Deutschland

Deutsche Elektroindustrie auf der Überholspur

Die deutsche Elektroindustrie hat sich weitgehend von Corona erholt. Allerdings bleiben einige Sorgen bestehen, unter anderem wegen Materialmangels.
09.08.2021 10:43
Lesezeit: 1 min
Deutsche Elektroindustrie auf der Überholspur
Die Elektroindustrie ist in Deutschland die zweitgrößte Industriebranche nach dem Maschinen- und Anlagenbau. (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

Die deutsche Elektroindustrie arbeitet sich trotz Materialmangels und Lieferengpässen mit hohem Tempo aus dem Corona-Tief. So übertrafen die Bestellungen im Juni das Niveau des Vorjahresmonats um 23,8 Prozent. Auch die Halbjahresbilanz fiel positiv aus, wie der Branchenverband ZVEI am Montag in Frankfurt berichtete.

"Nachdem die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2020 pandemiebedingt um ein Zehntel geschrumpft waren, konnten sie in der ersten Hälfte dieses Jahres wieder um mehr als ein Viertel wachsen", berichtete ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen dabei um 32,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020, die Inlandsnachfrage zog um 21,3 Prozent an.

Die Produktion legte bereinigt um Preiserhöhungen in den ersten sechs Monaten um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Der Umsatz der Branche mit etwa 870.000 Beschäftigen erhöhte sich um 12,3 Prozent auf 96,7 Milliarden Euro.

Der ZVEI hatte zuletzt seine Produktionsprognose für das Gesamtjahr von plus fünf Prozent auf plus acht Prozent heraufgesetzt und sich zuversichtlich gezeigt, das Minus des vergangenen Jahres von sechs Prozent 2021 wieder einholen zu können.

Das Bild ist allerdings nicht ungetrübt. "Zwar berichtet nur noch ein Zehntel der Elektrofirmen über Auftragsmangel, demgegenüber bereiten Materialknappheiten und Lieferengpässe inzwischen vier von fünf Unternehmen Schwierigkeiten", sagte Gontermann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kraftstoffsteuer in Europa: Warum der Benzinpreis dauerhaft zu hoch ist
07.04.2026

Die Kraftstoffsteuer entwickelt sich zunehmend zum zentralen Kostenfaktor für Energie in Europa und verschärft den Druck auf Industrie...

DWN
Politik
Politik EU-Energieabhängigkeit: Weg von Putin, hinein in Trumps Einfluss
06.04.2026

Die EU hat ihre Abhängigkeit von russischer Energie in den vergangenen vier Jahren deutlich reduziert. Stattdessen ist eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der moderne CEO: Warum klassische Karrierewege nicht mehr ausreichen
06.04.2026

Immer mehr Vorstandschefs großer Konzerne werden ausgewechselt, während sich zugleich die Anforderungen an die Rolle deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung: Welche Hilfe das Finanzamt wirklich leisten darf
06.04.2026

Das Finanzamt gilt für viele als erste Anlaufstelle bei Steuerfragen. Doch nicht jede Antwort ist erlaubt oder verbindlich. Welche Hilfe...

DWN
Technologie
Technologie KI im E-Learning: Wie ChatGPT Kursanbieter entlarvt
06.04.2026

Was früher niemand las, prüft heute eine Maschine in Sekunden. Kunden lassen Verträge, E-Books und Onlinekurse von KI analysieren und...

DWN
Panorama
Panorama Die unsichtbaren Schatzkammern der Welt: 10 Rohstoffquellen unter dem Radar
06.04.2026

Rohstoffe sind zurück im Zentrum der Weltpolitik – doch die größten Konflikte entstehen nicht in Venezuela, Iran oder China. Tiefsee,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektrischer Mercedes GLC: Preise, Technik und Reichweite im Überblick
06.04.2026

Mit dem elektrischen GLC will Mercedes den Umstieg in die Elektromobilität attraktiver machen und kombiniert moderne Technik mit...

DWN
Politik
Politik AfD-Erfolg im Westen: Trotz Skandalen ist die Partei auf dem Vormarsch
06.04.2026

Trotz Vetternwirtschaftsdebatten, Extremismus-Vorwürfen und interner Konflikte gewinnt die AfD weiter an Zustimmung, auch im Westen. Das...