Politik

Tibetische Mönche in Geheimprozessen verurteilt, doch Merkel und die EU schweigen

Die Kommunistische Partei Chinas lässt tibetische Mönche in Geheimprozessen wegen unbekannter Straftaten verurteilen. Doch Kanzlerin Angela Merkel und die EU schweigen. Währenddessen droht der Mittelstand in Deutschland, zu Billigpreisen an China verschachert zu werden.
09.07.2021 12:53
Aktualisiert: 09.07.2021 12:53
Lesezeit: 2 min
Tibetische Mönche in Geheimprozessen verurteilt, doch Merkel und die EU schweigen
Tibetische Mönche stehen auf der Abschussliste der Kommunisten in China. (Foto: dpa) Foto: Narendra Shrestha

In China wurden vier Mönche aus Tibet zu insgesamt 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Weshalb sie angeklagt wurden, bleibt unbekannt. Der Prozess gegen die Mönche fand heimlich statt.

Human Rights Watch“ („HRW“) berichtet, dass die Mönche angeklagt wurden, nachdem die Polizei im Jahr 2019 ein verlorenes Telefon entdeckt hatte. Aus den Daten des Telefons ging hervor, dass einer der Mönche Nachrichten an im Exil lebende Mönche geschrieben hatte. „HRW“ führt in einem Bericht aus: „Die verfügbaren Informationen über den Fall Tengdro deuten stark darauf hin, dass die Angeklagten an keiner bedeutenden kriminellen Aktivität beteiligt waren, auch nicht nach chinesischem Recht (…) Die Tibeter kommunizieren routinemäßig mit Menschen in anderen Ländern per Telefon oder SMS. Das Senden von Geldern ins Ausland (…) wird wahrscheinlich [von der Regierung] überwacht, ist aber in China nicht illegal. Es sei denn, es umfasst eine bestimmte Straftat wie Betrug, Kontakt mit einer illegalen Organisation, Förderung von Separatismus oder Spionage. Doch in diesem Fall lag keiner dieser Tatbestände vor.“

Im Detail hatten die Mönche an ein Schwesterkloster in Nepal Hilfsgelder überwiesen. Bei Razzien gegen 20 Mönche sollen Fotos und/oder Texte im Zusammenhang mit dem Dalai Lama gefunden worden sein, berichtet „ABC News“.

China drang im Jahr 1950 in Tibet ein, um das Territorium der Tibeter zu erobern und einzuverleiben. Während die Tibeter sich von den Chinesen besetzt sehen, meint die Kommunistische Partei Chinas, dass es sich dabei um eine „friedliche Befreiung“ gehandelt habe. Tibet sei ein „integraler“ Bestandteil Chinas.

Es bleibt völlig unklar, warum Kanzlerin Angela Merkel, die Bundesregierung und die EU trotz der Vorkommnisse in China weiterhin schweigen. Wenn es um Ungarn, Polen oder andere Länder geht, beharren sie auf Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Doch wenn es um die Menschenrechts-Situation in China geht, stellt sich die EU blind.

Doch vielleicht liegt das auch daran, dass der deutsche Mittelstand und europäische KMU zunächst gezielt in die Insolvenz getrieben werden sollen, um sie anschließend an China zu verschachern (Mehr HIER). Die Chinesen haben offenbar nicht nur Unterstützer in Berlin und Brüssel, sondern auch in der Schweiz.

Denn seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum (WEF) unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive Einstellung zu China, das eine Symbiose aus Sozialismus, Kapitalismus, sozialer Kontrolle und Überwachung darstellt. Chinesische Medien meinen, dass das Forum weiterhin Nationen wie China, die sich bemühen, den „gemeinsamen Traum von Weltfrieden, Glück, Gerechtigkeit, Gleichheit und Liebe zu verwirklichen“, stärken werde (Mehr HIER).

Dann sollte China vielleicht im eigenen Land damit beginnen, „Glück, Gerechtigkeit, Gleichheit und Liebe zu verwirklichen“.

DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph hatte die Gefahr, die von China ausgeht, rechtzeitig erkannt, um sich mehrmals für eine konsequente westliche Eindämmungspolitik gegenüber dem Reich der Mitte auszusprechen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investoren verlieren Geduld: Merz-Beauftragter Blessing warnt vor Ernüchterung
15.06.2026

Deutschland gilt international weiterhin als verlässlicher und stabiler Standort. Dennoch wächst bei manchen Investoren die Skepsis...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft USA-Iran-Abkommen: Kommt jetzt die Entlastung bei den Spritpreisen?
15.06.2026

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für Aufmerksamkeit – auch an den Energiemärkten. Experten sehen Chancen auf...

DWN
Politik
Politik Ukraine entwickelt kostengünstige Alternative zu US-amerikanischen Patriot-Raketen
15.06.2026

Die Ukraine hat eine neue Luftabwehrrakete getestet, die eine kostengünstigere und für die Serienfertigung geeignete Alternative zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX, Anthropic und OpenAI in Ihrem ETF-Fonds? Vielleicht schneller, als Sie denken
15.06.2026

Während Tesla ein ganzes Jahrzehnt gebraucht hat, um in den S&P 500 und damit in passiv verwaltete ETF-Fonds aufgenommen zu werden,...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs steigt zeitweise über 25.000 Punkte: Iran-Abkommen und SpaceX-Erfolg treiben die Börsen an
15.06.2026

An den Börsen kehrt plötzlich Optimismus zurück: Sinkende Ölpreise, Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und ein spektakulärer...