Finanzen

Schalterverkaufskurse: Leichte Preisrückgänge bei Goldmünzen am Bankschalter

Die aktuellen Preise für Goldmünzen am Bankschalter sind leicht zurückgegangen. Gold gilt seit jeher als krisensichere Anlage. Der Bankenverband warnt allerdings, trotz seines Rufs als sicherer Hafen könne man nicht von einer stabilen Preisentwicklung ausgehen. Wichtige Einflussfaktoren seien der Euro-Dollar-Wechselkurs, der Ölpreis und das politische Umfeld.
04.01.2022 14:36
Aktualisiert: 04.01.2022 14:36
Lesezeit: 2 min
Schalterverkaufskurse: Leichte Preisrückgänge bei Goldmünzen am Bankschalter
Vorder- und Rückseite der südafrikanischen Krüger-Rand-Münze (Archivfoto von 1985). (Foto: dpa) Foto: Lehtikuva

Frankfurt/Main - Schalterverkaufskurse:

Aktuell Vorwoche
(30.12.2021) (23.12.2021)
Euro Euro
20 Goldmark Wilhelm II 423,60 424,10
10 Rubel Tscherwonez 471,00 472,00
Krügerrand 1/1 Unze 1 674,00 1 676,00
2000 Philharmonia 1/1 Unze 1 665,00 1 667,00
Austr. Nugget 1/1 Unze 1 671,00 1 673,00
Americ. Eagle 1/1 Unze 1 754,00 1 756,00
Maple Leaf 1/1 Unze 1 669,00 1 671,00



Quelle: Degussa Goldhandel (Frankfurt/Main)

Corona-Krise ohne Ende und eine steigende Inflation stärken bei Verbrauchern die Nachfrage nach Gold. Im ersten Halbjahr 2021 seien in Deutschland mehr als 90 Tonnen an Barren und Münzen umgesetzt worden, sagte der Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle, York Tetzlaff, unter Berufung auf Daten des World Gold Councils. „Das war der höchste Umsatz seit zwölf Jahren, weltweit wurde nur in China mehr Gold nachgefragt.“

Im dritten Quartal sei der Umsatz noch einmal angestiegen und habe mit 33,7 Tonnen auf dem höchsten Quartalswert seit 2011 gelegen. „Der Rekord vom vergangenen Jahr mit 157 Tonnen könnte 2021 noch übertroffen werden. Damit hätten wir zwei Absatzrekordjahre in Folge“, sagte Tetzlaff der Deutschen Presse-Agentur in Pforzheim.

Aufgrund der steigenden Inflation und der vierten Corona-Welle habe der Goldpreis im November den Höchststand von rund 53 Euro je Gramm erreicht und sei dann etwas gesunken - Tetzlaff zufolge wohl auch wegen Spekulationen, die US-Notenbank Fed könnte kommendes Jahr Zinsen erhöhen, um die Inflation abzumildern. „Dies führt dazu, dass Anleger abwarten. Dennoch bleibt die Nachfrage auf hohem Niveau.“

Gold gilt seit jeher als krisensichere Anlage. Der Bankenverband warnt allerdings, trotz seines Rufs als sicherer Hafen könne man nicht von einer stabilen Preisentwicklung ausgehen. Wichtige Einflussfaktoren seien der Euro-Dollar-Wechselkurs, der Ölpreis und das politische Umfeld. „Zudem bringt Gold keine regelmäßigen Erträge, die Rendite ist nur aus einem steigenden Goldpreis zu erzielen.“

Mit Gold lassen sich nach Angaben des Bankenverbands auch größere Werte im heimischen Tresor oder im Bankschließfach aufbewahren, so seien sie im Notfall schnell verfügbar: „5000 Euro in Form von physischem Gold sind beispielsweise kleiner als eine Streichholzschachtel und wiegen gerade einmal 100 Gramm.“

In den vergangenen Jahren waren auch Anlagen in Form sogenannter ETCs (börsengehandelte Rohstoffe) gefragt, sagte Tetzlaff. 2021 seien hier die Bestände aber zurückgegangen, während die Nachfrage nach physischem Gold in Form von Barren und Münzen gewachsen sei. „Davon versprechen sich gerade Privatanleger mehr Sicherheit.“

Nach Angaben des World Gold Councils haben Deutsche im Jahr 2020 mehr Goldbarren und -münzen gekauft als jemals zuvor. 2021 hätten sie ein Investitionstempo beibehalten, „das den historischen Durchschnitt weit übertrifft, selbst im Vergleich zu den berauschenden Niveaus, die während und nach der globalen Finanzkrise erreicht wurden“.

In einer Umfrage 2019 hätten 64 Prozent der deutschen Privatanleger zugestimmt, dass Gold ein guter Schutz vor Inflations- und Währungsschwankungen sei. 61 Prozent waren der Meinung, dass es auf lange Sicht nie an Wert verliere. Allerdings sahen die Experten auch, dass Gold zwar eine beliebte Anlage in deutschen Portfolios sei. „Aber es ist noch nicht wirklich Mainstream geworden.“

Manche Exemplare sind auch eher Sammlerstücke: So hat der Bund dieses Jahr die zweite 100-Euro-Goldmünze der dreiteiligen Serie „Säulen der Demokratie“ herausgegeben. Der offizielle Ausgabepreis der aus Feingold bestehenden Münze von 809,35 Euro ist laut Bankenverband der höchste für eine vom Bund ausgegebene 100-Euro-Goldmünze seit 2002.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Netflix-Aktie hebt ab: Netflix gibt Bieterstreit um Warner Bros verloren – was heißt das für Paramount?
27.02.2026

Die Netflix-Aktie reagiert mit einem Kurssprung auf das Aus im milliardenschweren Bieterstreit um Warner Brothers. Während Paramount zum...

DWN
Finanzen
Finanzen BASF-Aktie: Ludwigshafener Chemiekonzern bleibt für 2026 vorsichtig – BASF-Zahlen überzeugen nicht
27.02.2026

Die endgültigen BASF-Quartalszahlen überzeugen die Anleger nicht. Der weltgrößte Chemiekonzern hat eine vorsichtige Prognose...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verdi-Warnstreik im Nahverkehr vielerorts gestartet: Busse und Bahnen stehen still – Tarifkonflikt spitzt sich zu
27.02.2026

Der Verdi-Warnstreik legt den Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm und trifft Millionen Pendler. Busse und Bahnen stehen still,...

DWN
Politik
Politik US-Urteil bremst Trumps Zollpolitik: Indien setzt weiterhin auf russisches Öl
27.02.2026

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA begrenzt den handelspolitischen Spielraum von Präsident Trump und beeinflusst die Debatte...

DWN
Politik
Politik Zuckersteuer: Mehrheit der Deutschen für Steuer auf zuckerhaltige Getränke
27.02.2026

Eine Umfrage zeigt: 60 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Besonders hoch ist die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI beschleunigt Stellenabbau: Diese Branchen geraten unter Druck
27.02.2026

Weltweit treiben Unternehmen den Ausbau von Künstlicher Intelligenz voran und richten ihre Investitionsstrategien neu aus. Welche Folgen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Nvidias steiler Kurssturz drückte den Technologiesektor ins Rote
26.02.2026

Trotz der hervorragenden Finanzergebnisse des KI-Riesen Nvidia konnte das Unternehmen die Investoren nicht ausreichend überzeugen. Dies...

DWN
Politik
Politik EU-Klimazoll: CO2-Zoll soll auch für Waschmaschinen und andere Waren kommen
26.02.2026

Künftig sollen 180 Industrieprodukte, darunter auch Haushaltswaren, unter den EU-CO2-Zoll fallen. Was die Kommission damit erreichen will.