Unternehmen

China erlaubt BMW massive Übernahme, Aktie legt deutlich zu

China erlaubt BMW, die Mehrheit am dortigen Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance zu übernehmen. Für die Münchner bedeutet dies mehr Umsatz und mehr Gewinn.
11.02.2022 15:20
Lesezeit: 2 min

BMW hat grünes Licht für die Übernahme der Mehrheit an seinem Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance in China bekommen. Die entsprechende Genehmigung habe das Unternehmen am Freitag erhalten, teilte BMW mit. Die Münchner halten damit künftig 75 Prozent der Anteile an BBA, der chinesische Partner Brilliance China Automotive den Rest. "Unser bis 2040 verlängerter Joint-Venture-Vertrag bildet dabei die Basis für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg, der gleichzeitig Wachstum und Wohlstand in der Provinz Liaoning und darüber hinaus schafft", sagte BMW-Chef Oliver Zipse.

Durch die Neubewertung komme es zu einem Buchgewinn in Höhe von sieben bis acht Milliarden Euro, hieß es. BMW kann nach der Übernahme die Zahlen in China voll konsolidieren. Dadurch stiegen Umsatz und Betriebsgewinn (Ebit) des Auto-Segments im laufenden Jahr deutlich, erklärte BMW weiter. 2020 hatte BBA einen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet bei einem Umsatz von 23,9 Milliarden Euro, die Gewinnmarge lag höher als bei BMW selbst. Die Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. Auch der Barmittelzufluss dürfte sich erhöhen, wenn BMW Zugriff auf die Kassen von BBA erhält; hier werde mit einer Größenordnung von fünf Milliarden Euro gerechnet. Details sollen im Geschäftsbericht genannt werden, der Mitte März veröffentlicht wird.

An der Börse kam der Schritt gut an: BMW-Aktien legten in der Spitze 2,7 Prozent auf 95,30 Euro zu. Die Experten von Jefferies verwiesen auf den Barmittelzufluss und den Buchgewinn. Wenn man davon ausgehe, dass die künftige Dividendenpolitik sich weiterhin auf den Nettogewinn beziehe und die Ausschüttung bei 30 bis 35 Prozent liege, dürften für das Jahr 2022 3,75 Milliarden Euro zusätzlich an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

KAPAZITÄTEN IN CHINA WERDEN AUSGEBAUT

BMW profitiert mit dem Schritt von gelockerten Vorschriften in China: Erst seit diesem Jahr dürfen ausländische Autobauer die Mehrheit an Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik halten. Die Münchner hatten im Oktober 2018 vereinbart, den Anteil an dem Joint-Venture von 50 auf 75 Prozent aufzustocken. Dafür zahlt BMW 3,6 Milliarden Euro. China ist seit langem der wichtigste Einzelmarkt für BMW, die Werke dort werden ausgebaut. Für die Münchener bietet das die Chance, sich im China-Geschäft weniger abhängig von Exporten zu machen.

2021 verkaufte BMW in China 846.237 Fahrzeuge, so viele wie in keinem anderen Einzelmarkt. In der Volksrepublik wurden mehr als 700.000 Autos gefertigt. Die Kapazitäten werden nun ausgebaut: So wird eine Fabrik in Shenyang im Stadtteil Dadong erweitert, ein komplett neues Werk entsteht im Stadtteil Tiexi. Dort sollen weitere Verbrenner- und Elektroautos gefertigt werden. Unter anderem soll der Stadtgeländewagen X5, der bislang aus dem Werk Spartanburg in den USA stammt, auch in der Volksrepublik hergestellt werden. Zuletzt hatten Zollschranken die Geländewagen aus den USA für den chinesischen Markt verteuert.

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