Wirtschaft

Deutschland und USA verhandeln mit Ukraine wegen Nord Stream 2 über Hilfen

Deutschland und die USA haben am Montag mit der Ukraine über Zusicherungen diskutiert, damit das osteuropäische Land nicht durch die Gas-Pipeline Nord Stream 2 abgehängt wird.
23.08.2021 15:22
Lesezeit: 1 min

Deutschland und die USA haben am Montag mit der Ukraine über Zusicherungen diskutiert, damit das osteuropäische Land nicht durch die Gas-Pipeline Nord Stream 2 abgehängt wird. Mehrere Ideen seien besprochen worden, sagte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko in Kiew. Russisches Gas nach Deutschland wird künftig mit Nord Stream 2 verstärkt durch die Ostsee-Pipeline gepumpt. Die bisherige Route durch die Ukraine gibt dem Land ein Druckmittel gegenüber Russland und spült hohe Einnahmen in die Staatskasse. Russland dürfe Gas nicht als politische Waffe einsetzen, und der Transit durch die Ukraine müsse aufrechterhalten bleiben, zitiert Reuters Haluschtschenko.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der als deutscher Vertreter an den Beratungen teilnahm, stellte der Ukraine Hilfen in Aussicht, ohne jedoch konkret zu werden. „Wir wollen die grüne Transformation der Ukraine unterstützen.“ Hier sei eine enge Kooperation geplant, sagte der CDU-Politiker. Deutschland decke bereits 46 Prozent seines Stromverbrauchs mit erneuerbaren Energien ab. Viele deutsche Unternehmen könnten in der Ukraine investieren. Auch der Export von grünem Wasserstoff sei denkbar.

Altmaier hatte im Vorfeld des Treffens gesagt, er sei sich der strategischen Bedeutung von Nord Stream 2 bewusst und nehme die Sorgen der Ukraine sehr ernst. Das milliardenschwere Projekt steht kurz vor der Fertigstellung. Deutschland will sich dafür einsetzen, dass der russisch-ukrainische Transitvertrag über 2024 hinaus verlängert wird. Deutschland hat zudem die Zahlung von 175 Millionen Dollar in einen Fonds von insgesamt einer Milliarde Dollar zugesagt, der etwa die Wasserstoffproduktion in der Ukraine ausbauen soll.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj besucht. Sie sicherte ihm dabei weitere Hilfen zu. Zugleich äußerte Merkel Verständnis dafür, dass die ukrainische Führung keine Direktgespräche mit den pro-russischen Separatisten führen wolle, die die Donbass-Region im Osten des Landes kontrollieren. Deutschland werde die russische Annexion der Krim auch künftig nicht akzeptieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg setzt Märkte unter Druck: Warum Ölpreise steigen und Aktien fallen
31.03.2026

Ein Monat nach Beginn des Iran-Kriegs geraten Finanzmärkte, Aktien und Energiepreise weltweit unter spürbaren Druck. Welche konkreten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volkswagen Rüstungsindustrie: Warum der Autobauer auf Waffen setzt
31.03.2026

Volkswagen steht vor einem historischen Kurswechsel und prüft den Einstieg in die Rüstungsproduktion. Was als Rettung für Arbeitsplätze...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Syrische Fachkräfte: Stütze für den deutschen Arbeitsmarkt
31.03.2026

Syrer sind für Deutschland zum unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden. Laut Bundesagentur für Arbeit leisten bereits 320.000 syrische...

DWN
Panorama
Panorama Sparsames Osterfest: Fast jeder Zweite plant geringere Ausgaben
31.03.2026

Die Kauflaune der Deutschen erfährt zum Osterfest einen deutlichen Dämpfer. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage plant mit 40 Prozent ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Börsen geraten unter Druck: Welche Chancen Anleger jetzt nutzen können
31.03.2026

Geopolitische Spannungen belasten die US-Börsen und verschieben die Kräfteverhältnisse an den Finanzmärkten spürbar. Welche Dynamiken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ostdeutsche Wirtschaft tritt auf die Bremse: Geschäftsklima sinkt erneut
31.03.2026

Die konjunkturelle Stimmung in Ostdeutschland hat sich im März leicht eingetrübt. Laut aktuellen Daten des Ifo-Instituts Dresden sank der...

DWN
Politik
Politik Ost-West-Pipeline gewinnt an Bedeutung: Saudi-Arabien umgeht Straße von Hormus
31.03.2026

Saudi-Arabien erhöht mit der Ost-West-Pipeline seine Exportkapazität und umgeht damit gezielt die Straße von Hormus als geopolitisches...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenberg wächst: Bundeshaushalt verzeichnet Rekordplus an Krediten
31.03.2026

Deutschlands Staatsschulden sind im Jahr 2025 massiv um 144 Milliarden Euro angestiegen. Wie die Bundesbank mitteilt, ist dieser Zuwachs...