Wirtschaft

Auto-Chips werden teurer: Infineon kündigt Preiserhöhungen an

Infineon stimmt seine Kunden auf höhere Preise für Halbleiter ein.
20.08.2021 15:20
Aktualisiert: 20.08.2021 15:20
Lesezeit: 1 min

Infineon stimmt seine Kunden auf höhere Preise für Halbleiter ein. „Wir werden die Preise erhöhen oder haben sie schon erhöht“, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabbericht aus einem Podcast vom Freitag. Er begründete das mit gestiegenen Fertigungskosten. Der Halbleiterhersteller habe selbst mit höheren Kosten zu tun, weil er nicht alle Chips selbst fertige. „Diese Kosten müssen wir natürlich weitergeben“, sagte Ploss. Wie stark der Preisaufschlag ausfalle, ließ er offen.

Der Infineon-Chef sieht in den niedrigen Preisen für Chips einen der Gründe für die Knappheit bei den wichtigen Bauteilen, die insbesondere der Autobranche derzeit schwer zu schaffen macht. Bei manchen Bauelementen habe sich die Industrie daran gewöhnt, dass sie sie sehr billig kriegen, sagte er. „Wenn die Chips zu sehr niedrigen Preisen gehandelt werden, dann ist der Anreiz, mehr Kapazitäten zu schaffen, sehr gering.“

Die Autobranche kann wegen des Engpasses bei den Halbleitern vielerorts nach der Sommerpause die Produktion nicht so hochfahren wie geplant. Audi etwa meldete für Tausende Mitarbeiter Kurzarbeit an, auch beim Branchenprimus Toyota bleibt die Fertigung im September um 40 Prozent hinter dem Soll zurück. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht: Der Infineon-Chef geht davon aus, dass die Chipkrise bis ins Jahr 2022 andauern wird.

Der Münchner Halbleiterhersteller ist nicht das einzige Unternehmen, das die Preise erhöht: Die Erzeugerpreise in Deutschland stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli so stark wie seit 46 Jahren nicht mehr. 88 Prozent der Firmen haben mit höheren Einkaufspreisen zu kämpfen, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bei seiner jüngsten Umfrage unter fast 3000 Betrieben herausfand. Die Folge: Zwei Drittel sehen sich gezwungen, gestiegene Kosten an ihre Kunden weiterzugeben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
29.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bestattungshandwerk: Warum das Geschäft mit dem Tod wächst
29.10.2026

Rund eine Million Menschen starben 2024 in Deutschland – neun Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Davon profitiert das Bestattungshandwerk...

DWN
Panorama
Panorama Paul Klassen im Porträt: Vom Schweinestall zu Millionen auf dem Konto
29.10.2026

Paul Klassen baut Luxusautos für Kunden, denen selbst Rolls-Royce nicht exklusiv genug ist. Seine Fahrzeuge werden verlängert, gepanzert...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt im Plus – Fed lässt Leitzinsen unverändert
28.10.2026

Bewegte Märkte an der Wall Street: Welche Faktoren die aktuellen Börsenkurse steuern und was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: Streit um eidesstattliche Erklärung – Rücktrittsforderungen für Schulze
28.10.2026

Die Debatte über den Umgang mit der AfD wird zur Zerreißprobe für die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt: Aktueller Tiefpunkt ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...