Politik

Prozessauftakt im Vatikan nach verlustreichem Immobiliendeal

Vor Gericht im Vatikan müssen mehrere Männer und eine Frau sich ab Dienstag wegen eines verlustreichen Immobiliendeals verantworten.
27.07.2021 09:55
Aktualisiert: 27.07.2021 09:55
Lesezeit: 1 min
Prozessauftakt im Vatikan nach verlustreichem Immobiliendeal
Kardinal Angelo Becciu spricht mit Journalisten während einer Pressekonferenz in Rom. Im Vatikan beginnt am 27. Juli der größte Strafprozess in der jüngeren Geschichte des Kirchenstaats. (Foto: dpa) Foto: Gregorio Borgia

Vor Gericht im Vatikan müssen mehrere Männer und eine Frau sich ab Dienstag wegen eines verlustreichen Immobiliendeals verantworten. Auf der Anklagebank sitzt erstmals auch ein Kardinal. Die Justiz des Vatikans will ermitteln, welche Rolle die Beschuldigten bei dem Finanzskandal um eine Luxusimmobilie in London gespielt hatten. Mehrere Hundert Millionen Euro sollen damals für die Anschaffung, Provisionen und Deals geflossen sein. Den Personen aus Kirchen- und Laienämtern sowie der Finanzwelt werden unter anderem Amtsmissbrauch, Geldwäsche, Betrug, Unterschlagung und Korruption zur Last gelegt.

Der Strafprozess zählt zu den bislang größten im Vatikan. Zu den Angeklagten zählt auch der Kardinal Giovanni Angelo Becciu. Er war Stellvertreter im Staatssekretariat des Vatikans, das in die Sache verwickelt sein soll. Das Staatssekretariat, die zentrale Verwaltungsbehörde im Vatikan, tritt als Nebenkläger in dem Prozess auf. Becciu bestritt die Vorwürfe: „Ich bin das Opfer einer ausgeheckten Machenschaft zu meinem Schaden.“

Im Sommer 2019 war die Vatikanbank IOR bei finanziellen Aktivitäten misstrauisch geworden, die Behörden ermittelten. Papst Franziskus enthob Kardinal Becciu nach einem Verdacht auf finanzielle Unregelmäßigkeiten im Herbst aus seinen Ämtern. Als Konsequenz strukturierte er die Finanzströme um, übertrug die Aufgabe für Kapital- und Immobilienwerten an die Güterverwaltung Apsa und entzog dem Staatssekretariat damit wichtige Zuständigkeiten. Ein Aufreger in der Sache ist zudem der Vorwurf, dass Geld aus dem Peterspfennig, der einmal jährlich weltweit gesammelten Kollekte für den Vatikan, für die Deals verwendet wurde.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
07.10.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Finanzen
Finanzen Schwarzbuch 2026/27: Vom Rotlicht-Container zum Tapetenmuseum
07.10.2026

In diesem Jahr listet das "Schwarzbuch" wieder 100 Fälle auf, in denen öffentliche Gelder aus Sicht des Bundes der Steuerzahler...

DWN
Politik
Politik Klimaschutz in armen Ländern: Deutschland zahlt weniger
07.10.2026

Deutschland kürzt seine staatlichen Hilfen für den internationalen Klimaschutz deutlich und verfehlt ein selbst gestecktes Ziel. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Überblick: Das Geld kehrt zurück. Folgt jetzt ein starkes Jahresende?
07.10.2026

Nach kräftigen Zuflüssen in Bitcoin-ETF und einem starken dritten Quartal steigt die Hoffnung auf ein freundliches Jahresende am...

DWN
Finanzen
Finanzen Verkehrte Welt: Griechen lehren die Deutschen Reformen, griechische Börse renditestärker als deutsche
07.10.2026

Vor gut einem Jahrzehnt diskutierte Deutschland noch über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands. Heute wächst die griechische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Nasdaq und S&P 500 schließen auf Rekordhochs, Anleiherenditen geben nach
06.10.2026

Welche Kräfte die Märkte antreiben und warum bestimmte Sektoren jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Pest-Verdacht in Russland treibt meine Aktie plötzlich zweistellig nach oben
06.10.2026

Die Aktie, die ich vergangene Woche noch als obskur bezeichnet hatte, ist um fast 13 Prozent gestiegen.

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...