Finanzen

EZB-Chefvolkswirt dämpft Erwartungen an September-Zinssitzung

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat Erwartungen am Finanzmarkt etwas gedämpft, die Euro-Notenbank werde voraussichtlich im September über die Zukunft ihrer billionenschweren Krisen-Anleihenkäufe entscheiden.
17.06.2021 10:51
Lesezeit: 1 min

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat Erwartungen am Finanzmarkt etwas gedämpft, die Euro-Notenbank werde voraussichtlich im September über die Zukunft ihrer billionenschweren Krisen-Anleihenkäufe entscheiden. Dann würden womöglich noch nicht alle erforderlichen Daten vorliegen, sagte Lane am Donnerstag Bloomberg TV. "Wir werden nicht notwendigerweise jedes Element an harten Daten besitzen, das man haben möchte, wann man in die September-Sitzung hinein geht." Die Krisen-Anleihenkäufe ("PEPP") sind insgesamt auf 1,85 Billionen Euro angelegt. PEPP ist zur Zeit eines der wichtigsten EZB-Instrumente zur Bekämpfung der Pandemiefolgen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch trotz ihrer weiterhin kräftigen Konjunkturhilfen erklärt, eine Abkehr vom Krisenmodus vorzubereiten. Eine Zinswende könnte schon 2023 statt 2024 kommen.

"September wird natürlich eine wichtige Sitzung sein, aber während des Herbstes wird eine Menge an Daten hereinkommen," sagte Lane. Es sei noch immer zu früh und unnötig, um über ein Ende der Krisen-Anleihenkäufe zu sprechen. PEPP soll nach derzeitigen Planungen noch bis mindestens Ende März 2022 laufen und in jedem Fall solange, bis die Krisephase vorüber ist. Am Finanzmarkt wird derzeit spekuliert, dass die Notenbank nach dem Sommer Hinweise zur Zukunft des Programms geben könnte.

Die Währungshüter hatten in den vergangenen Woche trotz der sich abschwächenden Pandemie und steigender Inflationszahlen beschlossen, an ihrem ultralockeren Kurs festzuhalten. So sollen die PEPP-Anleihenkäufe auch im nächsten Quartal deutlich umfangreicher ausfallen sollen als zum Jahresstart. Damit will die EZB dafür sorgen, dass die Finanzierungsbedingungen für Firmen, Staaten und Privathaushalte weiterhin günstig bleiben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Optische Komponenten für KI sind das nächste große Ding
07.09.2026

Der Druck auf höhere Zinsen wächst, während die Deutsche Bank Aktien gefunden hat, die vom nächsten Kapitel des Booms um künstliche...

DWN
Politik
Politik Sachsen-Anhalt zeigt Deutschlands gefährliche Spaltung
07.09.2026

Wenn Ostdeutsche massenhaft AfD wählen, zeigen sie ihren westlichen Eroberer-Cousins den Mittelfinger.

DWN
Technologie
Technologie Datenleck in Berliner Verwaltung: Scharfe Kritik an Krisenmanagement und Transparenz
07.09.2026

Nach dem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung üben Experten deutliche Kritik an der bisherigen Informationspolitik. Während die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tata-Motors-Aktie belastet: Sparkus lässt Jaguar Land Rover 4.000 Stellen streichen
07.09.2026

Europas Automobilindustrie kämpft gegen den Niedergang und setzt auf harte Reformen. Nun kündigt auch der britische Autobauer Jaguar Land...

DWN
Politik
Politik Absturz in Sachsen-Anhalt: Gerät Kanzler Merz jetzt ins Wanken?
07.09.2026

Nach der schmerzhaften Niederlage in Sachsen-Anhalt herrscht in den CDU-Gremien tiefste Katerstimmung. Der historische Stimmeneinbruch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Bank-Aktie stabil: Bank wendet Millionenforderung ab
07.09.2026

Die Deutsche Bank hat eine dreistellige Millionenklage eines ehemaligen Investmentbankers außergerichtlich beigelegt. Für Anleger der...

DWN
Politik
Politik Klage wegen Beihilfe zum Völkermord: Deutschland verteidigt sich vor UN-Gericht
07.09.2026

Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) pocht die Bundesrepublik darauf, dass ihre Waffenlieferungen an Israel vollumfänglich dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
07.09.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...