Politik

Frust hinter den Kulissen: Harris' Kommunikationsdirektorin schmeißt hin

Lesezeit: 2 min
19.11.2021 15:00  Aktualisiert: 19.11.2021 15:12
Inmitten wachsender Unzufriedenheit an der Regierung und schlechter Umfragewerte schmeißt die Kommunikationsdirektorin der Vize-Präsidentin hin.
Frust hinter den Kulissen: Harris' Kommunikationsdirektorin schmeißt hin
US-Vizepräsidentin Kamala Harris. (Foto: dpa)
Foto: Marcio Jose Sanchez

Mehr zum Thema:  
Politik > USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Politik  
USA  

Inmitten historisch schlechter Umfragewerte und negativer Schlagzeilen tritt die Kommunikationsdirektorin von US-Vizepräsidentin Kamala Harris ab. Harris' Büro teilte am Donnerstag (Ortszeit) auf Anfrage mit, Ashley Etienne, die seit dem Amtsantritt der Vizepräsidentin auf diesem Posten arbeitet, werde das Team im Dezember verlassen, um sich "anderen Aufgaben zu widmen".

Der Wechsel fällt in unruhige Zeiten für Harris: Die Stellvertreterin von US-Präsident Joe Biden hat seit Monaten ebenso wie der Präsident mit sinkenden Zustimmungswerten zu kämpfen. Zuletzt häuften sich zudem Medienberichte über Frust und Dysfunktionalität in Harris' Team. Biden und Harris gelten in einigen Umfragen inzwischen als das unbeliebteste Regierungspaar der USA überhaupt.

Insgesamt verliefen die ersten Monate im Amt für die Demokratin katastrophal. Die 57-Jährige war zu Beginn von linken Medien frenetisch bejubelt worden als die erste Frau und erste Schwarze im Vizepräsidenten-Amt der USA. Es gelang ihr bisher jedoch nicht, ein eigenes Profil zu entwickeln. In den ersten Wochen der neuen Regierung kam Harris inhaltlich zunächst so gut wie gar nicht vor. Biden betraute sie schließlich mit mehreren hoch komplexen Themen, darunter die Eindämmung illegaler Migration. Harris konnte hier bislang jedoch nicht punkten, sondern machte stattdessen einzelne Patzer und blieb insgesamt wenig sichtbar.

In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC bemühte sich Harris am Donnerstag, Darstellungen über Frust bei ihr und ihrem Umfeld zu zerstreuen. Sie hielt dagegen, die Regierung habe viel erreicht. Auf die Nachfrage, ob sie sich falsch eingesetzt oder unausgelastet fühle, reagierte Harris mit einem zögerlichen Lachen und sagte: "Nein, das tue ich nicht. Ich freue mich sehr über das, was wir erreicht haben." Ihr sei aber klar, dass noch viel zu tun sei.

Bidens Umfragewerte fallen weiter

Immer weniger Amerikaner sind einer Umfrage zufolge mit der Arbeit von US-Präsident Joe Biden zufrieden. Von rund 1000 telefonisch befragten Personen waren nur 41 Prozent der Meinung, dass Biden insgesamt einen guten Job macht, 53 Prozent stellten ihm ein schlechtes Zeugnis aus, wie am Sonntag aus der Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC hervorging. Bidens Zustimmungswerte sind damit in drei aufeinanderfolgenden Umfragen gefallen. Im April, rund drei Monate nach seinem Amtsantritt, hatten noch 52 Prozent der Befragten erklärt, er mache einen guten Job.

Bidens Popularität war zuletzt infolge des chaotischen Abzugs aus Afghanistan, der von ihm verfügten Impf- und Maskenzwänge und der massiv angestiegenen Inflationsrate in den USA gesunken. Zudem tun sich seine Demokraten angesichts knapper Mehrheiten im Kongress sehr schwer damit, ihre politischen Vorhaben auch umzusetzen.

In der Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC ist die Zustimmung für Bidens Management der Corona-Pandemie von 64 Prozent im April auf inzwischen 47 Prozent gesunken. In Bezug auf Bidens Wirtschaftspolitik stellen ihm demnach noch 39 Prozent der Befragten ein gutes Zeugnis aus, 55 Prozent äußern sich unzufrieden.


Mehr zum Thema:  
Politik > USA >

DWN
Finanzen
Finanzen Die derzeitigen Währungen sind weich wie Schnee - Gold bleibt bestehen!

Passend zu Jahreszeit schmelzen die bestehenden Währungen durch die Inflation wie Schnee. Setzen auch Sie auf nachhaltigen Werterhalt...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldmarkt: Analysten vermuten große Preis-Manipulation mit Derivaten

Einigen Analysten zufolge ist ein signifikanter Teil der Gold- und Silberderivate, die durch Investmentbanken verkauft werden, oftmals...

DWN
Politik
Politik Österreich beschließt umfassende Impfpflicht

Mit einer umfassenden Impfpflicht will sich Österreich gegen künftige Corona-Wellen wappnen. Das Parlament segnete den in der...

DWN
Deutschland
Deutschland Entschädigung bei Verdienstausfall nur noch mit Booster

Wenn man aufgrund eines Infektionsverdachts in Quarantäne muss, erhält man für den Verdienstausfall ein Entschädigungsgeld - aber jetzt...

DWN
Finanzen
Finanzen Immobilien-Gutachter: Party geht trotz steigenden Bauzinsen weiter

Die Pandemie hat es Immobilienkäufern nicht leichter gemacht. Viele brauchen mehr Platz, doch die Preise in den Städten steigen weiter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Mittelstand profiliert sich als Friedensstifter - dem Ukraine-Konflikt zum Trotz

Die AHK Russland zeigt sich in der Ukraine-Krise sehr gelassen - und berichtet sogar von einem besonderen Investitions-Rekord. Wenn alles...

DWN
Technologie
Technologie Milliarden-Deal: Israel kauft drei weitere U-Boote von Deutschland

Israel und Deutschland haben sich auf einen milliardenschweren Deal geeinigt. ThyssenKrupp Marine Systems liefert drei U-Boote der neuen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bericht: Polizei nutzt Daten aus Corona-App für Ermittlungen

Im Rahmen von Ermittlungsverfahren nutzt die Polizei die persönlichen Daten aus der Luca-App und andere Formen der...

DWN
Deutschland
Deutschland Firmen müssen sich 2022 auf hohe Logistik-Kosten einstellen

Die Frachtraten werden 2022 wohl nicht wieder sinken, auch weil der Welthandel voraussichtlich weiter wachsen wird. Daraus ergeben sich...