Politik

Geheim-Akte enthüllt: Während die Mittelschicht ärmer wird, zahlen Super-Reiche keine Steuern

Aus geheimen Daten der US-Steuerbehörde, die geleakt wurden, geht hervor, dass die Super-Reichen der USA massiv Steuerzahlungen vermeiden.
09.06.2021 17:37
Aktualisiert: 09.06.2021 17:37
Lesezeit: 1 min
Geheim-Akte enthüllt: Während die Mittelschicht ärmer wird, zahlen Super-Reiche keine Steuern
Die reichsten Menschen der Welt. (Screenshot)

„2007 zahlte Jeff Bezos, damals Multimilliardär und heute der reichste Mann der Welt, keinen Cent an Bundeseinkommensteuern. 2011 gelang ihm das Kunststück erneut. 2018 zahlte Tesla-Gründer Elon Musk, der zweitreichste Mensch der Welt, ebenfalls keine Bundeseinkommensteuern. Das ist Michael Bloomberg in den letzten Jahren gelungen. Der milliardenschwere Investor Carl Icahn hat es zweimal getan. George Soros zahlte drei Jahre in Folge keine Bundeseinkommensteuer“, berichtet die NGO „Pro Publica“ mit Sitz in New York. Die Organisation hat diesbezüglich zahlreiche Datensätze von der US-Steuerbehörde „Internal Revenue Service“ (IRS) zu den Steuererklärungen Tausender der reichsten Menschen des Landes aus mehr als 15 Jahren erhalten. Die Daten würden einen beispiellosen Einblick in das Finanzleben von Amerikas Titanen, darunter Warren Buffett, Bill Gates, Rupert Murdoch und Mark Zuckerberg bieten. Es zeige nicht nur ihr Einkommen und ihre Steuern, sondern auch ihre Investitionen, Aktiengeschäfte, Glücksspielgewinne und sogar die Ergebnisse von Audits. „Die Aufzeichnungen des IRS zeigen, dass die Reichsten – ganz legal – Einkommenssteuern zahlen können, die nur einen winzigen Bruchteil der Hunderte von Millionen, wenn nicht sogar Milliarden ausmachen, deren Vermögen jedes Jahr wächst (…) Wir haben verglichen, wie viel Steuern die 25 reichsten Amerikaner jedes Jahr zahlen, damit, wie viel Forbes Schätzungen zufolge ihr Vermögen im selben Zeitraum gewachsen ist. Die Ergebnisse sind krass. Laut Forbes stieg der Wert dieser 25 Personen von 2014 bis 2018 um insgesamt 401 Milliarden US-Dollar. Sie zahlten in diesen fünf Jahren insgesamt 13,6 Milliarden US-Dollar an Bundeseinkommensteuern, wie die IRS-Daten zeigen. Das ist eine schwindelerregende Summe, entspricht aber einem wahren Steuersatz von nur 3,4 Prozent. Ganz anders sieht es bei Amerikanern aus der Mittelschicht aus, zum Beispiel bei Arbeitern mit Anfang 40, die ein für ihr Alter typisches Vermögen angehäuft haben. Von 2014 bis 2018 stieg ihr Nettovermögen im Durchschnitt um etwa 65.000 US-Dollar nach Steuern, hauptsächlich aufgrund der Wertsteigerung ihrer Häuser. Aber weil der Großteil ihrer Einnahmen aus Gehältern bestand, beliefen sich ihre Steuerrechnungen in diesem Fünfjahreszeitraum auf fast 62.000 US-Dollar“, so „Pro Publica“. „The Visual Capitalist“ hat eine Zusammenstellung der reichsten Menschen der Welt 2021 veröffentlicht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...

DWN
Politik
Politik Subventionen für Europas Industrie: Deutschland und Frankreich uneins bei EU-Förderregeln
24.09.2026

Um der teuren Energie sowie dem Druck aus China und den USA zu trotzen, fordert die europäische Industrie staatliche Hilfen. Während...