Politik

Digital und global: Papst Franziskus fordert ein neues Wirtschaftssystem

Papst Franziskus ist ein vehementer Unterstützer des universellen Grundeinkommens. Dieses Einkommen wird nach seiner Einführung voraussichtlich digital ausgezahlt werden. Das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit soll verändert werden. Seine Gedanken harmonieren mit den Forderungen des Weltwirtschaftsforums.
20.08.2021 19:00
Aktualisiert: 20.08.2021 19:00
Lesezeit: 1 min
Digital und global: Papst Franziskus fordert ein neues Wirtschaftssystem
Papst Franziskus feiert eine Messe, in der er das Pallium, ein Gewand das das Amtsabzeichen des Papstes symbolisiert, an neue Metropoliten verleiht. (Foto: dpa)

Der Papst hatte im Pandemiejahr 2020 ein Buch unter dem Titel „Lasst uns träumen: Der Weg in eine bessere Zukunft“ veröffentlicht. Papst Franziskus wörtlich: „Die Anerkennung des gesellschaftlichen Werts der Arbeit von Nichtlernenden ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Umdenkens in der Welt nach Covid. Aus diesem Grund glaube ich, dass es an der Zeit ist, Konzepte wie das universelle Grundeinkommen (UBI) zu untersuchen, das auch als ,negative Einkommenssteuer‘ bezeichnet wird: eine bedingungslose Pauschalzahlung an alle Bürger, die über das Steuersystem verteilt werden könnte.“ Der Papst fordert zudem in Zusammenarbeit mit den Reichsten der Welt einen angeblichen „inklusiven Kapitalismus“.

Die „Union of Catholic Asian News“ (UCAN) bestätigt, dass Papst Franziskus, der kürzlich mit den einflussreichsten und reichsten Geschäftsleuten der Welt einen Pakt geschlossen hat, ebenfalls ein Unterstützer des UBI ist. „Papst Franziskus gehört zu den Ökonomen, Denkern und Milliardären der Welt, die das UBI unterstützen, um das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit zu verändern (…) Das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit kann nicht mehr dasselbe sein, wenn das UBI zu einer Politik wird, die jedem Erwachsenen - reich und arm, arbeitend und nicht arbeitend - ein regelmäßiges Einkommen durch den Staat verspricht.“

Das UBI soll nach den aktuellen Plänen digital ausgezahlt werden. Somit besteht die Gefahr, dass unter dem Vorwand der sogenannten Armutsbekämpfung das eigentliche Ziel stecken könnte, die Menschen über den Prozess der monetären Digitalisierung in Verbindung mit digitalen Gesundheitspässen einer totalen Kontrolle zu unterwerfen.

Dieses Projekt harmoniert mit dem Ansatz der Korporatokratie, bei dem Macht und Regierung von den Konzernen ausgehen wird: „Steigerung des Wohlstands für die Wenigen, wirtschaftliche Gleichheit unter reduzierten Bedingungen, einschließlich des universellen Grundeinkommens, für den Rest“ (HIER). In einer Korporatokratie ist kein Platz für kleine- und mittelständische Unternehmen.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) titelt in einem Beitrag: „Das universelle Grundeinkommen ist die Antwort auf die durch COVID-19 aufgedeckten Ungleichheiten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kik schließt 300 Filialen
24.03.2026

Der Discounter Kik schrumpft sein Filialnetz in Europa deutlich zusammen und streicht rund 300 Standorte. Hinter dem Rückzug steckt nicht...

DWN
Politik
Politik Familienversicherung vor dem Aus: Koalition will Ehepartner blechen lassen
24.03.2026

Die Bundesregierung prüft offenbar das Ende der kostenlosen Familienversicherung für Ehepartner – für Millionen Versicherte könnte es...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Deutsche Reeder schlagen Alarm wegen akuter Risiken für Seeleute
24.03.2026

Mitten im Iran-Krieg wächst die Unsicherheit für Reeder und Besatzungen auf hoher See. Der VDR warnt vor realen Gefahren, während immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölpreisschock und physikalische Grenzen am Ölmarkt: Iranisches und venezolanisches Öl sind nicht direkt austauschbar
24.03.2026

Die europäischen Staaten haben ihre Lieferquellen seit 2022 deutlich diversifiziert, weshalb Europa vor allem Preissteigerungen ausgesetzt...

DWN
Politik
Politik CDU und SPD vor Koalitionsgesprächen in Rheinland-Pfalz – Schweitzer und Schnieder starten Verhandlungen
23.03.2026

Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stehen CDU und SPD vor entscheidenden Gesprächen über eine mögliche Regierungsbildung. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Imperial Brands-Aktie: Schließung von Reemtsma-Werk – 600 Jobs betroffen
23.03.2026

Nach monatelangen Verhandlungen ohne Ergebnis steht fest: Ein bedeutendes Reemtsma-Werk wird geschlossen. Die Entscheidung von Imperial...

DWN
Finanzen
Finanzen Ein weiteres systemisches Risiko: Fed schlägt Senkung der Kapitalanforderungen für Banken vor
23.03.2026

Milliarden Dollar könnten für Kredite, Dividenden und Aktienrückkäufe freigesetzt werden. Kritiker warnen jedoch, dass niedrigere...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eli Lilly-Aktie: Dieser Wirkstoff könnte den Milliardenmarkt neu ordnen
23.03.2026

Ein neuer Wirkstoff von Eli Lilly sorgt für Unruhe im globalen Pharmamarkt. Retatrutid liefert Ergebnisse, die bisherige Medikamente klar...