Politik

China ordnet für alle Einreisenden anale Abstriche an

Wer nach China einreist, muss sich mithilfe eines analen Abstriches auf Corona testen lassen. Der Test ist offenbar besser als gängige Alternativen, doch manche Betroffene empfinden ihn als erniedrigend.
05.03.2021 08:00
Lesezeit: 1 min

China hat Tests für das Coronavirus mithilfe eines Analabstrichs für fast alle Einreisenden in das Land obligatorisch gemacht, berichtet The Times. Damit eskaliert China einen Streit mit anderen Ländern, die das ungewöhnliche neue Testverfahren als erniedrigend für ihre Bürger beschreiben.

Die japanische Regierung hatte ihre Besorgnis darüber geäußert, dass ihre Bürger dieser "unwürdigen" Prozedur unterworfen werden. Zuvor hatten US-amerikanische Diplomaten sich ebenfalls darüber beschwert. "Bei Analabstrichen wird ein Wattestäbchen 3 bis 5 Zentimeter in den Anus eingeführt und sanft gedreht", berichtete vergangene Woche die BBC.

Japans Kabinettschef Katsunobu Kato sagte nun, man werde China bitten, das Testverfahren zu ändern, nachdem einige japanische Reisende berichtet hatten, dass sie durch die invasive Prozedur "psychische Schmerzen" erlitten hätten. Als möglichen Kompromiss erklärte Lu Hongzhou, ein in Shanghai ansässiger Arzt, gegenüber Chinas Staatsmedien, dass der Analabstrich durch eine Stuhlprobe ersetzt werden könnte.

Chinesische Gesundheitsexperten sagen aber, der anale Abstrich sei viel genauer als ein Nasenhöhlen- oder Wangenabstrich und könne "falsch-negative" Ergebnisse vermeiden, was bei den gängigeren Tests ein Trend war. Chinesischen Beamten zufolge sind Analabstriche die zweithäufigste Form von Corona-Tests in dem Land. Allerdings sträuben sich auch die Chinesen dagegen, wie Global News bereits Ende Januar berichtete.

Analabstriche sind bisher in anderen Ländern nicht weit verbreitet, aber die Gesundheitsbehörden in vielen Ländern testen Abwasser, um das Vorhandensein des Virus in der lokalen Bevölkerung abzuschätzen. Nach mehr als einem Jahr Kampf gegen Corona, muss man sich eingestehen: Es wäre keine große Überraschung, wenn obligatorische Anal-Abstriche auch in Deutschland eingeführt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalismus lebt: Warum Yanis Varoufakis mit seiner Theorie vom Technofeudalismus zugleich falsch und richtig liegt
25.10.2026

Der Kapitalismus ist tot. An seine Stelle ist ein neofeudales System getreten, in dem sich die Macht in den Händen der Eigentümer...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Arbeitnehmer in der Dauerkrise: Immer mehr psychische Erkrankungen
25.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige verschwinden vom Arbeitsmarkt
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...