Politik

DWN AKTUELL: Saudischer Luftschlag tötet verbündete Soldaten, Krieg im Jemen flammt wieder auf

Der "vergessene" Krieg im Jemen tobt weiter - sogar noch schlimmer als zuvor.
31.12.2021 17:28
Lesezeit: 1 min

Bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Militär-Allianz im Jemen sind aus Versehen mindestens zwölf jemenitische Soldaten, die der Allianz angehören, getötet worden. Das berichtet „TRT World“. Darüber hinaus wurden mindestens acht Soldaten verletzt. Drei Militärfahrzeuge, von denen zwei automatische Waffen geladen hatten, wurden vollständig zerstört. Das Unglück trug sich in Schabwa zu, eines der 22 Gouvernements des Jemens. Es liegt in der Mitte des Landes, verfügt über eine Fläche von 47.700 Quadratkilometern (zum Vergleich: rund dreimal so groß wie Schleswig-Holstein) und ist sehr dünn besiedelt (zum Vergleich: Schleswig-Holstein ist 16mal so dicht besiedelt).

Von offizieller Seite wollte kein Mitglied der Militär-Allianz Stellung nehmen. TRT erhielt seine Informationen von Offiziellen, die die Informationen unter der Bedingung der Anonymität herausgaben.

Der Zwischenfall war nicht der erste seiner Art. Es sind bereits mehrmals Soldaten der Allianz durch Angriffe der eigenen Luftstreitkräfte ums Leben gekommen.

Am Sonnabend letzter Woche hatte die Allianz bereits einen schweren Angriff gegen ihren Gegner, die Huthi-Rebellen, durchgeführt. Ein Sprecher der Allianz hatte gesagt, man bereite sich auf eine „großangelegte militärische Operation“ vor. Die Kämpfe zwischen der Allianz und den Huthis nehmen bereits seit mehreren Monaten an Intensivität zu.

Der Bürgerkrieg im Jemen tobt bereits seit 2014, als vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa im dicht bevölkerten Westen des Landes einnahmen. Im März 2015 intervenierte eine von Saudi-Arabien angeführte Allianz aus arabischen Staaten, die unter anderem von den USA unterstützt werden, zugunsten des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Seitdem herrscht im bettelarmen Jemen (hinter dem auf der „Liste der menschlichen Entwicklung“ nur noch ein paar afrikanische Staaten liegen) ein erbittert geführter Krieg, dem bislang schätzungsweise mehr als 100.000 Menschen zum Opfer fielen. Internationale Hilfsorganisationen bezeichnen den Krieg als die derzeit weltweit schwerste humanitäre Katastrophe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street steigt, da KI-Optimismus Tech-Aktien beflügelt
27.10.2026

Technologie-Schwergewichte und wichtige Quartalszahlen bringen Bewegung in die US-Märkte – erfahren Sie, welche Entwicklungen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Claude-Entwickler lockt mit Wachstum und warnt zugleich vor enormen Kosten
27.10.2026

Das Anthropic-IPO könnte zu einem der wichtigsten Börsengänge des Jahres werden. Der Claude-Entwickler meldet explosives Umsatzwachstum,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ingenieurmangel trotz Rekordarbeitslosigkeit: Warum Deutschlands Technikarbeitsmarkt gespalten ist
27.10.2026

Mehr offene Stellen, aber gleichzeitig ein neuer Höchststand bei der Arbeitslosigkeit: Deutschlands Ingenieur- und IT-Arbeitsmarkt sendet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
27.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
27.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Microsoft-Aktie im Fokus: US-Konzern bietet 60.000 Mitarbeitern Abfindungen an
27.10.2026

Der US-Softwarekonzern Microsoft bietet rund 60.000 Beschäftigten in vier Ländern einen freiwilligen Abschied gegen eine Abfindung an....

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Technology-Aktie zwischen KI-Boom und China-Risiko: Was Anleger jetzt beachten sollten
27.10.2026

Nach heftigen Kursschwankungen steht die Micron-Aktie erneut im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Der Speicherchiphersteller profitiert...

DWN
Politik
Politik EZB-Zinsentscheid: Bleiben die Zinsen stabil oder deutet Lagarde schon die nächste Erhöhung an?
27.10.2026

In dieser Woche stehen zwei Zinsentscheidungen an. Am Mittwoch tagt die US-Notenbank Fed, am Donnerstag folgt der EZB-Zinsentscheid.