Finanzen

Ukraine: Bitcoin-Börse verzeichnet extreme Handelsvolumina

Die Kryptowährungs-Börse Kuna in der Ukraine verzeichnet einen massiven Anstieg der Handelsvolumina - und einen viel höheren Bitcoin-Preis als im Rest der Welt.
25.02.2022 11:33
Aktualisiert: 25.02.2022 11:33
Lesezeit: 1 min
Ukraine: Bitcoin-Börse verzeichnet extreme Handelsvolumina
Bitcoin ist in der Ukraine derzeit deutlich teurer als im Rest der Welt. (Grafik: Kuna)

Der Krieg in der Ukraine zeigt sich auch im Bitcoin-Handel. Am Donnerstag sind die Handelsvolumina von Bitcoin und anderen Kryptowährungen bei der großen ukrainischen Kryptowährungsbörse Kuna sprunghaft angestiegen, wie Daten von CoinGecko zeigen. Demnach verdreifachte sich das Gesamthandelsvolumen auf der sieben Jahre alten Bitcoin-Börse Kuna am 24. Februar auf über 4 Millionen Dollar.

Hintergrund sind die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Währungen der Ukraine und Russlands. Während der russische Rubel am Donnerstag auf ein Rekordtief von 89,60 zum Dollar einbrach und die russische Zentralbank zum Eingreifen zwang, fiel auch die ukrainische Hryvnia und erreichte mit einem Kurs von 30 pro Dollar ebenfalls ein neues Rekordtief.

Der Ansturm auf Bitcoin hat dazu geführt, dass ein Bitcoin deutlich teurer (am Freitag umgerechnet über 43.000 Dollar) gehandelt wurde als auf den meisten Bitcoin-Börsen im Rest der Welt (weniger als 39.000 Dollar). Den Daten zufolge hat Handel am Freitag bereits wieder nachgelassen, was mit der Stabilisierung der Landeswährung Hryvnia zusammenhängen könnte oder einfach damit, dass der Bitcoin-Preis auf Kuna wegen der starken Nachfrage extrem gestiegen ist.

Auffällig waren an der Bitcoin-Börse Kuna die starken Handelsvolumina mit der Kryptowährung Tether (USDT), einem sogenannten Stablecoin, der im Verhältnis 1:1 an den Dollar geknüpft ist. Hier zeigt sich möglicherweise, dass die Ukrainer in erster Linie aus der Landeswährung Hryvnia (in den Dollar) geflohen sind, als dass sie Zuflucht in Bitcoin gesucht haben.

Zusätzliche Sorgen im Hinblick auf einen möglichen Wertverlust der Hrynia verursachte der Kampf der Behörden gegen die drohende Kapitalflucht. Die ukrainische Zentralbank schränkte am Donnerstag die Möglichkeiten zum Abheben von Bargeld ein. Pro Tag dürften nur noch 100.000 Hryvnia (knapp 3000 Euro) abgehoben werden, teilt die Notenbank mit. Zudem werde die Ausgabe von Fremdwährungen verboten.

Die Ukraine hatte erst letzte Woche nach langen Beratungen ein Gesetz ratifiziert, das die Regulierung von Kryptowährungen vereinfacht, wie Cointelegraph berichtete. Konkret wurde das Ministerium für digitale Transformation von der Liste der Behörden gestrichen, die den Kryptowährungsmarkt überwachen sollen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Technologie
Technologie BioNTech-Aktie: Investoren konkurrieren um neues mRNA-Projekt
13.04.2026

Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci planen ein neues Biotech-Unternehmen mit Fokus auf mRNA-Therapien, das bereits vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie unter Druck: Schwache Verkaufszahlen belasten - in China ist VW dennoch wieder Spitzenreiter
13.04.2026

Der VW-Aktienkurs schwächelt angesichts rückläufiger Auslieferungen weltweit. Besonders China und die USA belasten die Entwicklung der...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie unter Druck: Schwache Verkaufszahlen belasten - in China ist VW dennoch wieder Spitzenreiter
13.04.2026

Der VW-Aktienkurs schwächelt angesichts rückläufiger Auslieferungen weltweit. Besonders China und die USA belasten die Entwicklung der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Effizienz im Job: So optimieren Sie Prozesse im Büro – und senken Kosten
13.04.2026

Meetings ohne Ergebnis, wachsende To-do-Listen und überholte Regeln: In vielen Teams hat sich unbemerkt Ballast angesammelt. Ein gezielter...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum Gold trotz Krisen schwächelt – und wie Anleger reagieren sollten
13.04.2026

Der Goldpreis zeigt sich aktuell überraschend schwach, obwohl geopolitische Krisen und steigende Energiepreise eigentlich Unterstützung...

DWN
Politik
Politik Tankrabatt, Krisenbonus, Entlastungsprämie: Welche Maßnahmen die Regierung konkret plant
13.04.2026

Der Tankrabatt kehrt zurück, begleitet von Energiesteuer-Senkung und Entlastungsprämie. Die Politik verspricht schnelle Hilfe für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Krieg im Nahen Osten: IWF sieht steigenden Finanzbedarf in zweistelliger Milliardenhöhe
13.04.2026

Der Krieg im Nahen Osten setzt die betroffenen Volkswirtschaften zunehmend unter finanziellen und strukturellen Druck, während...

DWN
Politik
Politik Steuerentlastung für Autofahrer: Koalition beschließt neue Maßnahmen gegen hohe Spritpreise
13.04.2026

Die Energiepreiskrise bringt Autofahrer und Wirtschaft zunehmend unter Druck. Die Koalition setzt auf steuerliche Entlastungen und neue...