Finanzen

Ankündigung zur Drosselung der US-Anleihekäufe dämpft Kauflaune an Börsen

Aussagen des US-Notenbankchef Jerome Powell zur nahenden Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe dämpften die Kauflaune am Freitag allerdings etwas. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 konnten ihre anfänglichen Rekordhochs von 35.765,02 beziehungsweise 4559,67 Punkten nicht halten und notierten zuletzt kaum verändert bei 35.620 beziehungsweise 4537 Zählern.
22.10.2021 18:58
Aktualisiert: 22.10.2021 18:58
Lesezeit: 2 min
Ankündigung zur Drosselung der US-Anleihekäufe dämpft Kauflaune an Börsen
Die Fed führt zum Stimmungsumschwung an den Börsen. (Foto: dpa) Foto: Justin Lane

Unter dem Strich ermutigende Firmenbilanzen halten die Kurse an der Wall Street hoch. Aussagen des US-Notenbankchef Jerome Powell zur nahenden Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe dämpften die Kauflaune am Freitag allerdings etwas. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 konnten ihre anfänglichen Rekordhochs von 35.765,02 beziehungsweise 4559,67 Punkten nicht halten und notierten zuletzt kaum verändert bei 35.620 beziehungsweise 4537 Zählern. Enttäuschende Zahlen von Intel und Snap drückten den Technologie-Index Nasdaq ein Prozent ins Minus.

Mehr zum Thema: Ein großer Mega-Crash kommt: Finanzexperte rät zu Warren Buffetts Regel Nummer 1

Powell sieht die Zeit für das sogenannte Tapering gekommen, das kontrollierte Zurückfahren der Fed-Käufe. Für Zinserhöhungen sei es allerdings noch zu früh. Bislang hätten sich Anleger von derartigen Äußerungen kaum beeindrucken lassen, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. „Vor dem Hintergrund der Kursrekorde reagieren sie nun etwas sensibler auf solche Nachrichten.“

Auf die Stimmung schlug außerdem die Warnung von Intel vor Gewinnmargen unter den bisherigen Erwartungen. Die Aktien des Chip-Herstellers verbuchten mit einem Minus von zeitweise fast zwölf Prozent den größten Kursrutsch seit einem Jahr. Die Papiere von Snap brachen sogar um bis zu 25,6 Prozent ein, so stark wie noch nie. Der Snapchat-Betreiber hatte ein enttäuschendes Quartalsergebnis vorgelegt und vor weiteren Einbußen bei den Werbeeinnahmen gewarnt. Im Sog von Snap fielen die Aktien von Twitter, Facebook und der Google-Mutter Alphabet um bis zu sechs Prozent.

Mehr zum Thema: Wenn die US-Notenbank im November die Anleihekäufe drosselt, wird der Goldpreis steigen

„Diese Woche hat uns gelehrt, dass Anleger sich von erfüllten Erwartungen und bekräftigten Prognosen ermutigt fühlen“, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. „Wenn sie jedoch enttäuschen oder ihre Ziele senken, zahlen sie dafür eventuell einen hohen Preis.“

Positiv überraschte unter anderem American Express. Der Kreditkarten-Anbieter steigerte Umsatz und Gewinn im Quartal überraschend stark. Die Aktie stieg daraufhin um bis zu 5,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 187,17 Dollar.

Den Titeln von Seagate winkte dank eines Quartalsergebnisses über Markterwartungen mit einem Plus bis zu gut acht Prozent der größte Tagesgewinn seit einem halben Jahr. Der Festplatten-Hersteller machte bei einem Umsatz von 3,12 Milliarden Dollar einen Gewinn von 2,35 Dollar je Aktie und hob seine Gesamtjahresziele an.

Parallel dazu sorgte der erneute Kurssprung beim Fusionspartner für den geplanten Twitter-Konkurrenten des ehemalige US-Präsidenten Donald Trump für Aufsehen. Die Aktien der leeren Unternehmenshülle (SPAC) namens Digital World Acquisition (DWAC) vervierfachte ihren Kurs am Freitag auf bis zu 175 Dollar, nachdem sie sich am Donnerstag bereits fast 400 Prozent zugelegt hatten. Trumps „Truth Social“ sei zwar keine ernsthafte Konkurrenz für Facebook und Twitter, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Trump-Anhänger und -Wähler würden der neuen Plattform aber sicher eine Chance geben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis bei 10.000 US-Dollar? Warum Analysten einen historischen Durchbruch erwarten

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen, doch die aktuelle Debatte wirkt anders. Steigende globale Verschuldung, anhaltende Inflation und...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Verdacht auf Geldwäsche: BKA durchsucht Deutsche Bank
28.01.2026

Erneut Ärger wegen möglicher Geldwäsche: Justiz und BKA sichern Beweise bei der Deutschen Bank. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunkturausblick für Deutschland: Bundesregierung reduziert Wachstumsprognose
28.01.2026

Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose und passt den wirtschaftspolitischen Kurs an. Welche Folgen hat der Beschluss für...

DWN
Finanzen
Finanzen Gehaltsverhandlung: Tipps für mehr Gehalt in schwierigen Zeiten – der 7-Punkte-Plan zur Gehaltserhöhung
28.01.2026

Inflation, Unsicherheit, Sparkurs: Viele Beschäftigte zögern mit der Gehaltsverhandlung. Doch gerade jetzt kann der richtige Ansatz den...

DWN
Finanzen
Finanzen Bafin warnt: Risiko für Marktverwerfungen steigt
28.01.2026

Droht ein Kursrutsch an den Aktienmärkten? Die Finanzaufsicht sieht reichlich Risiken und warnt: Ein Härtetest werde wahrscheinlicher.

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Chef: Deutsche Goldreserven in USA sind sicher
28.01.2026

Sind die riesigen deutschen Goldreserven in New York noch sicher? Mit dem Vorgehen von Donald Trump gegen Grönland und enge...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Trump treibt Gold-Rallye weiter an – sind bald schon 6.000 Dollar möglich?
28.01.2026

Der Goldmarkt erlebt derzeit eine historische Ausnahmesituation: Ein neues Goldpreis-Rekordhoch folgt dem nächsten. Trumps...

DWN
Immobilien
Immobilien Baukrise: DIW erwartet Wende am Bau - Hoffnung für Wohnungssuchende
28.01.2026

Höhere Zinsen, gestiegene Kosten: Bauherren haben schwierige Zeiten hinter sich. Nun soll es am Bau wieder aufwärtsgehen, dank...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumklima: Kauflaune steigt, aber Unsicherheiten bleiben
28.01.2026

Mehr Geld im Portemonnaie und weniger Angst vor steigenden Preisen: Die Konsumstimmung hellt sich auf. Wie Experten das einschätzen.