Politik

Klinikpersonal fällt wegen Omikron europaweit massenhaft aus

In mehreren europäischen Ländern fällt das Klinikpersonal wegen der steigenden Omikron-Infektionen aus.
10.01.2022 12:39
Lesezeit: 1 min
Klinikpersonal fällt wegen Omikron europaweit massenhaft aus
Ein Schild mit der Aufschrift «Notaufnahme» steht vor der Einfahrt zur Notaufnahme am Pius Hospital im Stadtzentrum. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Wegen der steigenden Omikron-Infektionsraten wird in zahlreichen europäischen Ländern das Klinikpersonal knapp. Obwohl die sich rasant verbreitende Variante des Coronavirus weniger starke Krankheitssymptome auslösen soll, stehen die Gesundheitssysteme in Ländern wie Spanien, Italien und Großbritannien vor großen Problemen. Denn trotzdem müssen etwa nach Angaben britischer Experten mehr Menschen behandelt werden, gleichzeitig sind aber massenhaft Ärzte und Pflegekräfte in Quarantäne oder infiziert. Nicht dringend nötige Operationen werden vielerorts verschoben. Auch in Deutschland wächst die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Die aktuellen Maßnahmen reichten nicht aus, um die Omikron-Welle einzudämmen, warnte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen am Montag.

„Durch Omikron müssen wir mehr Patienten behandeln aber haben weniger Personal zur Verfügung“, sagte Stephen Powis, medizinischer Leiter des britischen Gesundheitsdienstes NHS. In Großbritannien sollen auf Druck der Regierung in den kommenden drei Monaten private Krankenhäuser und Arztpraxen etwa Krebsoperationen vornehmen, die eigentlich in staatlichen NHS-Kliniken gemacht werden sollten. Omikron breitet sich derzeit mit rasender Geschwindigkeit in Großbritannien aus, auf neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens verzichtet die Regierung um Premierminister Boris Johnson bislang. Irgendwann werde das Gesundheitssystem mit Covid-19 leben können und den Druck aushalten, sagte der britische Minister Michael Gove. „Aber wir sind absolut noch nicht soweit. Vor uns liegen noch ein paar schwierige Wochen.“

In Spanien ist die personelle Situation in Krankenhäusern so angespannt, dass Pflegemitarbeiter aus der Rente zurückgeholt werden. Auch die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern könne nicht mehr ausreichend geleistet werden, erklärten die Behörden. Einem Zeitungsbericht zufolge will Spanien künftig weniger strikt Infektionen nachverfolgen, weniger testen und wie bei klassischen Grippe-Erkrankungen vorgehen. Da die Todesfall-Raten bei Corona-Erkrankungen gesunken seien, könne es an der Zeit sein, mit der Pandemie auf anderen Wegen umzugehen, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez dem Sender SER.

In den Niederlanden erwägen die Krankenhäuser, Personen mit einer symptomfreien Corona-Infektion weiterhin arbeiten zu lassen. An der Amsterdamer Universitätsklinik sei zuletzt jeder vierte Mitarbeiter positiv getestet worden, hieß es dort. Vor einer Woche habe die Positiv-Rate bei fünf Prozent gelegen. In Italien ist die Situation ohnehin angespannt, da etwa vier Prozent der Krankenhausmitarbeiter von der Arbeit suspendiert sind, weil sie nicht geimpft sind. Die Gesundheitsbehörden dort dringen deshalb auf die Verschiebung von nicht notwendigen Operationen. Pflegepersonal und Ärzte müssen zum Teil ihre Urlaube verschieben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Die Ökonomie der App-Stores: Welche Branchen das größte Wachstum im mobilen Sektor verzeichnen

Das rasante Wachstum mobiler Apps ist eines der prägenden Merkmale der heutigen digitalen Wirtschaft. Menschen kaufen darüber ein,...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Digitale Barrieren als Geschäftsrisiko: Wie Accessiway den klassischen Audit-Zyklus ergänzen will
24.07.2026

Trotz gesetzlicher Vorgaben bleibt digitale Barrierefreiheit für viele Anbieter ein ungelöstes Problem. Accessiway will mit einer neuen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Dynastie verdient Milliarden mit der Aufrüstung Europas
24.07.2026

Die zurückhaltenden Eigentümer des Panzerherstellers KNDS stammen aus Familien, die den deutschen Unternehmenszweig über Jahrzehnte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz angemeldet: Der tiefe Fall des Batterieherstellers Varta
24.07.2026

Das Traditionsunternehmen Varta steht vor dem Trümmerhaufen seiner ambitionierten Expansionspläne: Nach dem Verlust wichtiger Großkunden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DIW-Studie warnt: AfD-Politik würde Bürger in Sachsen-Anhalt teuer zu stehen kommen
24.07.2026

Eine Umsetzung der Wirtschaftspolitik der AfD hätte für die Menschen in Sachsen-Anhalt gravierende finanzielle Einbußen zur Folge. Zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Griechenland blockiert EU-Sanktionspaket gegen Russland: Interessen eines Milliardärs stehen auf dem Spiel
24.07.2026

Es ist ein Streit um das 21. Sanktionspaket gegen Russland entbrannt. Griechenland protestiert gegen das geplante EU-Verbot für den...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögenssteuer: Als die Mittelschicht noch Häuser kaufte und die Reichen höhere Steuern zahlten
24.07.2026

Deutschland erlebt die größte Vermögensanhäufung seiner Geschichte – und gleichzeitig wird Eigentum für viele Menschen immer...

DWN
Politik
Politik Bundesverfassungsgericht zur Einreise von Afghanen: Karlsruhe kippt pauschalen Aufnahmestopp
24.07.2026

Nach dem Machtwechsel der Taliban in Afghanistan hatte Deutschland die bestehenden Aufnahmeprogramme für gefährdete Personen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Agrarhandels-Experten entwarnen: Vorerst kein Preissprung im Supermarkt
24.07.2026

Trotz der jüngsten Verteuerung von Getreide im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts müssen sich Verbraucher hierzulande vorerst nicht auf...