Finanzen

EU-Kommission rechnet auch für 2022 mit erhöhtem Inflationsdruck

Der hohe Inflationsdruck in der Euro-Zone wird nach Vorhersage der EU-Kommission kommendes Jahr nur leicht nachlassen.
11.11.2021 12:26
Aktualisiert: 11.11.2021 12:26
Lesezeit: 1 min
EU-Kommission rechnet auch für 2022 mit erhöhtem Inflationsdruck
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, gibt ein Statement zur Impfstrategie der Europäischen Union. (Foto: dpa) Foto: Zhang Cheng

Der hohe Inflationsdruck in der Euro-Zone wird nach Vorhersage der EU-Kommission kommendes Jahr nur leicht nachlassen. Die Brüsseler Behörde sagt in ihrer am Donnerstag aktualisierten Prognose für 2021 eine Preissteigerungsrate von 2,4 Prozent voraus. Diese liegt über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die einen Wert von 2,0 Prozent als ideal für die Konjunktur anstrebt. 2022 dürfte die Inflationsrate laut der EU-Kommission noch über diesem Wert liegen, auch wenn sie mit 2,2 Prozent dann etwas schwächer ausfallen dürfte. Erst für 2023 wird in Brüssel Entwarnung signalisiert: Dann soll sich der Preisdruck nur noch mäßig um 1,4 Prozent erhöhen.

Für Deutschland rechnet die Brüsseler Behörde damit, dass 2021 sogar eine stark erhöhte Inflationsrate von 3,1 Prozent erreicht wird, die nächstes Jahr auf 2,2 Prozent und 2023 auf dann 1,7 Prozent zurückgehen wird.

Die Inflation im Euro-Raum war im Oktober so stark geklettert wie seit über 13 Jahren nicht mehr. Angetrieben von einem kräftigen Kostenanstieg bei Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist um 4,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht laut ihrem Chefvolkswirt Philip Lane davon aus, dass die als Preistreiber fungierenden Materialengpässe nachlassen werden und die Energiepreise sinken oder sich stabilisieren dürften. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat Erwartungen an ein deutliches Abebben des Inflationsschubs im nächsten Jahr allerdings etwas gedämpft. Im September hatten die Volkswirte der EZB in ihren Projektionen für 2022 eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent veranschlagt, die 2023 auf 1,5 Prozent absinken soll. Zur nächsten Zinssitzung Mitte Dezember legt die EZB aktualisierte Projektionen vor.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige gehen Arbeitsmarkt verloren
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...