Wirtschaft

Kontroverse Prognose: Ölpreis wird auf bis zu 250 Dollar steigen

Um die Verbrenner-Motoren abzuschaffen und die Klimaziele zu erreichen, müssten die Ölpreise auf bis zu 250 Dollar steigen. Ein Kommentar des DWN-Analysten Cüneyt Yilmaz.
03.11.2021 18:30
Lesezeit: 1 min

Es wird viel darüber spekuliert, wie sich die Ölpreise in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln werden. Dabei lohnt sich ein Blick auf den internationalen Klima-Konsens, um zu verstehen, welchen Trend die Ölpreise einschlagen werden (oder bereits eingeschlagen haben).

Das Pariser Klimaabkommen und die Klimaziele 2030 in Verbindung mit weiteren nationalen und internationalen Verordnungen und Beschlüssen sollen den Bereich der Erneuerbaren Energien fördern. Dieser Anspruch geht einher mit der Abschaffung von Verbrenner-Fahrzeugen. Aus dem Blickwinkel der Verhaltensforschung wäre es aus Sicht der Gegner von Diesel- und Benzinautos nicht angebracht, ein direktes Verbot auszusprechen.

Es reicht aus, wenn die Faktoren, die unsere Verhaltensweisen beeinflussen und bestimmen, derart modifiziert werden, dass sie die angestrebten Klimaziele begünstigen. Das kurze und bündige Argument der gut vernetzten Klimaschutz-Lobby (E-Autos, Windkraft, Sonnenenergie etc.) lautet: Das Verbrennen von Erdöl ist schlecht für das Klima. Also muss es unterbunden werden.

Doch daraus ergeben sich auch Schlussfolgerungen für die Entwicklung der Ölpreise. Es ist davon auszugehen, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten und Jahren mit politischen und wirtschaftlichen Manövern in den Regionen mit den wichtigsten Öl-Infrastrukturen gezielt in die Höhe getrieben werden, um die Nutzung von Pkws mit Verbrenner-Motoren über die Spritpreise unattraktiv zu machen. Das ist problemlos möglich.

Aus diesem Grund kann prognostiziert werden, dass der Ölpreis für die richtungsweisende Nordseesorte „Brent“ bis 2023 auf bis zu 250 US-Dollar pro Barrel steigen könnte. Die sieben Jahre zwischen 2023 und 2030 dürften dann jene Jahre sein, die Wirtschafts-Analysten im Rückblick als „mager“ bezeichnen werden, zumal in diesem Zeitraum die mühsame Transformation der Weltwirtschaft angepeilt wird. Es ist zwar immer schwierig, mit Schätzungen Volltreffer zu landen.

Doch ein dynamischer Anstieg der Ölpreise bis ins Unermessliche ist sehr wahrscheinlich, weil es für die Politikmacher keinen anderen Weg gibt, um die schmerzhafte und umstrittene Energiewende umzusetzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

avtor1
Cüneyt Yilmaz

                                                                                ***

Cüneyt Yilmaz ist Absolvent der oberfränkischen Universität Bayreuth. Er lebt und arbeitet in Berlin.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt im Plus – Fed lässt Leitzinsen unverändert
28.10.2026

Bewegte Märkte an der Wall Street: Welche Faktoren die aktuellen Börsenkurse steuern und was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: Streit um eidesstattliche Erklärung – Rücktrittsforderungen für Schulze
28.10.2026

Die Debatte über den Umgang mit der AfD wird zur Zerreißprobe für die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt: Aktueller Tiefpunkt ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
28.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommensausfall: Viele Deutsche haben kaum finanzielle Reserven
28.10.2026

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur: Für 37 Prozent wären unerwartete 3.000 Euro ein echtes Problem. Besonders junge...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Dinge, die mir bei Teslas aktuellem Quartalsbericht aufgefallen sind
28.10.2026

Beim Lesen von Teslas aktuellem Quartalsbericht entstand bei mir der Eindruck, es mit zwei getrennten Unternehmen zu tun zu haben. Das eine...