Politik

Axel Springer-Chef fordert antisemitische Mitarbeiter auf, sich einen neuen Job zu suchen

Der Vorsitzende des Axel Springer-Verlags, Mathias Döpfner, hat als Zeichen des Kampfs gegen Antisemitismus zu seinen Mitarbeitern gesagt: „Ich denke, und ich bin sehr offen zu Ihnen. Eine Person, die hier nach antisemitischen Demonstrationen eine Woche lang ein Problem damit hat, dass hier eine israelische Flagge gehisst wird, sollte sich einen neuen Job suchen.“
23.06.2021 16:58
Aktualisiert: 23.06.2021 16:58
Lesezeit: 1 min
Axel Springer-Chef fordert antisemitische Mitarbeiter auf, sich einen neuen Job zu suchen
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Die israelische Zeitung „Israel Hayom“ berichtet, dass der Vorsitzende des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner, während einer weltweiten Online-Konferenz mit Tausenden seiner Mitarbeiter klare Worte gegen den grassierenden Antisemitismus gefunden hat. Er sagte: „Ich denke, und ich bin hier sehr offen mit Ihnen, dass ein Mensch, der Probleme hat mit einer Israelflagge, die hier für eine Woche nach antisemitischen Demonstrationen angebracht worden ist, sich am besten nach einen neuen Job umsehen sollte.“

Mehr zum Thema: Genug ist genug: Wider den Antisemitismus auf Deutschlands Straßen

Die „Jerusalem Post“ zitiert Döpfner: „Nach diesen Wochen schrecklicher antisemitischer Demonstrationen haben wir in unserem Hauptquartier neben der Europaflagge und der deutschen Flagge [und] der Berliner Flagge gesagt, lasst uns eine Woche lang die israelische Flagge als Geste der Solidarität hissen.“

„Israel Hayom“ wörtlich: „Axel Springer wurde 1946 im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berlin gegründet. Mittlerweile ist es der größte digitale Verlag in Europa. Es besitzt Bild, Die Welt, Business Insider, Politico Europe und viele andere Nachrichtenmarken sowie Israels größte Rubriken-Website Yad2. ,Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel‘ wird auf seiner Website als einer der fünf wesentlichen Werte von Axel Springer aufgeführt. Die anderen wesentlichen Werte sind: Eintreten für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und ein vereintes Europa; Unterstützung der transatlantischen Allianz zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa; Engagement für eine freie und soziale Marktwirtschaft und die Ablehnung von politischem und religiösem Extremismus sowie jeglicher Art von Rassismus und sexueller Diskriminierung.“

Der erste Militärrabbiner der Bundeswehr, Zsolt Balla, sagte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2): „Ich denke, dass Antisemitismus und jede Art von Hass gegen Minderheiten eine Sache sind, die wir niemals für immer von unserer Gesellschaft eliminieren können.“

Die „Amadeu Antonio Stiftung“ reagiert auf den massiven Antisemitismus und stellt unter nichts-gegen-juden.de ein digitales Tool gegen den antisemitischen Hass im Netz vor – Mehr HIER.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie KI und digitale Steuerberatung: Der Gamechanger für den deutschen Mittelstand

Die Digitalisierung verändert die deutsche Wirtschaft in rasantem Tempo. Während große Unternehmen bereits seit Jahren auf...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hat Deutschland die Lösung für Europas Stromnetz-Krise gefunden?
03.06.2026

Deutschland erlebt einen Solarboom auf Dächern, Balkonen und Parkplätzen. Während Dänemark unter einem überlasteten Stromnetz leidet,...

DWN
Politik
Politik Großbritanniens EU-Rückkehr: Realistische Option oder politischer Wunschtraum?
03.06.2026

Erst galt der Brexit als endgültig, nun spricht ein Labour-Schwergewicht offen von Großbritanniens EU-Rückkehr. Hinter der neuen...

DWN
Politik
Politik Investitionen in die Energiewende: EU-Kommission will mehr Schulden erlauben
03.06.2026

Die EU-Kommission schlägt vor, dass Mitgliedsstaaten für den Wandel zu sauberer Energie mehr Schulden machen dürfen, ohne Strafverfahren...

DWN
Finanzen
Finanzen Steigende Arbeitslosigkeit: Bundesagentur für Arbeit steuert auf Milliardendefizit zu
03.06.2026

Die schwierige wirtschaftliche Lage und der schwache Arbeitsmarkt in Deutschland haben erhebliche Auswirkungen auf den Haushalt der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreis: China bremst, doch die nächste Preiswelle rollt an
03.06.2026

Chinas Ölimporte sind eingebrochen, doch Entwarnung am Ölmarkt wäre riskant. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, Washington...

DWN
Politik
Politik Vor Wirtschaftsforum: Selenskyj lobt Drohnenangriff auf Sankt Petersburg
03.06.2026

Russische Behörden haben ukrainische Angriffe gemeldet: Ukrainische Drohnen trafen auch Energie- und Militäranlagen in St. Petersburg....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Zölle: USA planen neue Zölle – Zwangsarbeit als Begründung
03.06.2026

Die umstrittene Zollpolitik der Trump-Regierung beschäftigt derzeit die Gerichte. Jetzt wird ein neues Argument für neue, zusätzliche...

DWN
Politik
Politik Weltbekannter Professor sieht gefährliche Veränderung bei Trump
03.06.2026

Francis Fukuyama sieht Trump politisch geschwächt, aber gerade deshalb gefährlich. Für Dänemark und Grönland könnte die nächste...