Politik

Mitgliederschwund bei der CDU beschleunigt sich

Der Mitgliederrückgang der CDU hat sich noch einmal verschärft. Auch die SPD schrumpft. Doch eine andere Partei wächst enorm. 
18.01.2022 15:28
Aktualisiert: 18.01.2022 15:28
Lesezeit: 1 min

Der Mitgliederschwund der CDU hat sich im Wahljahr 2021 beschleunigt. Die Partei zählte am 31. Dezember noch 384 204 Menschen in ihren Reihen - knapp 15 000 weniger als ein Jahr zuvor, als es 399 110 waren. Das entsprach einem Rückgang von rund 3,7 Prozent. Im Vorjahr hatte dieser rund 1,7 Prozent betragen. Die CDU verzeichnete damit einen noch stärkeren Schrumpfungsprozess als die SPD, die im vergangenen Jahr rund 10 600 Mitglieder verlor und zum Jahresende noch 393 727 Mitglieder zählte.

Andere Parteien haben noch keine Mitgliederbilanz für das gesamte vergangene Jahr gezogen. Bei den Grünen zeichnete sich jedoch bereits im November ein enormer Zuwachs ab. Damals zählte die Partei rund 125 000 Mitglieder. Zwölf Monate zuvor waren es rund 106 000 gewesen. Die FDP, die in der Vergangenheit ebenfalls gewachsen ist, will ihre Zahlen erst Ende Januar vorlegen.

Bei der AfD hat sich der Mitgliederschwund im vergangenen Jahr weiter fortgesetzt. Nach Angaben eines Parteisprechers lag die AfD zum Jahreswechsel noch bei knapp über 30 000 Mitgliedern. Anfang 2021 waren es noch 32 000 gewesen, Anfang 2020 rund 34 000.

In der CDU sind nach Parteiangaben fast drei Viertel (73,4 Prozent) der Mitglieder männlich und gut ein Viertel (26,6 Prozent) weiblich. Unter den Neueintritten in die Partei sind Frauen mit 28,8 Prozent vertreten. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder beträgt 60,8 Jahre. Bei den Neueintritten liegt der Durchschnitt bei 43 Jahren.

Die Zahlen zeigen das große Problem der CDU bei ihrer Mitgliedschaft: Diese ist überaltert, Frauen sind stark unterrepräsentiert. Auch die Neueintritte lösen das Problem des geringen Frauenanteils bislang nicht. Dieses setzt sich bis in die Parlamente fort. So liegt in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Frauenanteil aktuell bei 23,5 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Einheit ohne Gleichstellung: Die Linke fordert Bürgerrat zur Überwindung der Ost-West-Kluft
25.09.2026

Selbst 36 Jahre nach der Wiedervereinigung hinken die östlichen Bundesländer bei Gehältern und Vermögen hinterher. Da sich die...

DWN
Technologie
Technologie Unbemerkte Aufnahmen im Alltag: Steht Smart Glasses ein Verbot bevor?
25.09.2026

Das heimliche Filmen anderer Personen in der Öffentlichkeit gelingt mit Smart Glasses noch unauffälliger als mit dem Smartphone. Dies...

DWN
Politik
Politik Chinas Einfluss in Russland: Putin droht der Kontrollverlust im Osten
25.09.2026

Während Putin und Xi demonstrativ Nähe zeigen, verschiebt sich im russischen Fernen Osten das Kräfteverhältnis. Chinesisches Kapital,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...