Politik

Militärattachés Norwegens, Schwedens und Dänemarks besuchen Truppen in der Ost-Ukraine

Die Militärattachés Norwegens, Schwedens und Dänemarks haben die ukrainischen Truppen an der Kontaktlinie im Osten des Landes besucht. Währenddessen wird deutlich, dass die USA die Ukraine auffällig maßvoll unterstützen, ohne große Versprechungen zu machen.
12.05.2021 12:57
Lesezeit: 2 min

„Eine Delegation der Kyjiwer Assoziation der Militärattachés hat am 11. Mai das Gebiet der Operation der Vereinigten Kräfte in der Ostukraine besucht. Das gab die Operation der Vereinigten Kräfte auf Facebook bekannt“, teilt die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur „Ukrinform“ mit. Zur Delegation gehörten nach Angaben der Agentur die Militärattachés Schwedens, Commander Björn Vilbern, Dänemarks, Captain Felix Ebbestad und Norwegens, Oberstleutnant Boye Garder Lillerud.

Doch die Entsendung von UN-Friedenstruppen in die Ost-Ukraine ist nach Angaben des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres sehr unwahrscheinlich. „Es gibt sehr unterschiedliche Positionen in Bezug auf das Mandat und die Rolle, die eine Friedenstruppe in der Ukraine spielen könnte, daher würde ich sagen, dass es unwahrscheinlich ist, dass in naher Zukunft ein Konsens hergestellt wird“, zitiert die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass Guterres.

Im September 2017 hatte der russische Präsident Wladimir Putin eine Initiative zur Entsendung einer Mission der Vereinten Nationen an die Kontaktlinie in Donbass ins Leben gerufen, um die Sicherheit des Personals der Sonderüberwachungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu gewährleisten. Putin sagte später, dass eine solche Mission auf die gesamte Konfliktzone ausgedehnt werden könnte, vorausgesetzt, die selbsternannten Donbass-Republiken geben grünes Licht für einen solchen Schritt. Die ukrainischen Behörden bemühten sich jedoch, die Notwendigkeit einer vollwertigen UN-Friedensmission in der Region zu betonen, die als vorübergehende Verwaltung fungieren sollte, damit die Macht später nach Kiew übertragen werden kann.

Zum jüngsten Besuch von US-Außenminister Antony Blinken beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schreibt die russische Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“: „Blinken skizzierte Selenskyj gegenüber keine grundlegenden Garantien, Versprechen, neuen Horizonte und bezaubernden Perspektiven. Selenskyjs Büro sollte sich aber von Blinkens Wortkonstruktionen ,Wir unterstützen, während Sie Reformen durchführen‘ alarmiert fühlen, die in der Begrüßungsrede zu hören war - ebenso wie von der Erinnerung, dass die USA seit 2014 bereits 4,6 Milliarden US-Dollar in Richtung Ukraine ausgegeben haben und für die jemand zur Rechenschaft gezogen werden muss. Das Treffen mit Selenskyj verlief im Großen und Ganzen nach Protokoll - und alle richtigen Worte wurden gesagt: zur Unterstützung des euro-atlantischen Kurses, territorialen Integrität und zu Reformen sowie zur Besorgnis über eine dauerhafte ,russische Aggression‘.“

Die russische Truppenpräsenz entlang der Grenze zur Ukraine ist nach Einschätzung der Nato und der USA noch immer signifikant hoch. „Wir haben eine gewisse Reduzierung der Zahl der russischen Truppen erlebt, aber Zehntausende bleiben, und wir sehen auch, dass Russland viele Waffen und Ausrüstung dagelassen hat“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der vergangenen Woche am Rande von Gesprächen mit den Verteidigungsministern der EU-Staaten in Brüssel. Insgesamt gebe es „heute viel mehr russische Truppen in und um die Ukraine als vor dem jüngsten Anstieg der Spannungen“.

Nach einem großen russischen Truppenaufmarsch entlang der Grenze zur Ukraine hatte es zuletzt international die Sorge gegeben, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine erneut eskalieren könnte. Moskau erklärte den jüngsten Truppenaufmarsch mit Militärmanövern. Vor rund zwei Wochen wurde angekündigt, dass beteiligte Soldaten wieder in ihre angestammten Militärbasen zurückkehren würden.

Russland hat für ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden Gespräche über Rüstungskontrolle und Sicherheitsfragen vorgeschlagen. Die Führung in Moskau warte aber noch immer auf eine Antwort aus Washington zu einem solchen Gipfeltreffen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag bei einer virtuellen UN-Konferenz über Abrüstung.

Beide Staatsoberhäupter hätten vereinbart, eine Diskussion über die strategische Stabilität bezüglich einer Reihe von Themen der Rüstungskontrolle und dringender Sicherheitsfragen zu prüfen, sagte der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Robert Wood, bei der Konferenz der Vereinten Nationen. „Sie sind dabei, diese Diskussionen vorzubereiten.“

Im Gespräch ist, dass Biden und Putin sich bereits im Juni treffen könnten. Es wäre die erste persönliche Begegnung der beiden Präsidenten. Eine endgültige Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Allerdings hat Putin bereits an einem Online-Klimagipfel Bidens teilgenommen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...