Finanzen

Niedrige Zinsen, hohe Inflation: Kalte Enteignung zehrt an Ersparnissen der Deutschen

Die deutschen Sparer leiden unter der stetig steigenden Inflation. Die Zinsen, die die Bürger für ihr eingesetztes Kapital erhalten, liegen durchgehend unterhalb der Inflationsrate. Es findet eine kalte Enteignung statt.
11.12.2021 14:44
Aktualisiert: 11.12.2021 14:44
Lesezeit: 1 min
Niedrige Zinsen, hohe Inflation: Kalte Enteignung zehrt an Ersparnissen der Deutschen
Ein überdimensionaler Euro „rutscht“ vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt in die Tiefe (Symbolbild). (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

„Das Geldvermögen der Bundesbürger ist während der Coronakrise auf mehr als sieben Billionen Euro gewachsen. Eigentlich eine gute Nachricht. Das Problem: 2,9 Billionen Euro davon sind trotz hoher Inflationsraten als Bargeld im Umlauf oder liegen auf nicht, kaum oder schlimmstenfalls sogar schon negativ verzinsten Giro- oder Sparkonten. ,Tatsächlich gibt es die kalte Enteignung von Sparern bereits seit 2015‘, kommentieren die Vermögensexperten von Flossbach von Storch (FvS)“, so „Fonds Online“.

Seit Jahren spüren die Sparer die Folgen der kalten Enteignung. Zur Erinnerung: Eine kalte Enteignung findet immer dann statt, wenn die Zinsen, die Sie für Ihr eingesetztes Kapital (beispielsweise bei Tages- oder Festgeld) erhalten, unterhalb der Inflationsrate liegen. Im Jahr 2020 betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland 0,5 Prozent. Der Leitzins der EZB liegt seit März 2016 unverändert bei 0 Prozent. Die durchschnittliche Inflation für das aktuelle Jahr wird diversen Wirtschaftsinstituten zufolge bei etwa drei Prozent liegen.

Doch in den kommenden Monaten und Jahren dürfte die Inflation aufgrund der Verteuerung der Energiepreise an Auftrieb gewinnen.

Am 11. März 2021 berichtete die „Frankfurter Neue Presse“: „Natürlich ist die gestiegene Inflation zusätzliches Gift für die vielen Sparer. Angesichts der Nullzinspolitik der EZB und ihrer Billionen Euro schweren Anleihen-Käufe hatten Anleger schon im vergangenen Jahr kaum eine Chance, mit halbwegs sicheren Staatsanleihen Geld zu verdienen. Nun sehen sich all diejenigen, die nach wie vor nicht in Aktien investieren wollen, stärker denn je konfrontiert mit dem Schreckgespenst der vielzitierten ,kalten Enteignung‘.“

Eine besonders bemerkenswerte Ausführung geht aus der Webseite der EZB hervor: „Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2 % zu halten. Um sein vorrangiges Ziel zu erreichen, trifft der EZB-Rat seine Beschlüsse auf Grundlage einer Zwei-Säulen-Strategie und setzt sie mittels seines Handlungsrahmens um.“

Wenn man sich diese Ausführung der EZB im Zusammenhang mit der aktuellen Zinspolitik und der Option, negative Leitzinsen einzuführen, denkt, müssen sich die Sparer offenbar auf einen weiteren Schlag vorbereiten.

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