Deutschland

Wohnungen in Berlin werden auch in der Corona-Krise teurer

Eine günstige Wohnung in Berlin zu finden, bleibt auch in der Corona-Krise schwierig. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr kontinuierlich gestiegen, teilte der Gutachterausschuss des Landes nach Auswertung sämtlicher Kaufverträge mit.
06.04.2021 10:27
Aktualisiert: 06.04.2021 10:27
Lesezeit: 1 min
Wohnungen in Berlin werden auch in der Corona-Krise teurer
Lichter brennen kurz vor 17 Uhr in den Häusern am Friedrichshain. (Foto: dpa) Foto: Annette Riedl

Eine günstige Wohnung in Berlin zu finden, bleibt auch in der Corona-Krise schwierig. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr kontinuierlich gestiegen, teilte der Gutachterausschuss des Landes nach Auswertung sämtlicher Kaufverträge mit. Im Mittel war eine Wohnung sechs Prozent teurer als 2019, hieß es am Dienstag. Aus Mietersicht zeigen die vorläufigen Daten aber teilweise eine Beruhigung. Denn die Kaufpreise für Wohn- und Geschäftshäuser sanken verglichen mit 2019 um neun Prozent, wie der Berliner Mieterverein hervorhob. "Damit sinkt der Druck auf die Mietpreise zumindest etwas."

Der Gutachterausschuss sieht aber noch keine Trendumkehr, sondern einen "symbolhaften Risikoabschlag" wegen des Mietendeckels. Mancher Investor halte sich lediglich mit Käufen zurück, weil er abwarte, ob das Gesetz vor Gerichten Bestand habe.

Auch Käufer von Ein- und Zweifamilienhäusern griffen im vergangenen Jahr tiefer in die Tasche. Im Schnitt stiegen die Preise um fünf Prozent, bei entsprechenden Baugrundstücken um elf Prozent. Es wurden im Corona-Jahr etwas weniger Häuser und Wohnungen verkauft. Bei Büros und Gewerbeobjekten waren die Rückgänge deutlich stärker.

Aus Sicht der Deutschen Bank hält der Immobilienboom in Deutschland noch etwas an, etwa wegen der niedrigen Zinsen und des Mangels an Wohnraum. Der bundesweite Preisaufschwung werde aber in diesem Jahrzehnt zu Ende gehen, wahrscheinlich im Jahr 2024, schreiben Analysten des Geldhauses in einem am Montag veröffentlichten Papier. Große Preisnachlässe erwarten die Analysten aber nicht.

Für Berlin rechnen die Experten mit einem besonders langen Preisanstieg. "Ist der Berliner Mietendeckel verfassungskonform, dürfte sich die abzeichnende Verschärfung der Angebotsknappheit am Berliner Wohnungsmarkt manifestieren", heißt es in dem Papier.

Gleichzeitig könnte Berlin in den nächsten Jahrzehnten weiter an Einwohnern zulegen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erwartet, dass 2040 rund 3,96 Millionen Menschen in der Stadt leben werden. Das wären knapp zehn Prozent mehr als zum Vergleichszeitpunkt der Prognose, dem Jahr 2017. Auch Potsdam und mehrere an Berlin grenzende Landkreise gewinnen nach der Prognose weiter an Einwohnern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...

DWN
Politik
Politik Subventionen für Europas Industrie: Deutschland und Frankreich uneins bei EU-Förderregeln
24.09.2026

Um der teuren Energie sowie dem Druck aus China und den USA zu trotzen, fordert die europäische Industrie staatliche Hilfen. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Gute Noten mit Schwachstellen: Deutsche Banken bestehen Krisencheck
24.09.2026

Ein umfassender Belastungstest der Aufsichtsbehörden bescheinigt den kleineren und mittleren Finanzinstituten in Deutschland eine...