Finanzen

Finanzieller „Reset“ kommt: Warum der Goldstandard das Fiat-Geldsystem ersetzen muss

Das aktuelle Fiat-Geldsystem ist durchsät von finanziellen Verzerrungen und Schulden. Dieses System ist eigentlich am Ende. Der Übergang zu einem Goldstandard ist überfällig, meinen Analysten.
26.04.2021 13:49
Lesezeit: 1 min
Finanzieller „Reset“ kommt: Warum der Goldstandard das Fiat-Geldsystem ersetzen muss
Goldbarren in unterschiedlicher Größe liegen bei einem Goldhändler in einem Tresor. (Foto: dpa) Foto: Sven Hoppe

Übermäßige monetäre Anreize, ein Nebenprodukt eines „undisziplinierten“ Fiat-Geldsystems, werden Probleme für unsere Wirtschaft sowie finanzielle Verzerrungen verursachen, und die langfristige Lösung ist ein monetärer „Reset“, bei dem sich die Volkswirtschaften von diesem System entfernen und die Wiedereinführung eines Goldstandards in Gang bringen, so der Goldanalyst Jan Nieuwenhuijs von „The Gold Observer“.

„Es gibt viele Finanzblasen, es gibt übermäßige Schuldenstände, die Ungleichheit steigt (…) all diese Nebenwirkungen eines Fiat-Geldstandards sind nicht wirklich das, was wir wollen, und schließlich bekommen wir viel Geld-Instabilität. Ich denke, dass wir dann zu einem Goldstandard zurückkehren müssen“, sagte Nieuwenhuijs gegenüber „Kitco News“.

Mehr zum Thema: Goldstandard und digitaler Dollar: Der „Great Reset“ wird ein neues Geldsystem schaffen

Der Übergang vom derzeitigen Fiat-Währungssystem zu einem Goldstandard muss zunächst den Schuldenüberhang in unserer Wirtschaft beseitigen, so Nieuwenhuijs.

Der Gold-Analyst wörtlich: „Das Hauptproblem, das wir derzeit in der Wirtschaft haben, ist der massive Schuldenüberhang, vor allem in den Industrienationen. Die Staatsverschuldung, aber auch die Unternehmensverschuldung und die Privatverschuldung sind einfach sehr hoch und liegen auf Rekordniveau.“

Ein Goldstandard kann in verschiedenen Formen auftreten. „Es gibt verschiedene Optionen für einen Goldstandard. Man hat den klassischen Goldstandard, aber man hat auch ein Goldpreisziel, das von den Zentralbanken angestrebt wird. Wenn man ein Goldpreis-Targeting haben würde, würden die Zentralbanken nur den Goldpreis anstreben, und das wäre ihre Geldpolitik“, meint er.

Ein Mechanismus zur Ausrichtung des Goldpreises unterscheidet sich von einer klassischen Form des Goldstandards, die eine direkte Umwandlung von Fiat-Noten in Gold ermöglichen würde.

Derzeit sind Länder auf der ganzen Welt auf dem Weg, ihre Währungen abzuwerten, und Nieuwenhuijs sagt, dies sei ein Versuch, die Inflationsraten zu erhöhen und indirekt den Wert der noch in der Wirtschaft befindlichen Schulden zu senken.

„Eine Abwertung gegenüber anderen Nationen kann manchmal von Vorteil sein, aber was sie tatsächlich in den USA und in Europa, aber auch in Japan wollen, ist die Inflation der Verbraucherpreise und vorzugsweise mit Zinssätzen bei oder unter Null, um die Schuldenlast senken“, sagte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI-Agenten: Produktivitätssprung oder neue interne Bedrohung?
08.07.2026

Durch künstliche Intelligenz unterstützte Agenten versprechen weniger Routinearbeit und schnellere Prozesse, doch sobald sie Zugriff auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis: Warum Anleger der Erholung nicht trauen sollten
08.07.2026

Gold hat sich Anfang Juli kurz zurückgemeldet, doch der Absturz sitzt tief: Höhere US-Zinsen, ein starker Dollar und nervöse ETF-Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Auto-Aktien: Warum Europas Autobauer plötzlich Ramschpreise haben
08.07.2026

Europas Autobauer galten lange als industrielle Machtzentren. Jetzt stürzen ihre Aktien auf Mehrjahrestiefs, China bricht weg, Margen...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Warum Putin jetzt die Kontrolle verliert
08.07.2026

Putin räumt erstmals öffentlich ein, dass der Ukraine-Krieg Russland schwer trifft. Doch hinter Benzinmangel, Drohnenangriffen und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Waffenruhe bröckelt: Angriffe und Sanktionen stellen Iran-Abkommen auf die Probe
08.07.2026

Washington macht Teheran für erneute Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich - und kontert mit Sanktionen und neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom öffentlichen in den privaten Sektor: Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft
08.07.2026

Ex-Vizekanzler Habeck wechselt in die Privatwirtschaft: Ab August nimmt der frühere Wirtschaftsminister einen lukrativen Beraterjob bei...

DWN
Politik
Politik AfD-Brandmauer: Ostdeutscher CDU-Verband fordern ein Ende der Abgrenzung
08.07.2026

Ein Antrag der Brandenburger Mittelstandsunion sorgt innerhalb der CDU für Diskussionen: Mitglieder des CDU-Verbandes fordern das Ende der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Allianz-Umfrage: Betriebsrente schlägt alle Job-Benefits
08.07.2026

Die Betriebsrente bleibt für Beschäftigte der wichtigste Zusatz im Job – und Unternehmen sehen das genauso. Doch ausgerechnet viele...