Politik

Menschenrechtlerin Rittmann: Kasachstan verletzt Meinungsfreiheit und verfolgt Opposition als „Extremisten“

Im Westen sind Menschenrechtler außer sich. Sie kritisieren, dass die kasachische Regierung Oppositionelle als „Extremisten“ einstuft. „Es ist kein Verbrechen, wenn man politischen Wandel in Kasachstan sehen möchte oder friedlich seine Sympathie und Unterstützung für die Opposition ausdrückt, die diesen Wandel herbeiführen möchte“, so die Menschenrechtlerin Mihra Rittmann.
08.01.2022 20:32
Aktualisiert: 08.01.2022 20:32
Lesezeit: 1 min

In den vergangenen drei Jahren habe der Druck auf Oppositionelle in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik zugenommen, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Statement der Organisation. Dabei werde der vage und ausdehnbare Vorwurf des Extremismus genutzt, um Regierungskritiker zu schikanieren und strafrechtlich zu verfolgen.

„Es ist kein Verbrechen, wenn man politischen Wandel in Kasachstan sehen möchte oder friedlich seine Sympathie und Unterstützung für die Opposition ausdrückt, die diesen Wandel herbeiführen möchte“, sagte Mihra Rittmann von Human Rights Watch. Die kasachischen Behörden verstießen mit ihrem Vorgehen gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Bei der Parlamentswahl im Januar hatte es bei Protesten in dem zentralasiatischen Land mehrere Festnahmen gegeben. Eine unabhängige Opposition war bei der Wahl nicht zugelassen. Kasachstan steht weiterhin unter starkem Einfluss des ehemaligen Langzeitpräsidenten Nursultan Nasarbajew, der im Frühjahr 2019 nach 30 Jahren an der Macht die Amtsgeschäfte an Kassym-Schomart Tokajew übertragen hatte. Auch nach der Wahl Tokajews im Juni 2019 war es zu landesweiten Protesten gekommen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Glücksspielregulierung 2026: Wie OASIS und LUGAS den Wirtschaftsstandort prägen

Wer die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarktes über die vergangenen zwei Jahrzehnte verfolgt, erkennt eine Branche im radikalen...

DWN
Politik
Politik Koalition verschiebt Abstimmung über Gesundheits-Sparpaket
18.06.2026

Das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge soll noch nicht in der kommenden Woche im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Grünes Licht aus Brüssel: Bund darf bei Panzerbauer KNDS einsteigen
18.06.2026

Die Bundesregierung hat beim geplanten Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS eine wichtige Hürde genommen. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom PKW zum Panzer: Europa braucht keine neuen Fabriken für Rüstung
18.06.2026

In den letzten Monaten gibt es Diskussionen darüber, dass Automobilhersteller einen Teil ihrer ungenutzten Kapazitäten für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Streit um die Arbeitszeit: Scharfe Kritik an Plänen für flexibleren Achtstundentag
18.06.2026

Die Pläne des SPD-geführten Arbeitsministeriums zur Arbeitszeitflexibilisierung stoßen auf harten Widerstand. Wirtschaft und der...

DWN
Politik
Politik Gentechnik ohne Label: EU macht den Weg für neue Züchtungen frei
18.06.2026

Genverändertes Obst und Gemüse landet in der EU bald ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarktregal. Das Europäische Parlament hat den...

DWN
Politik
Politik Verfassungszoff ums neue Heizgesetz: Droht der Koalition eine Klatsche in Karlsruhe?
18.06.2026

Das geplante Heizgesetz der schwarz-roten Koalition wackelt: Ein neues Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags bescheinigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation bleibt hartnäckig: Ifo sieht nur kurze Erholung
18.06.2026

Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten Stagnationsphase seit 1949 fest. Mit dem erhofften Kriegsende im Iran hellen sich die...

DWN
Politik
Politik Nato 3.0: Weniger USA, mehr Europa
18.06.2026

Die USA ziehen sich militärisch weiter aus Europa zurück und erhöhen den Druck auf ihre Verbündeten. Vor dem Nato-Gipfel wachsen die...