Politik

Flüchtlings-Thematik wird Ausgang der Wahlen in Deutschland und Frankreich beeinflussen

Die aktuelle Flüchtlings-Debatte wird die Ausgänge der Bundestagswahl und der französischen Präsidentschaftswahl beeinflussen.
19.08.2021 11:13
Aktualisiert: 19.08.2021 11:13
Lesezeit: 1 min

Alberto-Horst Neidhardt, Analyst für Migrationspolitik beim Brüsseler Think Tank European Policy Centre (EPC), teilte dem US-Sender „CNBC“ mit, dass die aktuelle Flüchtlings-Problematik die Bundestagswahl – und wahrscheinlich auch die Präsidentschaftswahl in Frankreich – beeinflussen werde. Es gebe keine Zweifel daran, dass dieses Thema im Mittelpunkt der Bundestagswahl stehen werde.

„Es ist ein häufiger Reflex unter westeuropäischen Politikern, EU-weite Antworten auf die Migrationsherausforderung zu fordern. Aber ungeachtet der Ereignisse in Afghanistan wird eine wirklich europäische Lösung wahrscheinlich schwer fassbar bleiben. Die Kluft zwischen östlichen und westlichen Mitgliedstaaten in diesen Fragen ist einfach zu groß“, so Carsten Nickel, stellvertretender Forschungsdirektor des Beratungsunternehmens Teneo.

Die Türkei werde Shamaila Khan, Direktorin für Schwellenländeranleihen bei Alliance Bernstein, zufolge erneut eine wichtige diplomatische Rolle spielen müssen. „Der Türkei ist die Flüchtlingskrise nicht fremd (…) Erdoğan wird bei den Forderungen das Sagen haben. Nicht nur wegen der Flüchtlingsströme, sondern vor allem dann, wenn Erdoğan bei den Verhandlungen mit den Taliban eine Schlüsselrolle spielt. Er könnte Brücken zur internationalen Gemeinschaft aufbauen“, meint Khan.

Neidhardt meint, dass der EU-Türkei-Flüchtlingsdeal auf afghanische Flüchtlinge ausgeweitet werden könnte. Doch innerhalb der türkischen Bevölkerung ist die Aufnahmebereitschaft von neuen Flüchtlingen drastisch zurückgegangen.

„Die Aufnahme von Flüchtlingen ist zu einem wichtigen polarisierenden Faktor in der türkischen Gesellschaft geworden, der hauptsächlich durch die wirtschaftlichen Turbulenzen und die steigende Arbeitslosigkeit angeheizt wird (…) Die öffentliche Meinung der Türkei ist offen gegen weitere Einreisen, insbesondere aus Afghanistan. Die afghanische Kultur und Gebräuche unterscheiden sich deutlich von denen der Türkei“, sagt Wolfango Piccoli, Co-Präsident des Beratungsunternehmens Teneo.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Jared Kushner: Brisante Enthüllungen über Trumps Familienmacht
05.10.2026

Jared Kushner verhandelt im Namen der USA mit Russland, der Ukraine und anderen Staaten. Gleichzeitig verwaltet Trumps Schwiegersohn einen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: 5 Chip-Aktien, die Sie haben müssen – Bitcoin-Kurs mit großem Potenzial
05.10.2026

Der S&P 500 legt trotz höherer Zinsen und geopolitischer Spannungen weiter zu. Investoren hoffen auf eine historisch starke Schlussrallye...

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
05.10.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Saatgutproduzent Christopher Rudloff im Interview: „Wir können keine Sonderschichten fahren“
04.10.2026

Hitze erreicht die Bilanz von Saatgutproduzenten mit zwei Jahren Verzögerung. Christopher Rudloff führt die RUDLOFF GmbH in Sereetz bei...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienvermögen: Warum Erben Arbeit schlägt
04.10.2026

Deutschlands Wohlstandsversprechen gerät ins Wanken: Während Immobilien- und Erbschaftsvermögen immer wichtiger werden, lässt sich mit...

DWN
Politik
Politik Handwerkerbonus wird gekappt: Bis zu 300 Euro weniger – Fiskus profitiert
04.10.2026

Mehr Geld im Portemonnaie – das verspricht die Einkommensteuerreform 2027. Beim Handwerkerbonus passiert das Gegenteil: Statt 1.200 Euro...

DWN
Finanzen
Finanzen 800 Milliarden Dollar für KI: Was passiert mit der Börse, wenn das größte Technologierennen langsamer wird?
04.10.2026

Die größten US-Techkonzerne investieren in diesem Jahr fast 800 Milliarden Dollar, vor allem in Rechenzentren, Chips und Infrastruktur...

DWN
Politik
Politik „Auf dünnem Eis“: Weltenergie-Chef warnt, drei neue Schocks könnten Europas Preise in die Höhe treiben
04.10.2026

Europa könnte vor einem schwierigen Winter stehen. Nach Einschätzung von IEA-Chef Fatih Birol laufen gleich drei Faktoren aus, die die...