Unternehmen

Medizintechniker Dräger explodiert durch Corona beim Gewinn - doch 2021 wird es wohl weniger

Die Pandemie ist nicht für alle Branche eine Belastung - beispielsweise für die Medizintechnik. Ein Mittelständler, der davon besonders profitiert, ist Dräger.
09.03.2021 15:50
Aktualisiert: 09.03.2021 15:50
Lesezeit: 1 min
Medizintechniker Dräger explodiert durch Corona beim Gewinn - doch 2021 wird es wohl weniger
Die Medizintechnik gehört zu den Gewinnern während der Pandemie, Dazu zählt auch die Dräger AG. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

„Corona hat das Geschäftsjahr geprägt wie kaum ein Ereignis in den Jahrzehnten zuvor", sagte Stefan Dräger, der Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen AG. "Während andere in den Lockdown gegangen sind, war für uns sofort klar: Dräger hat einen gesellschaftlichen Versorgungsauftrag, diesen zu erfüllen ist unsere Pflicht. Nie zuvor war der Sinn unserer Arbeit so direkt spürbar, wurde unsere 'Technik für das Leben' so sehr gebraucht. Deswegen galt bei uns zu jeder Zeit: All Hands on Deck!“, so der Manager.

Der Hersteller von Medizintechnik hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert - also weit mehr als ein Fünftel. Doch das war noch nicht alles: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) versechsfachte sich auf 396,6 Millionen Euro. Darüber hinaus legte auch auch der Auftragseingang um 35,4 Prozent auf 3,7 Milliarden auf. Währungsbereinigt waren es sogar noch mehr - nämlich 38,9 Prozent.

Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Medizintechnik-Branche dürfte 2020 wohl Umsatzrückgang von 3,6 Prozent erreicht haben. Davon geht der Fachverband Spectaris aus. Die Gesamterlöse haben 2019 bei 33,3 Milliarden Euro gelegen, wovon etwa ein Drittel im Inland erwirtschaftet wurden.

Die Corona-Krise hat für den Produzenten, der unter anderem Beatmungsgeräte hergestellt, einen ungeahnten Boom beschert. Da es sich um eine Pandemie handelt, hat das Unternehmen weltweit seine Produkte verkauft. Nahezu jede Region hat ihren Beitrag zum Erlös getragen. Die Geschäfte haben so sehr gebrummt, dass das Management seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sogar noch einen gesonderten Bonus von 23 Millionen Euro zahlen konnte. Zum Vergleich: das sind fünf Prozent des Gewinns, nicht schlecht für ein Firma dieser Größenordnung.

Doch dürfte damit im laufenden Jahr erst einmal Schluss sein: Die Geschäfte werden wohl im laufenden Jahr nicht so stark wie im Corona-Jahr sein, glaubt das Management. Dräger geht für 2021 von einem währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen sieben und elf Prozent aus. Die EBIT-Marge wird wohl zwischen fünf und acht Prozent liegen.

Dabei warf der Chef, Stefan Dräger auch noch folgenden Blick nach vorne: „Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Entwicklungen werden uns noch geraume Zeit beschäftigen. Wir sind in einem Marathon“, so Stefan Dräger. „Die neue Zeit wird uns neben allen Herausforderungen aber auch neue Chancen bieten. Wir sollten sie nutzen“.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen

 

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoverkäufe unter Druck: VW und Mercedes verlieren Absatz, BMW wächst leicht
12.01.2026

Die großen deutschen Autobauer starten mit unterschiedlichen Vorzeichen ins Jahr 2025. Während der VW-Konzern und Mercedes-Benz vor allem...

DWN
Finanzen
Finanzen Stepstone-Gehaltsreport 2026: Wie viel verdienen die Deutschen aktuell?
12.01.2026

Noch zählt das Gehalt nach wie vor zu den Tabuthemen in Deutschland. Ab Juni soll das EU-Entgelttransparenzgesetz mehr Klarheit bringen....

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie unter Druck: China zahlt vor und darf trotzdem zittern
12.01.2026

Nvidia verschärft die Bedingungen für den Verkauf seiner leistungsstarken H200-Chips an chinesische Abnehmer deutlich. Steht das...

DWN
Politik
Politik Grönland-Streit belastet Beziehungen – Europa wirbt um Lösung, Trump bleibt hart
12.01.2026

Europäische Staaten bemühen sich um eine diplomatische Lösung im Konflikt um Grönland, stoßen dabei jedoch auf wenig Entgegenkommen...

DWN
Finanzen
Finanzen Trump plant Obergrenze für Kreditkartenzinsen – Finanzbranche zeigt sich besorgt
12.01.2026

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zinsen für Kreditkarten zeitlich befristet begrenzen zu wollen, um Verbraucher vor hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU bietet chinesischen E-Auto-Herstellern Alternative zu Zusatz-Zöllen
12.01.2026

Statt die für 2024 geplanten Zusatz-Zölle zu erheben, schlägt die EU Herstellern von in China produzierten Elektroautos eine andere...

DWN
Politik
Politik Großbritannien entwickelt "Nightfall" Raketen für Ukraine
12.01.2026

Großbritannien plant, die Ukraine mit einer neu entwickelten ballistischen Kurzstreckenrakete zu unterstützen. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen Powell im Visier der Justiz – Vorwürfe sorgen für Spannungen
12.01.2026

US-Notenbankchef Jerome Powell sieht sich aktuell nicht nur anhaltender Kritik von Präsident Trump ausgesetzt, sondern auch rechtlichen...