Finanzen

Hedgefonds-Manager: Fed wird Zinserhöhung stoppen, weil die Börsen abstürzen

Nach Ansicht führender Hedgefonds-Manager wird die Federal Reserve die erwarteten Zinserhöhungen nicht umsetzen, da sie damit den Markt zum Crash bringen würde.
15.01.2022 06:02
Lesezeit: 1 min
Hedgefonds-Manager: Fed wird Zinserhöhung stoppen, weil die Börsen abstürzen
Wird die Fed mit ihrer geplanten Zinserhöhung den Aktienmarkt zum Crash bringen? (Foto: dpa) Foto: Liu Jie

In einem Interview mit dem US-Sender CNBC sagte Kyle Bass, der Gründer des Hedgefonds Hayman Capital mit Sitz in Dallas im US-Bundesstaat Texas, dass die US-Notenbank Federal Reserve seiner Ansicht nach nicht in der Lage sein wird, ihre geplanten vier Zinserhöhungen bis Ende dieses Jahres umzusetzen.

Mit dieser Einschätzung schließt sich der Investor einer wachsenden Reihe von Marktbeobachtern an, darunter auch Jeff Gundlach, Gründer der Investmentfirma DoubleLine Capital. "Gundlach hat gesagt, dass die Fed den Leitzins auf 1,5 Prozent anheben könnte, was in den nächsten 12 bis 18 Monaten geschehen könnte", so Kyle Bass. "Aber das würde eine Rezession auslösen."

Schon wenn die Federal Reserve die zweite Zinserhöhung vornimmt, werden die Märkte dem texanischen Investor zufolge einbrechen und die US-Zentralbank dazu zwingen, einen Rückzieher zu machen. "Meiner persönlichen Meinung nach können sie die kurzfristigen Zinssätze nicht mehr als 100-125 Basispunkte anheben, bevor sie aufhören müssen", so Bass.

Sobald die Fed die Zinserhöhung stoppt, wird wahrscheinlich eine Rezession in den USA folgen. Vor diesem Hintergrund "wird der Aktienmarkt in diesem Jahr auf keinen Fall steigen, sondern wahrscheinlich ziemlich aggressiv sinken", sagt Kyle Bass. Sobald die Fed die Zinsen anhebt, wird dies zusammen mit den steigenden Ölpreisen "die Inflationsprobleme der Menschen verschärfen".

Doch nicht nur die Milliardäre Gundlach und Bass erwarten einen Rückzieher durch die Fed. Auch der Markt beginnt dies einzupreisen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im März auf den bisher höchsten Stand gestiegen, doch die Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen bis zum Jahresende ist in den letzten Tagen wieder gesunken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...