Politik

Politischer Selbstmord? Iran unterzeichnet mit China 25-jähriges Kooperationsabkommen

Der Iran und China haben im Rahmen des Projekts zur Neuen Seidenstraße ein Kooperationsabkommen über 25 Jahre unterzeichnet. Damit begibt sich Teheran mit Hyperschallgeschwindigkeit in die Gefahrenzone.
27.03.2021 21:10
Aktualisiert: 27.03.2021 21:10
Lesezeit: 1 min

Der Iran und China haben ein Kooperationsabkommen über 25 Jahre unterzeichnet. Das Abkommen ist eingebettet in Chinas Projekt zur Neuen Seidenstraße. „Unsere Beziehungen zum Iran werden nicht durch die gegenwärtige Situation beeinflusst, sondern sind dauerhaft und strategisch“, zitierten iranische Nachrichtenagenturen den chinesischen Außenminister Wang Yi am Samstag. Im Gegensatz zu anderen Staaten ändere der Iran seine Beziehungen zu anderen Ländern „nicht mit einem Telefonanruf“. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums nannte das Dokument einen Plan für eine Zusammenarbeit bei Handel, Wirtschaft und Transport „mit einem besonderen Fokus auf den Privatsektor beider Seiten“. Doch damit bringt sich der Iran ganz gezielt in die Gefahrenzone. Denn Chinas Rolle im Verlauf der Pandemie und seine machtpolitischen Ambitionen sind im Westen umstritten.

China ist einer der größten Handelspartner und ein langjähriger Verbündeter der islamischen Republik. Die Regierung in Peking hatte 2016 zugesagt, über zehn Jahre den bilateralen Handel auf 600 Milliarden Dollar mehr als zu verzehnfachen.

Die chinesische Regierung hat bisher Kredite an den Iran im Volumen von zehn Milliarden US-Dollar vergeben, um Infrastrukturprojekte wie Staudämme, Stromerzeugungsanlagen und Transportprojekte zu bauen. Unterdessen blockiert die Trump-Regierung weiterhin die US-Investitionen und die meisten Handelsgeschäfte mit dem Iran. Analysten im Iran behaupten, dass die USA europäische Unternehmen dazu drängen, dasselbe zu tun. „Je mehr die USA Druck auf den Iran ausüben, desto mehr nähert sich der Iran China an”, zitiert Pri.org Foad Izadi von der Universität Teheran für Nordamerikastudien. Im Jahr 2016 kündigten der chinesische Präsident Xi Jinping und der iranische Präsident Hassan Rouhani Pläne an, um den bilateralen Handel im nächsten Jahrzehnt auf 600 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.Die China National Machinery Industry (Sinomach) hat mit dem Iran Ende März 2018 einen Vertrag über 845 Millionen US-Dollar unterzeichnet. Im Westen des Irans soll eine Eisenbahnlinie gebaut werden. Das Eisenbahnnetz soll 410 Kilometer lang sein und die Städte Teheran, Hamedan und Sanandaj miteinander verbinden, berichtet Global Construction.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Anleihemarkt mit Warnsignal: Ist die Ära des billigen Geldes vorbei?
30.08.2026

Nicht nur KI-Aktien bewegen die Finanzmärkte. Immer stärker rückt der Anleihemarkt in den Mittelpunkt, da langfristige Zinsen weltweit...

DWN
Panorama
Panorama Rückkehr nach Polen: Der große Exodus nach Deutschland dreht sich um
30.08.2026

Jahrzehntelang galt Deutschland für viele Polen als Versprechen auf ein besseres Leben. Doch inzwischen hat sich die Richtung gedreht:...

DWN
Technologie
Technologie Signal auf mehreren Smartphones nutzen: So funktioniert es
30.08.2026

Wer Signal parallel auf mehreren Mobilgeräten verwenden wollte, musste bislang mit Einschränkungen leben. Neue App-Versionen schaffen nun...

DWN
Technologie
Technologie KI im Unternehmen: Wer jetzt Mitarbeiter feuert, könnte es bitter bereuen
30.08.2026

KI soll Kosten senken, Prozesse beschleunigen und Personal überflüssig machen. Doch Oxford-Professor Christopher Tucci warnt vor einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Marge im Tank: Warum es beim Spritpreis eben nicht nur um Geopolitik und Steuern geht
30.08.2026

Daten der FH Münster belegen: Rohölpreise und Abgaben erklären die aktuellen Spritpreise nicht vollständig. Warum der mangelnde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumflaute trotz besserer Stimmung: Händler senken Preise
30.08.2026

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das Leben verlagert sich wieder stärker nach drinnen. Für Händler beginnt damit eine wichtige Phase...

DWN
Technologie
Technologie Debatte über Jugendschutz: Verbraucherschützer fordern nach Meta-Vergleich strengere Regeln für soziale Medien
30.08.2026

Nächtliche Sperren, deaktivierte Benachrichtigungen und mehr elterliche Kontrolle: Meta verspricht neue Schutzmechanismen für...

DWN
Finanzen
Finanzen Bußgeldbescheid prüfen: Wann schnelles Handeln entscheidend ist
30.08.2026

Nach einem Tempoverstoß folgt häufig unangenehme Post von der Bußgeldstelle. Dann zählt nicht nur, ob der Vorwurf stimmt, sondern auch,...