwickelten Chips auf den Markt gebracht und damit die Abkehr vom langjährigen Partner Intel besiegelt. Ähnlich wie die Autobranche oder Microsoft bekam Apple zuletzt Lieferengpässe zu spüren - bei Halbleitern, aber auch in anderen Bereichen.

Im ersten Geschäftsquartal zum 26. Dezember blieb das iPhone der größte Umsatzgarant. Allein mit den Geräten erlöste Apple 65,6 Milliarden Dollar und damit vier Milliarden Dollar mehr als im bisher besten Quartal 2018. Seit einiger Zeit gibt Apple nicht mehr bekannt, wie viele iPhones verkauft wurden. Allerdings sagte Firmenchef Tim Cook im Reuters-Interview, inzwischen seien mehr als eine Milliarde iPhones weltweit im Einsatz. Auch in China kommt das Geschäft demnach immer mehr in Schwung.

Apple baut seit Längerem sein Abo-Geschäft mit Musikangeboten, Streaming- und Cloudspeicher-Diensten aus. Inzwischen zählt das Unternehmen 620 Millionen Bezahlkunden und lag damit über dem eigenen Ziel von 600 Millionen zum Jahresende.

Facebook trumpft in Corona-Krise auf

Facebook spielt in der Corona-Krise seine Stärken aus. Angesichts geschlossener Läden brachten noch mehr Unternehmen ihre Werbung ins Netz, um im Weihnachtsgeschäft Kunden online anzulocken. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um 33 Prozent auf knapp 28,1 Milliarden Dollar, wie das weltgrößte Internetnetzwerk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte, das rund 97 Prozent des Umsatzes mit Anzeigen macht. Dies ist deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Gewinn kletterte sogar um 53 Prozent auf 11,22 Milliarden Dollar.

Die Quartalszahlen spiegeln dabei auch den Erfolg der neuen Fokussierung auf den Onlinehandel wider. Mit Angeboten wie Instagram Shopping oder Facebook Marketplace will der von Mark Zuckerberg 2004 gegründete US-Konzern davon profitieren, dass in der Krise immer mehr Menschen online einkaufen. Zudem kamen kürzlich Kaufmöglichkeiten innerhalb von Apps hinzu. "Diese Investition in den E-Commerce scheint sich genau in dem Moment auszuzahlen, in dem herkömmliche Geschäfte mehr Online-Aktivitäten anstreben", schrieben die Analysten der BofA.

Inzwischen zählt das Netzwerk, zu dem neben der gleichnamigen Plattform auch der Messenger Whatsapp und die Foto-Plattform Instagram gehören, monatlich 2,8 Milliarden aktive Nutzer. Damit ist mehr als jeder dritte Bewohner der Welt bei dem US-Konzern angemeldet. Für das laufende Jahr kündigte Zuckerberg neue Produkte an, durch die "ökonomische Chancen" entstünden.

Allerdings muss sich Facebook auch mit einigen Problemen auseinandersetzen. Dazu gehört zum einen die Rolle der sozialen Medien beim Sturm auf das US-Kapitol, die Auswirkungen des Banns des früheren US-Präsidenten Donald Trump und zum anderen Wettbewerbsklagen sowie der Streit mit Apple um das neue Betriebssystem und verschärfte Datenschutzregeln.

Facebook hat als erster der großen US-Technologiekonzerne, die den Großteil ihrer Einnahmen mit Werbung erwirtschaften, Einblick ins abgelaufene Quartal gegeben. In den nächsten Tagen folgen Alphabet, Twitter, Snap sowie Pinterest.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama Ozempic und Mounjaro: Die gefährliche Wahrheit über den schnellen Gewichtsverlust
10.08.2026

Ozempic und Mounjaro lassen die Kilos purzeln und bringen selbst quälende Gedanken ans Essen zum Schweigen. Doch der schnelle Erfolg kann...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt angesichts anhaltender Hormus-Unsicherheit leicht nach
10.08.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Entwicklungen und Marktschwergewichte die Wall Street heute bewegen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yen-Intervention erschüttert die EZB und stellt Europas Vertrauen auf die Probe
10.08.2026

Washington stützt den Yen und greift dafür ausgerechnet auf Euro zurück. Dass die EZB erst nach der Intervention informiert wurde,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa erhitzt sich: Wegen sinkender Flüsse werden Kraftwerke gestoppt
10.08.2026

Über Europa zieht bereits die vierte Hitzewelle dieses Jahres hinweg. Die Hitze wird nicht nur mit Tausenden zusätzlichen Todesfällen in...

DWN
Politik
Politik Rente, Haushalt, Wahlen - welche Probleme auf Merz warten 
10.08.2026

Das Regierungsviertel in Berlin döst noch vor sich hin. Doch ein stürmischer Herbst kündigt sich an: Auf den Kanzler warten nicht nur...

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenkrise Europa: Krieg wird zur größten Gefahr für das Finanzsystem
10.08.2026

Europas größte Banken halten militärische Konflikte inzwischen für die gefährlichste Bedrohung ihrer Bilanzen. Eine neue Untersuchung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmer Stihl vor Tarifrunde: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß
10.08.2026

Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – für dasselbe Gehalt? Nikolas Stihl sieht die 35-Stunden-Woche als Luxus vergangener Tage. Wie seine...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsmangel treibt Preise: Mieten in Deutschland steigen deutlich
10.08.2026

Für Mieter gibt es weiter kaum eine Atempause: Ihre Wohnkosten ziehen kräftig an. Auch bei den Immobilienpreisen geht es bergauf. Die...