Politik

EU will mit Verkauf von CO2-Zertifikaten ihren Haushalt aufstocken

Bisher hat die EU nur beschränkte Möglichkeiten, Geld für ihren Haushalt einzutreiben. Der Verkauf von CO2-Zertifikaten im großen Stil soll nun Abhilfe schaffen.
17.12.2021 17:35
Lesezeit: 1 min

Der EU-Haushalt könnte bald durch Geld aus dem Handel mit CO2-Emissionen aufgestockt werden. Das geht aus einem Entwurf für einen Vorschlag der EU-Kommission hervor. Die Brüsseler Behörde will demnach die Haushaltsregeln so ändern, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandelssystem (ETS) teilweise in ihr Budget.

Im ETS muss etwa die Industrie für den Ausstoß von CO2-Emissionen Zertifikate kaufen. Das System soll künftig auf Gebäude und den Verkehr ausgeweitet werden.

Die EU-Kommission will bis 2023 zusätzliche eigene Einnahmequellen für die EU schaffen. Bisher wird der Haushalt vor allem aus Außenzöllen, Beiträgen der Staaten und der Teilhabe an nationalen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer bestritten.

Als weitere Geldquelle neben dem ETS schlägt die Kommission Erlöse aus dem geplanten "Carbon Border Adjustment Mechanism" (CBAM) vor - auf Deutsch etwa CO2-Grenzausgleichsmechanismus. Dabei müssen Hersteller außerhalb der EU dafür bezahlen, wenn sie Waren in die Union verkaufen wollen, bei denen CO2 in der Produktion ausgestoßen wurde.

Ein drittes Standbein könnte laut dem Vorschlag die globale Mindeststeuer für Unternehmen werden, auf die sich die EU mit mehr als 130 Ländern geeinigt hat. Große, international tätige Firmen sollen spätestens 2023 unabhängig von ihrem Sitz mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. Die Erlöse in der EU daraus könnten dann teilweise dem Unionshaushalt zugute kommen.

Wie hoch die Anteile aus den drei Quellen sein werden, geht aus dem Entwurf noch nicht hervor. Offiziell wird der Vorschlag voraussichtlich nächste Woche den Mitgliedstaaten zur Diskussion vorgelegt. Die Mitteilung ist zunächst nicht bindend und könnte in ein späteres Gesetz einfließen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Finanzen
Finanzen Alphabet-Aktie stürzt ab: Warum der KI-Boom den Konzern Milliarden kostet
30.10.2026

Alphabet steigert im dritten Quartal 2026 den Umsatz um 25 Prozent, trotzdem bricht die Google-Aktie nachbörslich an der Nasdaq um mehr...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
30.10.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Panorama
Panorama Unter Corona-Niveau: Rund 17,7 Millionen Patienten lagen 2025 im Krankenhaus
30.10.2026

Die Zahl der vollstationär behandelten Menschen in Deutschland stieg leicht, blieb aber deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie....

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Binance-Angriff erschüttert den Kryptomarkt
30.10.2026

Ein schwerer Angriff auf die Kryptobörse Binance belastet die Stimmung bei Bitcoin, Ethereum und Co. Offenbar haben nordkoreanische Hacker...

DWN
Politik
Politik Zivilschutz: Größtes Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands öffnet
30.10.2026

Feldbetten, Decken und Schlafsäcke, mobile Küchen und Sanitärcontainer, aber auch Stromgeneratoren, Anlagen zur Sauerstoffversorgung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX-Domain in Slowenien: Kann Elon Musk einem Privatmann seine Internetadresse einfach wegnehmen?
30.10.2026

Ein Slowene besitzt seit mehr als fünf Jahren die Internetadresse spacex.si. Doch Elon Musks Raumfahrtunternehmen verfügt über deutlich...

DWN
Politik
Politik Trumps jüngster Schachzug gegen die Windenergiebranche ließ einen Analysten vom Stuhl rutschen
30.10.2026

Die Windindustrie wartet schon lange auf Neuigkeiten zu US-Zöllen auf importierte Windkraftanlagen und -komponenten. Der jüngste Schritt...