Technologie

Balkonkraftwerke: 220.000 neue Anlagen binnen sechs Monaten

Mehr als 220.000 neue Balkonkraftwerke sind in Deutschland binnen sechs Monaten ans Netz gegangen. Während Niedersachsen glänzt, fallen Stadtstaaten zurück. Eine Entwicklung mit Signalwirkung.
02.07.2025 11:33
Lesezeit: 1 min

Mehr als 220.000 neue Balkonkraftwerke im ersten Halbjahr

Die Millionengrenze hat der Bestand kürzlich überschritten – und der Boom hält an.

Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland ist im ersten Halbjahr um mehr als 220.000 gestiegen. Mit Stand 30. Juni waren am Dienstag bei der Bundesnetzagentur 1.009.390 dieser Anlagen in Betrieb registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte noch etwas höher liegen, da es eine einmonatige Frist für Nachmeldungen gibt und trotz Pflicht nicht alle Anlagen gemeldet werden.

Das Wachstum im ersten Halbjahr bewegt sich damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auch Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft erkennt bisher kein relevantes Abflauen: "Steckersolargeräte erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Wir rechnen mit einer anhaltend hohen Nachfrage", erklärt er. Treiber sind vor allem die rechtlichen Erleichterungen, die noch unter der letzten Bundesregierung beschlossen wurden, sowie die inzwischen gesunkenen Preise für die Anlagen.

Zudem könnte zum Boom beitragen, dass in letzter Zeit immer mehr bekannte Handelsunternehmen die Geräte in ihr Sortiment aufgenommen haben. "Das dürfte die Wahrnehmung stärken, dass Balkonkraftwerke in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind", betont Körnig.

Höchste Dichte: Niedersachsen führt das Feld an

Die meisten Balkonkraftwerke gibt es – kaum überraschend – in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern mit gut 200.000 beziehungsweise gut 150.000. Setzt man die Zahl der Kraftwerke jedoch ins Verhältnis zur vom Statistischen Bundesamt erhobenen Zahl der Haushalte, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, liegen Niedersachsen und Rheinland-Pfalz vorn. Dort kommen auf 1.000 Haushalte knapp 34 beziehungsweise knapp 31 Anlagen. Auch Brandenburg mit gut 28 und Schleswig-Holstein mit mehr als 27 liegen klar über dem bundesweiten Durchschnitt von knapp 25.

Stadtstaaten mit niedrigster Dichte

Die niedrigsten Dichten finden sich hingegen in den Stadtstaaten, wobei Hamburg mit knapp acht pro 1.000 Haushalte Schlusslicht ist. Hier dürfte die Struktur des Gebäudebestands der entscheidende negative Faktor sein. Unter den Flächenländern schneiden dagegen ausgerechnet NRW und Bayern mit gut 23 beziehungsweise knapp 24 Anlagen pro 1.000 Haushalte schwach ab.

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