Finanzen

Deutsche Industrie lässt Dax einbrechen - nachmittags US-Konjunkturdaten

Gestern sah alles noch ganz gut aus. Die Märkte schienen auf dem Weg der Erholung. Doch dann kam eine negative Nachricht aus Deutschland
06.10.2021 10:44
Aktualisiert: 06.10.2021 10:44
Lesezeit: 1 min
Deutsche Industrie lässt Dax einbrechen - nachmittags US-Konjunkturdaten
Nachmittags gibt es wichtige Informationen für Anleger russischer Aktien. (Foto: dpa)

Der Dax hat bis 11 Uhr 1,8 Prozent auf 14.928 Punkte verloren und ist damit unter die Marke von 15.000 gerutscht. Die vorsichtige Erholung, die sich noch gestern angedeutet hat, ist auf diese Weise erstmal kein Thema mehr an den Märkten. „Alle sind nervös“, sagte ein Händler.

Die Anleger wurden von der negativen Entwicklung in der deutschen Industrie im August überrascht. Die Unternehmen, die 7,7 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat erhielten, mussten einen unerwarteten Auftragseinbruch erleiden. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Das war der größte Rückgang seit April 2020, als die Corona-Krise für eine Nachfrageflaute sorgte.

Um 12 Uhr MEZ wird die Entwicklung der Hypotheken-Anträge in den USA veröffentlicht. Es geht um die vergangene Woche vom 27. September bis zum 1. Oktober. Dies ist ein Wachstumsindikator für den Immobilienmarkt. In der Vorwoche hat es einen Rückgang um 1,1 Prozent gegeben. Darüber hinaus werden um 14.15 Uhr MEZ Statistiken über die Erwerbstätigen veröffentlicht. Die Verantwortlichen beschäftigten sich ebenso mit der vergangenen Woche. Die Ökonomen gehen von 428.000 aus, während sieben Tage zuvor die Zahl noch bei 374.000 gelegen hat.

Diese Arbeitsmarktdaten ist ein erster kleiner Vorgeschmack auf die großen Veröffentlichungen von Zahlen zu dem Thema, die am kommenden Freitag über die Bühne geht. Die Marktteilnehmer rechnen damit, dass diese Statistiken für den weiteren Verlauf der Börsen wichtig sind.

Für Anleger, die sich auf russische Aktien konzentrieren, gibt es um 17 Uhr bedeutende Informationen. Denn dann wird Moskau erklären, wie sich die Inflationsrate im September in Russland entwickelt hat. Die Fachleute gehen von sieben Prozent aus. Im Vormonat hatte die Quote noch bei 6,7 Prozent gelegen. Die Entwicklung der Preisteuerung ist für alle internationalen Märkte wichtig und entscheidend für die Geldpolitik der Zentralbanken.

In Deutschland hingegen bleibt erstmal abzuwarten, wie sich die Märkte entwickeln. Die Nervosität der Anleger wird an der gestrigen Performance des Dax ersichtlich. So hat das deutsche Leitbarometer ein Plus von 1,1 Prozent auf 15.194 Punkte verzeichnet. Diejenige Aktie, die sich am besten entwickelt hat, war Infineon, das 4,9 Prozent auf 35,60 Euro gewann. Das Unternehmen erfreute die Anleger mit einem positiven Ausblick. Umsatz und Ergebnisse dürften auch im kommenden Jahr ansteigen. Die Ziele waren besser ausgefallen, als es die Analysten erwartet hatten.

Doch gab es auch Verlierer: Covestro verlor ein Prozent auf 57,34 Euro, während Bayer mit einem Abschlag von einem Prozent auf 46,17 Euro aus dem Rennen ging. Dahinter folge Fresenius, das einen Verlust von 0,8 Prozent auf 40,38 Euro verbuchte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte: Wall Street uneinheitlich vor Beginn der Berichtssaison
12.10.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren und Quartalszahlen die Märkte aktuell bewegen.

DWN
Politik
Politik Kritische Rohstoffe: EU startet 46 neue Projekte, doch die alten scheitern
12.10.2026

Europa will sich aus Chinas Rohstoffklammer befreien. Dafür bringt Brüssel 46 neue strategische Projekte auf den Weg, die Investitionen...

DWN
Politik
Politik Putin ist erfolgreicher, als uns lieb sein kann: Analyst weist auf großen Fehler der NATO hin
12.10.2026

Sabotage, Drohnen und Angriffe auf Infrastruktur: Nach Einschätzung des Russland-Experten Mason Clark verfolgt der Kreml damit ein...

DWN
Politik
Politik Er verlor den Kampf um die Macht gegen Trump und Vance: Jetzt warnt er seine Partei
12.10.2026

Tim Walz hat die Niederlage von 2024 noch nicht abgehakt. Im Interview erklärt der frühere Vizepräsidentschaftskandidat, warum die...

DWN
Finanzen
Finanzen McDonalds-Aktie: Ausverkauf an der Börse – haben die Anleger die Burger satt?
12.10.2026

Die McDonalds-Aktie ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen und hat innerhalb von neun Monaten fast ein Drittel ihres...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Handelskompromiss mit China: Was der Deal Deutschland bringt
12.10.2026

Nach wochenlangen Spannungen haben sich die Europäische Union und China auf erste konkrete Schritte zur Entschärfung ihres...

DWN
Politik
Politik Trumps überraschende Entscheidung, russischen Kraftstoff in die USA zu importieren, sorgt weltweit für Aufsehen
12.10.2026

Donald Trumps Vereinbarung mit Russland zeigt den wachsenden Druck, die Kraftstoffpreise zu senken, und markiert einen deutlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht
12.10.2026

Die chinesische Zentralbank ist auf dem besten Weg, bei den Goldreserven an den Zentralbanken Frankreichs und Italiens vorbeizuziehen. Nach...