Politik

DWN-Spezial: Weltwirtschaftsforum ist der große Treiber des digitalen Impfpasses

Das Weltwirtschaftsforum und die Rockefeller Stiftung sind die Haupttreiber der Einführung von digitalen Gesundheitspässen. Die EU-Kommission hatte zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ ausgearbeitet.
03.04.2021 20:00
Lesezeit: 3 min
DWN-Spezial: Weltwirtschaftsforum ist der große Treiber des digitalen Impfpasses
Klaus Schwab, Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums WEF. (Foto: dpa) Foto: Valentin Flauraud

„Aero.de“ führt aus: „Regierungen weltweit finden keinen gemeinsamen Weg, um ihre Grenzen wieder zu öffnen und Reisen trotz der Coronavirus-Pandemie möglich zu machen. Das ,Commons Project' will ihnen mithilfe des Weltwirtschaftsforums nun ein Werkzeug dafür an die Hand geben: den ,CommonPass‘“.

„DMM Mobilitätsmanager“ wörtlich: „Wer 2021 reisen möchte, braucht höchstwahrscheinlich einen elektronischen Gesundheitspass in Form einer App, melden US-amerikanische Medien. Eine solche haben CommonPass, IBM und die Linux Foundation entwickelt. Die beinhaltet u.a die persönlichen Gesundheitsdaten und bietet die Möglichkeit, nur die persönlichen Daten an Behörden weiterzugeben, die einem genehm sind. In die CommonPass-App kann man seine persönlichen medizinischen Daten hochladen, u.a. die Ergebnisse von Coronatests oder den Nachweis der Anticorona-Impfung. Damit lässt sich ein Gesundheitspass erzeugen in Form eines QR-Codes, den man z.B. bei der Flugbuchung oder der Security etc. vorzeigen und kontrollieren lassen kann. Im Fall von Flug- oder Bahnreisen weist der Code auch den Startflughafen/bahnhof und das Ziel aus einschließlich der Flug-/Bahndaten.“

Mehr zum Thema: EU-Direktorin für Impfstoff-Zulassung war Pharma-Lobbyistin – unter anderem für AstraZeneca

Der Reiseblog „wego“ führt aus: „Sowohl Passagiere als auch Fluggesellschaften müssen unbedingt sicherstellen, dass sie keine potenziellen Überträger für die Verbreitung des COVID-19-Virus sind. Daher ist ein sicheres und überprüfbares System erforderlich, um die Gesundheitsakten von Reisenden zu überprüfen, die bereit sind, sich über Grenzen hinweg zu bewegen. CommonPass ist eine solche Initiative, um diese Herausforderungen anzugehen.“

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) wörtlich: „CommonPass zielt darauf ab, ein globales Standardmodell zu entwickeln und einzuführen, mit dem Menschen ihren COVID-19-Status sicher dokumentieren und präsentieren können (entweder als Testergebnisse oder als eventueller Impfstatus), um internationale Reisen und Grenzübertritte zu erleichtern und gleichzeitig ihre Gesundheitsinformationen privat zu halten. CommonPass erkennt an, dass die Länder souveräne Entscheidungen über Grenzeintritts- und Gesundheitsprüfungsanforderungen treffen werden, einschließlich der Frage, ob Tests erforderlich sind oder welche Art von Tests erforderlich sind.“

Das WEF wirbt in einem Video für das CommonPass-Projekt – HIER.

Mehr zum CommonPass-Projekt - HIER.

Der Guardian berichtet: „Paul Meyer, der CEO des Commons-Projekts, das vor zwei Jahren von der Rockefeller Foundation mit Startkapital ausgestattet wurde und den digitalen Gesundheitspass erstellte, sagte, Länder, die Grenzen geschlossen und Quarantänen verhängt haben, suchen nach Wegen, ihre Grenzen ,nachdenklich wieder zu öffnen‘. ,Es ist schwer, das zu tun‘, sagte er dem Guardian. ,Es erfordert die Fähigkeit, die Gesundheit ankommender Reisender beurteilen zu können (…) Hoffentlich werden bald einige Impfstoffe auf den Markt kommen, aber es wird nicht nur einen Impfstoff geben.“

Das WEF berichtet: „Das Common Trust Network wird durch ein globales Register vertrauenswürdiger Labor- und Impfdatenquellen, Standardformate für Laborergebnisse und Impfaufzeichnungen sowie Standardwerkzeuge ermöglicht, um diese Ergebnisse und Aufzeichnungen digital zugänglich zu machen. Das Register wird gemeinnützig als offener, gemeinsamer Dienst für das Gemeinwohl betrieben.

Das Common Trust Network wird auch durch ein gemeinsames globales Register für Regierungen und andere Reiseziele ermöglicht, ihre Einreisebestimmungen für Gesundheitsuntersuchungen in einem gemeinsamen Format zu veröffentlichen, was es Reisenden und der Reisebranche erleichtert, die Anforderungen der einzelnen Reiseziele zu verstehen und einzuhalten. Die Registrierung besteht aus:

  • CommonTrust-Datenquellen. Die teilnehmenden Gesundheitsorganisationen, einschließlich Labors und Impfstellen, erklären sich damit einverstanden, Einzelpersonen den digitalen Zugang zu ihren Gesundheitsinformationen unter Verwendung offener, global interoperabler Standards (z. B. nachprüfbare HL7 FHIR-, W3C-Berechtigungsnachweise) zu ermöglichen. Datenquellen erklären sich damit einverstanden, Einzelpersonen über eine oder mehrere der folgenden Möglichkeiten Zugriff auf ihre Informationen zu gewähren: Apple Health (iOS) / CommonHealth (Android), Andere digitale Brieftaschen-Apps, mit QR-Codes gedrucktes Papier mit überprüfbaren W3C-Anmeldeinformationen. Diese Datenquellen erklären sich auch damit einverstanden, als Emittenten in der CommonTrust-Registrierung aufgeführt zu werden. Die teilnehmenden Regierungen werden gebeten, Datenquellen in ihrem Hoheitsgebiet als genehmigte Quellen auszuweisen.
  • CommonTrust-Zielregeln. Die teilnehmenden Länder, Gerichtsbarkeiten und anderen Ziele (Fluggesellschaften, Schiffe, öffentliche Verkehrsmittel, Hotels, Veranstaltungsorte, Veranstaltungen, Büros, Schulen ...) erklären sich damit einverstanden, ihre Anforderungen für die Einreise in ein maschinenlesbares Standardformat im CommonTrust-Register zu veröffentlichen und beizubehalten.“

Aus einem Papier geht die Kollaboration internationaler Fluggesellschaften mit dem WEF zur Einführung eines digitalen Gesundheitspasses als Voraussetzung für internationale Flüge hervor. „Netwoche.ch“ berichtet: „Die Swiss und vier weitere Fluggesellschaften verwenden ab Dezember einen digitalen Reisepass. Dieser soll bestätigen, dass Passagiere nicht positiv auf Covid-19 getestet wurden, wie der Hersteller über Twitter mitteilt. Entwickelt wurde die Lösung von der Foundation The Commons Project mit Sitz in Genf mit Unterstützung vom Weltwirtschaftsforum (WEF). Das System basiert auf dem Commontrust-Netzwerk und wurde im Oktober getestet. Das Commontrust-Netzwerk besteht aus Partnerfluggesellschaften und einer wachsenden Anzahl von Laboren und Gesundheitsdienstleistern auf der ganzen Welt gemäss dem Entwickler. Nun soll es von der Swiss, Jetblue, Lufthansa, United Airlines und Virgin Atlantic auf ausgewählten Flügen von New York, Boston, London und Hongkong eingesetzt werden.“

Zuvor hatte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, die Idee gemeinsamer Impfbescheinigungen unterstützt , die von der EU erstellt und von den Mitgliedstaaten an jede Person ausgestellt werden können, die gegen COVID-19 geimpft wird. Die EU-Kommission hatte schließlich zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ für die öffentliche Gesundheit ausgearbeitet (Mehr HIER und HIER).

+++Dieser Artikel wurde erstmals am 23. Februar 2021 veröffentlicht. Ein Update ist erfolgt+++

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