Deutschland

Einmalige Vermögensabgabe durch Super-Reiche könnte dem Bund 310 Milliarden Euro bescheren

Durch eine einmalige Vermögensabgabe durch Multimillionäre in Deutschland könnte der Bund 310 Milliarden Euro einnehmen, um die Einbußen aus der Corona-Krise auszugleichen. Doch ein Großteil der Bundestagsabgeordneten will das verhindern.
08.05.2021 12:46
Aktualisiert: 08.05.2021 12:46
Lesezeit: 1 min

Die Regierungsfraktionen und Teile der Opposition im Bundestag sehen eine Vermögensabgabe zur Deckung der Kosten durch die Corona-Pandemie kritisch. Eine „unwiderrufliche Teilenteignung“ nannte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten den dazugehörigen Antrag der Fraktion Die Linke am Donnerstag in Berlin. Dies sei ein „Angriff auf den Standort Deutschland.“ Die Abgabe rechtssicher und verfassungssicher zu erheben, ist zudem nach Einschätzung von Stettens kaum machbar. "Ein Wahnsinn - das würde Zeit rauben!"

Nach Angaben der Linkspartei könnte der Bund durch eine einmalige Vermögensabgabe für Milliardäre und Multimillionäre bis zu 310 Milliarden Euro einnehmen. Zahlen sollten „die reichsten“ 0,7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Kurz vor der Wahl im September sei es wichtig, zu „diskutieren, wie wir unsere Wirtschaft nach der Krise organisieren wollen“, sagte der stellvertretende Linksfraktionschef Fabio De Masi.

„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass einige Reiche freiwillig ein Stück vom Kuchen abgeben“, sagte der Grünen-Politiker Stefan Schmidt. Auf die Forderung aus der FDP-Fraktion bei dem Thema angesichts der Bundestagswahl im September Farbe zu bekennen, verwies Schmidt auf den Programmentwurf der Grünen zum Wahlprogramm. Da „steht klar drin, wir sind für eine Vermögenssteuer. (...) Dazu bekennen wir uns.“

„Sparen ist nicht nur in der Krise die falsche Antwort, sondern auch danach“, sagte Cansel Kiziltepe (SPD). Dennoch werde die SPD den Antrag der Linkspartei nicht unterstützen. Die finanziellen Herausforderungen sollten mit einer dauerhaften Vermögenssteuer gedeckt werden.

Eine solche Steuer, wie auch die Vermögensabgabe, lehnen die Liberalen ab. „Nirgendwo wird mehr umverteilt als in Deutschland“, sagte Markus Herbrand (FDP). Man könne aber darüber streiten, ob Steuerausgaben immer treffsicher verteilt würden.

Auch die AfD lehnte den Vorstoß der Linken ab. Bruno Hollnagel (AfD) meinte, dass die Pandemie instrumentalisiert werde, „um Bürgern vorzuschreiben, wie sie zu leben haben“. Auch eine Vermögenssteuer, wie sie etwa Teile der SPD und die Grünen fordern, lehnt die AfD seinen Worten nach ab. Sie sei eine „Neidabgabe, und zwar auf Dauer.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht aus: Expertenrat warnt vor Scheitern deutscher Klimaziele
18.05.2026

Die Bundesregierung sieht Deutschland beim Klimaschutz auf Kurs. Doch ein aktuelles Gutachten des Expertenrats für Klimafragen zeichnet...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank of America sieht den Aktienmarkt reif für Gewinnmitnahmen
18.05.2026

Der Aktienmarkt hat seit Ende März kräftig zugelegt, doch die Bank of America sieht wachsende Risiken. Steigende Inflation, hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
18.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Politik
Politik Xi lockt Trump mit einem „großen Deal“. Im Hintergrund tickt die Bombe Taiwan
18.05.2026

Xi Jinping setzt auf Entspannung mit Donald Trump und lockt mit großen Handelsabkommen. Doch hinter den Milliardenversprechen steht der...

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens Energy-Aktie: Analysten sehen weiteres Potenzial nach Kursanstieg
18.05.2026

Nach einer kurzen Schwächephase nimmt die Siemens Energy-Aktie wieder Kurs auf höhere Bewertungen. Vor allem starke Auftragseingänge und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stromexporte steigen: Deutschland wieder Nettoexporteur von Strom
18.05.2026

Die deutsche Strombilanz hat sich überraschend gedreht: Im ersten Quartal überwogen die Exporte wieder die Importe. Besonders erneuerbare...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Anlageberatung im Test: Wie gut ist ChatGPT bei der Geldanlage – und was bringt es mir als Anleger?
18.05.2026

Der KI-Chatbot ChatGPT prüft im Selbsttest eine private Finanzlage und kommt schnell zu einem klaren Ergebnis: Zu viel Geld liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Ryanair-Aktie: Keine Gewinnprognose wegen Iran-Krieg
18.05.2026

Ryanair meldet starke Geschäftszahlen und steigende Umsätze, doch beim Ausblick bleibt die Fluggesellschaft überraschend vorsichtig –...