Deutschland

Siemens baut in Ägypten „Suez-Kanal auf Schienen“

Siemens hat mit Unterstützung der Bundesregierung in Ägypten einen Großauftrag an Land gezogen.
01.09.2021 13:29
Aktualisiert: 01.09.2021 13:29
Lesezeit: 1 min

Ein Konsortium unter der Führung von Siemens hat in Ägypten mit Unterstützung der Bundesregierung einen milliardenschweren Großauftrag an Land gezogen. Die Firmen sollen für 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) ein Bahnsystem für Hochgeschwindigkeits-Züge errichten, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Die Strecke solle vom Roten Meer bis zur Mittelmeerküste reichen. Die Siemens-Tochter Siemens Mobility bezifferte ihren Anteil auf rund drei Milliarden Dollar. Erste Züge sollen Mitte bis Ende 2023 ausgeliefert werden. Der Abschluss des gesamten Auftrags sei 2027 geplant.

Siemens-Konzernchef Roland Busch bezeichnete in einer Video-Konferenz mit Journalisten das Vorhaben als einen "Suez Kanal auf Schienen" für die Wirtschaft des Landes. Insgesamt gehe es um eine Strecke von 1800 Kilometern. Am Mittwoch seien die Verträge für einen ersten Teilabschnitt von 660 Kilometern unterzeichnet worden. Allein hierfür erwarten die Planer jährlich über 30 Millionen Fahrgäste. Die Reisezeit werde um etwa die Hälfte verkürzt. "Das wird den Alltag von Millionen Ägyptern verbessern." Bei einem Projekt dieser Größenordnung gehe es nicht ohne Unterstützung von der Politik. "Ich möchte mich ganz herzlich für die aktive und hervorragende Unterstützung durch die Bundesregierung und uns bei der Bundeskanzlerin insbesondere bedanken", betonte Busch.

Das Konsortium werde vor Ort mehr als 15.000 Arbeitsplätze schaffen, erklärte der Manager. Die Hälfte der Wertschöpfung kommt dem Konzern zufolge aus Deutschland. Siemens Mobility errichte in Ägypten die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke des Landes mit elektrifiziertem Passagier- und Güterverkehr, erläuterte Siemens Mobility-Chef Michael Peter. Gemeinsam mit den Partnerunternehmen Orascom Construction S.A.E. und The Arab Contractors werde Siemens Mobility die schlüsselfertige Entwicklung inklusive Design, Installation und Inbetriebnahme sowie Wartungsservices über einen Zeitraum von 15 Jahren übernehmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis bei 10.000 US-Dollar? Warum Analysten einen historischen Durchbruch erwarten

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen, doch die aktuelle Debatte wirkt anders. Steigende globale Verschuldung, anhaltende Inflation und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunkturausblick für Deutschland: Bundesregierung reduziert Wachstumsprognose
28.01.2026

Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose und passt den wirtschaftspolitischen Kurs an. Welche Folgen hat der Beschluss für...

DWN
Finanzen
Finanzen Gehaltsverhandlung: Tipps für mehr Gehalt in schwierigen Zeiten – der 7-Punkte-Plan zur Gehaltserhöhung
28.01.2026

Inflation, Unsicherheit, Sparkurs: Viele Beschäftigte zögern mit der Gehaltsverhandlung. Doch gerade jetzt kann der richtige Ansatz den...

DWN
Finanzen
Finanzen Bafin warnt: Risiko für Marktverwerfungen steigt
28.01.2026

Droht ein Kursrutsch an den Aktienmärkten? Die Finanzaufsicht sieht reichlich Risiken und warnt: Ein Härtetest werde wahrscheinlicher.

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher
28.01.2026

Sind die riesigen deutschen Goldreserven in New York noch sicher? Mit dem Vorgehen von Donald Trump gegen Grönland und enge...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Trump treibt Gold-Rallye weiter an – sind bald schon 6.000 Dollar möglich?
28.01.2026

Der Goldmarkt erlebt derzeit eine historische Ausnahmesituation: Ein neues Goldpreis-Rekordhoch folgt dem nächsten. Trumps...

DWN
Immobilien
Immobilien Baukrise: DIW erwartet Wende am Bau - Hoffnung für Wohnungssuchende
28.01.2026

Höhere Zinsen, gestiegene Kosten: Bauherren haben schwierige Zeiten hinter sich. Nun soll es am Bau wieder aufwärtsgehen, dank...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumklima: Kauflaune steigt, aber Unsicherheiten bleiben
28.01.2026

Mehr Geld im Portemonnaie und weniger Angst vor steigenden Preisen: Die Konsumstimmung hellt sich auf. Wie Experten das einschätzen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rote Zahlen: Wacker Chemie meldet Rekordverlust von 800 Millionen Euro
28.01.2026

Wacker zählt zu den Vorzeigeunternehmen der deutschen Chemiebranche - und befindet sich in der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten.