Deutschland

Energiewirtschaft begrüßt Ergebnisse der Ampel-Sondierung

Die deutsche Stromlobby sieht viel Positives in den Ergebnissen der Ampel-Sondierung. Die teuren CO2-Rechte machten den Kohleausstieg bis 2030 durchaus realistisch.
18.10.2021 16:05
Lesezeit: 1 min

Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und FDP sind in der Energiewirtschaft auf ein positives Echo gestoßen. Angesichts der deutlich gestiegenen Preise für Verschmutzungsrechte sei eine schnellere Stilllegung von Kohlekraftwerken möglich, erklärte der Energiekonzern EnBW am Montag. "Daher erscheint das Datum 2030 nicht unrealistisch."

Neben einem massiven und deutlich schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netze müssten dann aber neue Gaskraftwerke gebaut werden, die einspringen, wenn Wind und Sonne den Bedarf nicht decken könnten. Später könnten diese Kraftwerke mit grünem Wasserstoff oder CO2-freien Gasen betrieben werden – wenn ausreichende Mengen zu Verfügung stehen.

Die Ampelparteien hatten sich für einen Kohleausstieg vor 2038 ausgesprochen. Dazu müsse der Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch beschleunigt werden, ebenso die Planungs- und Genehmigungsverfahren.

In den Sondierungs-Vereinbarungen seien viele wichtige Vorhaben genannt worden, sagte die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae. Hierzu gehörten eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, mehr Flächen für Erneuerbare Energien oder die Abschaffung der Ökostromumlage.

Zu begrüßen sei auch die Feststellung, dass der Kohleausstieg nur mit einem ausreichenden Ausbau von Erneuerbaren und auch Gaskraftwerken gelingen könne, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Ähnlich äußerte sich der Energiekonzern RWE. Viele inhaltliche Vorstellungen wie den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Zubau von Gasanlagen für Versorgungssicherheit halte der Versorger für richtig. Das Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden sollen, begrüße RWE ausdrücklich.

Zum Thema "Kohleausstieg 2030" habe der Konzern bereits erklärt, dass dieser machbar sei, wenn das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gewaltig erhöht und viele zusätzliche Gaskraftwerke gebaut werden. "Nur abschalten hingegen wäre eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland."

Mehr zum Thema: Investor Enkraft fordert von RWE schnelleren Kohleausstieg

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerk wird teurer: Steigende Kosten treffen bald auch die Kunden
05.11.2026

Energie, Baustoffe, Löhne – die Kostenbelastung im Handwerk wächst und treibt die Preise nach oben. Warum der Aufschwung in der...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
05.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Panorama
Panorama Schuljahr 2025/2026: Weniger Erstklässler in Deutschland
05.11.2026

Rund 811.200 Kinder wurden im vergangenen Jahr eingeschult – etwa zwei Prozent weniger als Jahr zuvor. Was die Statistik außerdem über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Luxusyachten im Stau: Liegeplätze werden zum Milliardenmarkt
05.11.2026

Luxus auf hoher See, Parkplatznot im Hafen: Immer mehr Millionäre kaufen sich eine Yacht, doch die Zahl der Liegeplätze wächst kaum. Im...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...