Wirtschaft

Goldman Sachs erwartet Rohstoff-Superzyklus

Ein Analyst der US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet einen Rohstoff-Superzyklus. Insbesondere die Ölpreise stehen im Fokus der Bank.
14.01.2022 14:00
Aktualisiert: 14.01.2022 14:59
Lesezeit: 1 min
Goldman Sachs erwartet Rohstoff-Superzyklus
Ein Zeichen der US-Bank Goldman Sachs. (Foto: dpa) Foto: Justin Lane

Experten betrachten die steigende Inflation als eines der größten Marktrisiken im aktuellen Jahr, da eine galoppierende Inflation die Vermögenswerte belasten, die Kaufkraft einschränken und die Margen der Unternehmen schmälern könnte. In einer Mitteilung teilt Jan Hatzius von Goldman Sachs mit, dass rasche Fortschritte auf dem US-Arbeitsmarkt und restriktive Signale in den Protokollen des „Federal Open Market Committee“ vom 14.-15. Dezember auf eine schnellere Normalisierung hindeuten, wobei die Zentralbank nun wahrscheinlich die Zinssätze vier Mal in diesem Jahr anheben wird.

Rohstoffe haben 2021 andere Anlageklassen übertroffen und werden voraussichtlich auch 2022 wettbewerbsfähig bleiben. Tatsächlich hat Jeffrey Currie, globaler Leiter der Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, seine frühere Forderung wiederholt, wonach wir uns erst am Anfang eines jahrzehntelangen Rohstoffsuperzyklus befinden.

Im Rahmen einer Ansprache in der „Squawk Box“ von „CNBC“ sagte Currie, dass die fundamentale Struktur des Rohstoffkomplexes, einschließlich Öl und Metalle, unglaublich optimistisch bleibt. Dem Analysten zufolge weisen die Ölmärkte derzeit ein großes Defizit von zwei Prozent der globalen Nachfrage auf, wobei die Lagerbestände etwa fünf Prozent unter ihrem gleitenden 5-Jahres-Durchschnitt liegen. Er fährt fort, dass die Finanzstruktur noch mehr Unterstützung bietet, da fossile Brennstoffe im Anlageuniversum nach wie vor unbeliebt sind.

Der Rohstoffexperte von Goldman Sachs fügte hinzu, dass überzogene Aktienbewertungen und niedrige Treasury-Renditen Rohstoffe noch attraktiver für Anleger machen, die angesichts der hohen Risiken in diesen Märkten vorsichtig sind, aber immer noch nach anständigen Renditen suchen. Mit anderen Worten: Rohstoffe bieten nicht nur auf reiner Renditebasis gute Aussichten, sondern können auch ein guter Hedge gegen steigende Marktvolatilität sein.

Goldman Sachs setzt seinen optimistischen Ton in Bezug auf die Rohölpreise fort und hat seine Brent-Rohölpreisprognose von zuvor 80 Dollar pro Barrel auf 90 Dollar pro Barrel angehoben.

Am 3. November 2021 wurde eine kontroverse DWN-Prognose, wonach die Ölpreise langfristig auf 250 Dollar steigen müssen, um die Energiewende überhaupt bewerkstelligen zu können. Eine Woche nach der Prognose begannen Optionshändler damit, Wetten auf Ölpreise von exakt 250 US-Dollar und sogar 300 US-Dollar pro Barrel abzuschließen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
06.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall erobert den Weltraum und startet Satellitenproduktion für die Bundeswehr
06.10.2026

Rheinmetall baut nicht mehr nur Panzer, Munition und Gefechtstürme. Mit eigenen Radarsatelliten will der Rüstungskonzern die Bundeswehr...

DWN
Politik
Politik BSW will AfD-Mann zum Landtagspräsidenten machen
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und will nun auch den Parlamentspräsidenten...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwerer Öl-Deal mischt sich in Gespräche zwischen USA und Russland
06.10.2026

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei Gesprächen mit den USA einen milliardenschweren Öl-Deal angesprochen, der Verbindungen zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Lkw-Offensive sorgt für Unruhe: „Fast zu gut“
06.10.2026

Die Elektrifizierung ist in vollem Gang, und die chinesischen Hersteller haben Lastwagen bereit, die in Europa auf die Straße kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Rally beflügelt Wall Street; Anleiherenditen steigen
05.10.2026

Welche Kräfte die US-Märkte zum Wochenstart bewegten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektroautos sollen Strom verkaufen: Neuer Markt für Fahrer und Energieversorger
05.10.2026

In Deutschland wird die gesetzliche Grundlage für eine breite Einführung des V2G-Systems vorbereitet. Elektroautos sollen künftig nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Portfolio übernimmt das Depot: Kann Claude den S&P 500 schlagen?
05.10.2026

Ein Redakteur überlässt 1.000 Euro echtem Geld einer künstlichen Intelligenz. Claude darf Aktien kaufen und verkaufen, Risiken eingehen...