Finanzen

Die Verunsicherung steigt: US-Notenbanker uneins über Zukunft der Geldpolitik

Lesezeit: 2 min
18.08.2021 21:37  Aktualisiert: 18.08.2021 21:37
Aus dem Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Fed geht hervor, dass es Meinungsverschiedenheiten unter den Währungshütern gibt.
Die Verunsicherung steigt: US-Notenbanker uneins über Zukunft der Geldpolitik
Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), spricht vor einem Komitee im Senat. (Foto: dpa)
Foto: Rod Lamkey - Cnp

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Die Diskussionen innerhalb der Fed über ein baldiges Herunterfahren der umfangreichen Konjunkturhilfen nehmen zu. Das Beschäftigungsziel, das als Voraussetzung für eine Verringerung der Notenbank-Unterstützung gilt, könne aus Sicht der meisten Währungshüter dieses Jahr erreicht werden, hieß es im Protokoll der Juli-Zinssitzung, das die Federal Reserve am Mittwoch veröffentlichte. Bislang sei dies aber noch nicht der Fall. Deutlich wurden die Differenzen unter den Dollar-Wächtern. So merkten einige Notenbanker an, die Geldpolitik werde nach wie vor benötigt, um die coronabedingten Schäden auf dem US-Arbeitsmarkt zu beheben. Andere dagegen argumentierten, die Fed könne dazu nur wenig beitragen.

Die US-Notenbank hatte zwar auf der Juli-Sitzung den Leitzins weiterhin bei null bis 0,25 Prozent belassen und auch ihre Wertpapierkäufe von monatlich 120 Milliarden Dollar in vollem Umnfang beibehalten. Fed-Chef Jerome Powell hatte aber nach der Sitzung gesagt, die Währungshüter seien erstmals tief in die Materie eingestiegen, was Zeitplan, Tempo und Ausgestaltung einer möglichen Verringerung der massiven Konjunkturhilfen betreffe. Im Fachjargon wird zumeist von "tapering" gesprochen. Die Fed will an den Käufen solange nicht rütteln, bis aus ihrer Sicht erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind.

Laut den Protokollen waren die Währungshüter zum Abschluss des Treffens der Ansicht, dass sie trotz der Ausbreitung der Delta-Variante weiterhin Zuversicht in die Erholung der Wirtschaft hätten. Ungeachtet des Vorpreschens der Delta-Variante in den letzten Wochen blieb die US-Konjunktur zuletzt weitgehend in der Spur. Dies zeigte unter anderem eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. So entstanden im Juli 943.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, 5000 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 5,9 auf 5,4 Prozent im Juli. Der Rückgang fiel zudem stärker aus als erwartet worden war.

Die Inflation ist in den USA infolge der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise kräftig gestiegen und lag zuletzt deutlich über der angestrebten Preissteigerungsrate der Notenbank von zwei Prozent. Dies zeigte sich auch bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, bei denen Energie- und Nahrungsmittelkosten unberücksichtig bleiben. Diese Teuerungsrate, die von der Fed besonders beachtet wird, stieg im Juni binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent. Einige Währungshüter hatten daher bereits für eine rasche Beendigung der Notfall-Hilfen argumentiert. Analysten halten es für denkbar, dass die Fed bereits auf ihrer nächsten Zinssitzung am 21. und 22. September ihre Pläne für ein Abschmelzen der Anleihenkäufe bekanntgeben könnte.

Hinweise für das weitere Vorgehen der Notenbank könnte auch der Auftritt von Fed-Chef Powell auf der großen Geldpolitik-Konferenz in Jackson Hole in Wyoming am 26. bis 28. August liefern. Das Forum wurde in der Vergangenheit schon häufig für wichtige geldpolitische Signale genutzt.


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