Deutschland

Flutopfer verzweifelt: Diese Menschen im Ahrtal benötigen Ihre Hilfe

Die Menschen im Ahrtal sind verzweifelt. Staatliche Hilfsgelder fließen zu langsam und Versicherungen wollen für die Schäden nicht aufkommen. Eine Familie aus dem Ahrtal hat es besonders hart getroffen. Sie benötigt die Hilfe der Bundesbürger. Im Ahrtal – und nicht in Berlin – sollte die Bundestagswahl entschieden werden.
15.09.2021 13:33
Lesezeit: 3 min
Flutopfer verzweifelt: Diese Menschen im Ahrtal benötigen Ihre Hilfe
Georg Neiss und seine Familie. (Foto: Facebook/Hotel-Garni Lindenmühle)

In der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 haben die Inhaber des Hotel-Garni Lindenmühle nahezu alles verloren. Auf die Versicherung kann die Familie (2 Erwachsene und zwei Kinder), die das Hotel betreibt, nicht setzen.

Über Facebook teilt die Ehefrau des Hotelbesitzers mit: „Nach dem Tod vom Vater meines Ehemannes, der das Hotel bis zu seinem Lebensende aufgebaut und geleitet hat, haben wir bei einem Versicherungsmakler ein Rundum Sorglospaket abgeschlossen. Der Versicherungsvertreter versprach uns, wir wären Elementar versichert. Also haben wir uns keine Sorgen gemacht. Dann kamen in der Nachbarschaft die ersten Versichungsvertreter um die Schäden zu begutachten, nur zu uns kam Niemand. Da haben wir bei der Versicherung angerufen und erfahren, das wir zwar eine Elementarversicherung haben. Im Kleingedruckten stand dann aber: nur nicht gegen Flut, Hochwasser, Starkregen etc. Finanziell sind wir als Unternehmer, als Arbeitgeber und als Privatmensch ruiniert, da die Versicherung nicht zahlt. Unsere Ersparnisse sind wegen der 7-Monate-Coronazeit aufgebraucht. Wir sind am Ende.“

Ein Aufruf der Familie kann auf Facebook abgerufen werden. Der Aufruf wird unkommentiert wiedergegeben:

„Verehrte Gäste, wir brauchen Eure Hilfe!!!

Wir ( 2 Erwachsene und 2 Kinder ) haben in der Unglücksnacht vom 14.07. auf den 15.07.2021 unseren

Hotelbetrieb und unser Zuhause verloren.

Als wir nach der Evakuierung zurück kamen hat uns der Schlag getroffen!!

Alles war zerstört, egal wo wir hingesehen haben.

Unsere Träume, unsere Zukunft -vernichtet-.

Nach dem Tod vom Vater meines Ehemannes, der das Hotel bis zu seinem Lebensende aufgebaut und geleitet hat, haben wir bei einem

Versicherungsmakler ein Rundum Sorglospaket abgeschlossen. Der Versicherungsvertreter verspach uns, wir wären Elementar versichert. Also haben wir uns keine Sorgen

gemacht.

Dann kamen in der Nachbarschaft die ersten Versichungsvertreter um die Schäden zu begutachten, nur zu uns kam Niemand.

Da haben wir bei der Versicherung angerufen und erfahren, das wir zwar eine Elementarversicherung haben. Im Kleingedruckten stand dann aber: nur nicht gegen Flut, Hochwasser, Starkregen etc.

Finanziell sind wir als Unternehmer, als Arbeitgeber und als Privatmensch ruiniert, da die Versicherung nicht zahlt.

Unsere Ersparnisse sind wegen der 7-Monate-Coronazeit aufgebraucht.

Wir sind am Ende.

Das Hochwasser hat innerhalb von ca. 30 Minuten das gesamte Erdgeschoß, die Kellerräume des Hotels und unser Zuhause auf eine Bodenhöhe ca. 1,80 m unter Wasser gesetzt.

Das Wasser hat die Reception, das Büro, 3 Frühstücksräume, 3 Hotelzimmer, die Hotelflure, die GastroKüche und 3 Lagerräume überflutet.

Die Zerstörungswut hat keine Grenzen gekannt. Alles wurde durcheinander gewirbelt.

Der große Küchenblock wurde einfach vom Sockel gehoben, die schweren Kühlschränke umgeworfen. Der Parkettboden vom hinteren Frühstücksraum schwamm ca. 40cm über den Boden. Alles an IT im Büro wurde zerstört.

Im August 2011 haben wir die alte Ergeschoßwohnung der Eltern meines Ehemannes liebevoll umgebaut und renoviert, damit unsere Kinder ein schönes Heim

haben. Den Garten schön gestaltet.

Alles ist den Fluten zum Opfer gefallen. Unser Hund wurde mit den Schlafzimmermöbeln und dem Fensterrahmen durch das Fenster gespüht. Wir haben ihn dann fast ertrunken mehrere Straßen weiter gefunden. Er lag hinter einer Mülltonne

total verängstigt und am zittern.

Viele Erinnerungsstücke, wie Fotos oder Andenken sind für immer verloren.

Unsere Autos und alle anderen Fahrzeuge sind für immer abgesoffen.

Der große Garten für die Hotelgäste mit Getränkeblockhaus und unser Hotelgarten mit Fischteich wurde völlig mit giftigem Schlamm bedeckt. Das Blockhaus wurde weggerissen und das Dach hat unsere Doppelgarage stark beschädigt.

Wir wurden nicht gewarnt!!! Vieles hätten wir in Sicherheit bringen können, wenn wir gewarnt worden wären.

So ist alles, was drei Generationen aufgebaut haben, vernichtet.

Unsere langjährigen Angestellten mussten wir kurzfristig entlassen.

Wir führen den Hotelbetrieb mit der Familie weiter, so gut es eben geht.

Wir vermieten Zimmmer, ohne warmes Wasser, ohne Frühstücksmöglichkeiten oder sonst irgendeinen üblichen Service mit entsprechenden Abstrichen bei den Zimmerpreisen.

Aber wir müssen und werden weitermachen, damit wir das Nötigste für die Familie fianzieren können.

Unsere Kinder, denen wir eigentlich ein gut geführtes Hotel übergeben wollten, wenn sie ihre Hotellehren abgeschlossen haben, haben diese Lehren unterbrochen um uns bei den dringensten Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Aber auch für sie gibt es hier keine Zukunft mehr, wenn wir keine finanzielle Unterstützung erhalten.

Wir haben in der Coronazeit sehr viel Geld in die Renovierung des Gebäudes gesteckt. Damit sind wir auch bei dem Ausschöpfen unseres Kreditrahmens am Ende.

Ja, wir würden gerne alles wieder aufbauen. Für uns, für unsere Angestelten und für unsere Kinder und zum Wohl unserer Gäste.

Aber der Finanzbedarf erstreckt sich auf einen geschätzten Betrag zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Euro.

In der Anlage finden Sie einige Bilder, die den aktuellen Zustand unseres Hotels nach dem Hochwasser zeigen.

Den ursprünglichen Zustand zeigt ihnen unsere Hotelwebsite www.hotel-lindenmuehle.de oder über booking.com.

Wir brauchen dringend Ihre Unterstützung.

Bitte helfen Sie uns.

Kreissparkasse Ahrweiler

DE37 5775 1310 0000 8028 35

MALADE51AHR

Hotel Garni Lindenmühle

Georg Neiss

Am Mühlenteich 7

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Fon: +49 2641 34353

info@hotel-lindenmuehle.de

www.hotel-lindenmuehle.de

St.-Nr. 01/121/3328/1

Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler“

Die Mühlen der Politik mahlen leider zu langsam. Es ist angebracht, dass sich zivilgesellschaftliche Strukturen herausbilden, um möglichst schnell und autonom auf Katastrophen und Krisen reagieren zu können.

Im Ahrtal – und nicht in Berlin – sollte die Bundestagswahl 2021 entschieden werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...

DWN
Panorama
Panorama Volvo ebenso verdächtig wie BYD: Polnisches Militär verhängt Verbot für Friedhofsparkplätze
31.10.2026

Das Militär führt Einschränkungen für Autofahrer ein, die rund um Allerheiligen den Parkplatz am Osobowicki-Friedhof in Breslau nutzen...