Politik

Russland führt großes Manöver durch, Ukraine setzt bei Übung einzigartige US-Waffe ein

Russland hat unweit der ukrainischen Grenze ein groß angelegtes Manöver durchgeführt. Doch auch die ukrainische Armee führte eine Übung unter Einsatz von US-Waffen durch- Dabei kam eine ganz spezielle Panzerabwehrwaffe zum Einsatz.
28.12.2021 13:05
Lesezeit: 2 min

Russland führte laut Berichten unter Berufung auf den westlichen Militärbezirk des Landes am 27. Dezember 2021 ein groß angelegtes Manöver mit Truppen durch, die übten, einen Luftangriff eines Gegners abzuwehren. Valentina Matwijenko, eine russische Senatorin und Vorsitzende des Föderationsrates des Landes, versicherte den Bürgern während einer Pressekonferenz, die russische Grenze sei „effektiv geschützt“ und Moskau habe jedes Recht, seine Truppen einzusetzen.

„Ich kann Ihnen fest versichern, dass Russland für jedes Szenario einen Plan mit geeigneten Maßnahmen hat. Wir schützen unsere Grenze effektiv; Daran sollten unsere Mitbürger keinen Zweifel haben. Wir haben das Recht, unsere Truppen zu entsenden und militärische Übungen durchzuführen, wo immer wir wollen – auf unserem Boden, um angemessen auf die aufkommenden Herausforderungen zu reagieren“, zitiert die staatliche russische Nachrichtenagentur „Tass“ Matwijenko.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Interfax“ sollen an der Übung unweit der Grenze zur Ukraine 1.000 Soldaten teilgenommen haben. In der vergangenen Woche sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass voraussichtlich Anfang nächsten Jahres bilaterale Gespräche zwischen US-amerikanischen und russischen Unterhändlern beginnen werden, um die von Moskau vorgeschlagenen Sicherheitsgarantien zu erörtern.

Moskau legte Entwürfe vor, in denen gefordert wird, dass die NATO der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetstaaten die Mitgliedschaft verweigert und die Militäreinsätze des Bündnisses in Mittel- und Osteuropa zurückfährt. Washington und seine Verbündeten haben sich zuvor geweigert, solche Zusagen zu geben. Allerdings seien sie offen für bilaterale Gespräche.

Russland wiederum bietet an, seine Streitkräfte und Waffen nicht in Regionen zu stationieren, in denen ein solcher Einsatz als Bedrohung für die Sicherheit der anderen Seite angesehen werden könnte – mit Ausnahme von Einsätzen auf dem eigenen Staatsgebiet.

In der vergangenen Woche hatte die ukrainische Armee ein Manöver unter Einsatz von US-amerikanischen Waffen durchgeführt. Dabei kam die besonders effiziente Panzerabwehrwaffe „Javelin“ zum Einsatz.

„Javelin-Raketensysteme wurden im April 2018 in die Ukraine geliefert. Die Lieferung ist Teil einer laufenden, größeren Bemühung der USA, der Ukraine beim Aufbau ihrer langfristigen Verteidigungskapazität, der Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Integrität sowie bei der Verhinderung weiterer Aggression zu helfen. Wir unterstützen die Ukraine mit fortlaufenden Trainingsbemühungen und der dazugehörigen Ausrüstung, mit institutionellen Beratern sowie mit maritimer und situativer ,Domain Awareness' (Anm. d. Red., Das Domain Awareness System ist ein von Microsoft entwickeltes Überwachungssystem). Dies sind defensive Waffen und wir erwarten, dass die Ukraine sie für Verteidigungszwecke einsetzt. Die Vereinigten Staaten bleiben den Vereinbarungen von Minsk verpflichtet. Der Weg zur Beendigung der Aggression Russlands muss diplomatisch erfolgen. Bis heute haben die Vereinigten Staaten dem ukrainischen Militär dringend benötigte Gegenartillerie-Radargeräte, Funkgeräte, Humvee-Panzerfahrzeuge, medizinische Ausrüstung, Schutzausrüstung und Nachtsichtgeräte zur Verfügung gestellt.“, teilte ein Sprecher des Pentagons den Deutschen Wirtschaftsnachrichten mit.

Die „Javelin“ hat die Besonderheit, dass sie nicht gelenkt werden muss, sondern sich ihren Weg selbst bahnt – auch, wenn sich das Ziel bewegt. Im Gegensatz zu allen anderen Panzerabwehrwaffen der Welt, trifft die Javelin-Waffe die Oberseite von Panzern, die nur schwach geschützt ist, berichtet „Global Security“. Die USA hatten sich bisher geweigert, all ihre NATO-Partner mit der Javelin-Waffe auszustatten. Innerhalb der NATO verfügen neben den USA lediglich Frankreich, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Tschechien, Litauen und seit dem Jahr 2015 auch Estland, berichtet das Blatt „Postimees“.

Zuvor hatte der DWN-Redakteur Cüneyt Yilmaz in einer militärischen Analyse mit dem Titel „Droht der Ukraine eine Teilung entlang des Dnepr-Flusses?“ ausgeführt: „Einen Zusammenstoß zwischen den USA/NATO und Russland in der Ukraine wird es nicht geben.“

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