Technologie

Elektromobilität in der EU: Auf den Steuerzahler kommen neue Kosten zu

Europas Autobauer zeigen sich offen für höhere CO2-Grenzwerte, wenn die Staaten im Gegenzug die immensen Kosten für Elektroladesäulen und Wasserstofftankstellen übernehmen.
31.03.2021 10:50
Lesezeit: 1 min
Elektromobilität in der EU: Auf den Steuerzahler kommen neue Kosten zu
EU-Kommissionsvize Frans Timmermans will die CO2-Vorgaben weiter verschärfen. (Foto: dpa) Foto: Virginia Mayo

Die europäische Autoindustrie zeigt sich offen für eine Verschärfung von Kohlendioxid-Grenzwerten für mehr Klimaschutz. Dies müsse aber gekoppelt werden an verbindliche Ausbauziele der EU-Staaten für Elektroladesäulen und Wasserstofftankstellen, erklärte der Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel.

«Die Autobauer bleiben dem Ziel einer kohlenstoff-neutralen Mobilität verpflichtet, und wir bringen die nötige Technologie sehr schnell auf den Markt», versicherte Acea-Chef Oliver Zipse, der Vorstandsvorsitzende von BMW. «Aber das kann keine einseitige Verpflichtung sein.» Der Erfolg bei der Senkung der CO2-Werte hänge von der nötigen Infrastruktur ab.

Bisher gilt, dass der CO2-Ausstoß bei Neuwagen 2030 im Schnitt um 37,5 Prozent niedriger sein muss als 2021. Da jedoch das EU-Klimaziel für 2030 erhöht werden soll, will EU-Kommissionsvize Frans Timmermans auch die Vorgaben für Autos und Vans nachschärfen. Ein offizieller Vorschlag wird für Juni erwartet.

Der Umweltverband BUND sieht die Forderung der Industrie nach staatlich aufgebauten Ladesäulen kritisch. «Für den Aufbau von Ladeinfrastruktur ist die Automobilwirtschaft verantwortlich», erklärte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. «Dass sie dazu finanziell in der Lage ist, zeigen die auch für 2020 ausgezahlten Dividenden in Milliardenhöhe. EU und Bundesregierung können und müssen dafür in erster Linie die rechtliche Rahmen setzen.»

Dass sich die Autoindustrie aktiv in die Debatte über schärfere Grenzwerte einbringt, ist neu. Timmermans hatte noch Mitte März im «Tagesspiegel am Sonntag» gesagt, in der Vergangenheit habe es regelmäßig aus der Branche geheißen, dass neue Vorgaben unmöglich zu schaffen seien. «Und dennoch haben wir gerade in diesem letzten Jahr gesehen, dass die Automobilindustrie es dann doch geschafft hat», sagte der Kommissionsvizepräsident damals.

Unabhängig von der Debatte über schärfere CO2-Werte will die EU-Kommission 2021 auch eine neue Abgasnorm Euro 7 mit strikteren Vorgaben für Stickoxide und andere Schadstoffe einführen. Dagegen mobilisiert der Verband der Automobilindustrie. Die anvisierten Grenzwerte seien so streng, dass dies auf ein Ende des Verbrennungsmotors ab 2025 hinauslaufe, moniert der VDA.

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