Finanzen

Finanz-Analyst Hargreaves: „Drei Gründe, warum wir 2022 einen Börsencrash erleben könnten“

Dem Analysten Rupert Hargreaves zufolge gibt es drei handfeste Gründe, warum im aktuellen Jahr ein Börsen-Crash stattfinden könnte.
15.01.2022 18:04
Aktualisiert: 15.01.2022 18:04
Lesezeit: 1 min
Finanz-Analyst Hargreaves: „Drei Gründe, warum wir 2022 einen Börsencrash erleben könnten“
Händler im Ring der Londoner Metallbörse, nachdem der Handel im offenen Ausschlussverfahren zum ersten Mal seit März 2020 wieder aufgenommen wurde. (Foto: dpa) Foto: Yui Mok

Der Analyst Rupert Hargreaves führt in einem Beitrag des Finanzmagazins „The Motley Fool“ die Gründe an, die auf einen Börsen-Crash im aktuellen Jahr hindeuten sollen.

Das erste Risiko stelle die steigende Inflation dar. Die Inflation steigt weltweit aufgrund mehrerer Faktoren. Die Rohstoffpreise, insbesondere die Energiepreise, sind in den letzten sechs Monaten sprunghaft gestiegen, was sich auf die Wirtschaft auswirkt. Gleichzeitig sind auch die Lebensmittelpreise in die Höhe geschossen und in vielen Regionen steigen auch die Löhne.

Steigende Preise werden es den Unternehmen erschweren, ihre Gewinnmargen zu halten. Wenn die Kosten erheblich steigen, sinken die Gewinne, was letztendlich zu niedrigeren Aktienbewertungen führt. Sinkende Gewinne könnten auch zu einer Abwanderung von Anlegern und einem Börsencrash führen.

Der zweite Faktor, der im kommenden Jahr zu einem Börsen-Crash beitragen könnte, ist Hargreaves zufolge die Rückführung der quantitativen Lockerung durch die Zentralbanken.

Die quantitative Lockerung hat in den vergangenen 24 Monaten dazu beigetragen, die Aktienmärkte zu stützen. Konfrontiert mit Zinsen nahe Null auf festverzinsliche Wertpapiere hatten Anleger keine andere Wahl, als Aktien zu kaufen. Wenn die Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, verlassen einige Anleger möglicherweise den Aktienmarkt, um anderswo nach Erträgen zu suchen.

Hohe Bewertungen sind der dritte und letzte Grund, warum Hargreaves glaubt, dass es im Jahr 2022 zu einem Börsen-Crash kommen könnte. Da die Aktienkurse in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen sind, werden einige Wachstumsaktien mit einem Vielfachen gehandelt, das zuletzt in der Dotcom-Blase zu beobachten war. Dieser Trend könnte sich 2022 umkehren, wenn die Welt beginnt, sich von der Pandemie zu lösen.

Wenn sich die Welt wieder öffnet, könnten sich Anleger fragen, ob diese Wachstumsaktien ihre hohen Erwartungen erfüllen können.

Der Analyst wörtlich: „Natürlich ist alles oben Gesagte nur Spekulation. Es gibt keine Garantie dafür, dass es im Jahr 2022 zu einem Börsencrash kommt. Und selbst wenn es dazu kommt, ergreife ich im Moment keine Maßnahmen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Landtagwahl in Sachsen-Anhalt: Was Sie über die Sachsen-Anhalt-Wahl wissen sollten
05.09.2026

Sachsen-Anhalt steht vor einer Wahl, deren Folgen weit über Magdeburg hinausreichen könnten. Die AfD liegt vorn, mögliche Mehrheiten...

DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen: Warum Schulden so teuer sind wie lange nicht
05.09.2026

Die Renditen langfristiger Staatsanleihen großer Volkswirtschaften sind auf Niveaus gestiegen, die teils seit der Finanzkrise nicht mehr...

DWN
Technologie
Technologie Biometrie-Panne: Die gefährlichste Rolle ist der Zwilling
05.09.2026

Manche Dinge sind offenbar selbst für die klügsten Systeme eine zu große Herausforderung. Und dies ist eine Glosse genau über diese...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien schließen im Minus; Trump schießt gegen die Fed
04.09.2026

Spannung an der Wall Street: Was die Märkte jetzt bewegt und warum Anleger aufmerksam bleiben sollten.

DWN
Technologie
Technologie Samsung-Streit: Stadt darf vorerst keine neuen iPads kaufen
04.09.2026

Viele Kommunen setzen bei der Digitalisierung ihrer Schulen auf Tablets von Apple. Doch ein Rechtsstreit mit Samsung zwingt die Stadt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple-Aktie: Die vier wichtigsten Herausforderungen für Apples neuen Chef John Ternus
04.09.2026

Und so beginnt es. John Ternus hat Tim Cook offiziell als Vorstandschef von Apple abgelöst. Und was für ein Imperium er erbt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Neura: Roboter-Attacke aus Schwaben
04.09.2026

Humanoide Roboter verlassen die Labore und sollen bald Fabriken, Krankenhäuser und Haushalte erobern – ein deutsches Unternehmen setzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft So geht China mit Photovoltaik gegen Kohle vor
04.09.2026

China baut die Solarenergie in einem Tempo aus, das den globalen Energiemarkt verändert. Die installierte Leistung der Solarkraftwerke...