Unternehmen

Investor Enkraft fordert von RWE schnelleren Kohleausstieg

Der Investor Enkraft Capital hat den Energiekonzern RWE vor dem Hintergrund der Ampel-Verhandlungen zu mehr Tempo beim Kohleausstieg aufgefordert. Zu gefährlich seien drohende politische Eingriffe.
18.10.2021 14:55
Lesezeit: 1 min

Der aktivistische Investor Enkraft Capital hat den Energiekonzern RWE vor dem Hintergrund der Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und FDP zu mehr Tempo beim Kohleausstieg aufgefordert. "In Deutschland gibt es einen klaren politischen und gesellschaftlichen Konsens, dass der Braunkohleausstieg beschleunigt werden muss. Der Vorstand der RWE scheint der Dynamik immer noch hinterher zu hängen", sagte Enkraft-Geschäftsführer Benedikt Kormaier am Montag. RWE sei jetzt am Zug, Vorschläge zu machen, wie man das Ziel eines möglichst schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung realisieren könne.

Die Ampelparteien hatten sich in ihrem Sondierungspapier für einen Kohleausstieg vor 2038 ausgesprochen. "Zur Einhaltung der Klimaschutzziele ist auch ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung nötig. Idealerweise gelingt das schon bis 2030", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Papier. Dazu müsse der Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch beschleunigt werden, ebenso die Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Es sei gut, dass die Parteien die drängenden Aufgaben entschlossen und rasch angehen wollten, erklärte RWE. Viele inhaltliche Vorstellungen wie den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Zubau von Gasanlagen für Versorgungssicherheit halte der Versorger für richtig. Das Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden sollen, begrüße RWE ausdrücklich. "Jetzt gilt es abzuwarten, welche weiteren Konkretisierungen sich aus den Koalitionsverhandlungen ergeben."

Zum Thema "Kohleausstieg 2030" habe der Konzern bereits erklärt, dass dieser machbar sei, wenn das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gewaltig erhöht und viele zusätzliche Gaskraftwerke gebaut werden. "Nur abschalten hingegen wäre eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland."

Enkraft sieht RWE in der derzeitigen Struktur mitsamt der Braunkohle für unterbewertet. "Aus Unternehmenssicht und Wertgesichtspunkten macht ein schneller Ausstieg viel Sinn. Eine rein auf Erneuerbare Energien fokussierte RWE wird deutlich höher bewertet werden als das Unternehmen in der jetzigen Struktur." Enkraft schlug als Lösung vor: "Am Ende könnten Bund und Länder direkt oder über eine Stiftung die Kontrolle über die Restaktivitäten und die Renaturierungen übernehmen, und damit Versorgung sichern aber auch den Fahrplan der Einstellung der Kohleverstromung kontrollieren.

Enkraft hatte sich im September bereits zu Wort gemeldet, nachdem der Investor mit mehr als 500.000 Aktien bei RWE eingestiegen war. Mit seiner Forderung nach einer schnellen Abtrennung der Braunkohle-Aktivitäten hatte er Zuspruch von weiteren RWE-Investoren erhalten.

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