Politik

Orban will keine Waffenlieferungen an die Ukraine durch Ungarn lassen

Ministerpräsident Viktor Orban unterstützt die Sanktionen der EU gegen Russland. Dennoch untersagt er dem Westen, Waffen über Ungarn an die Ukraine zu liefern.
01.03.2022 10:19
Aktualisiert: 01.03.2022 10:19
Lesezeit: 1 min

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will es nicht zulassen, dass Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine über ungarisches Hoheitsgebiet durchgeführt werden. "Wir haben entschieden, dass wir keine derartigen Lieferungen durchlassen", teilte er in einer Erklärung mit, die die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montagabend veröffentlichte.

Das EU- und Nato-Land Ungarn grenzt im Osten an die Ukraine und weist eine etwa 140 Kilometer lange gemeinsame Grenze auf. Die Entscheidung, keine Waffenlieferungen durch Ungarn passieren zu lassen, begründete Orban damit, dass in der westukrainischen Region Transkarpatien mehr als 100 000 ethnische Ungarn leben. Deren Sicherheit wäre durch derartige Lieferungen gefährdet, hieß es.

Der rechtsnationale Politiker hat in der EU die Sanktionsbeschlüsse gegen Russland sowie die Entscheidung, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen, mitgetragen. Zugleich verurteilte er den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eher halbherzig. In den Jahren seit seinem Amtsantritt 2010 entwickelte er ein freundschaftliches Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

In der Erklärung von Montagabend sagte Orban weiter: "Es ist das Interesse der ungarischen Menschen, dass sich Ungarn aus diesem Krieg heraushält." Aus diesem Grunde werde Ungarn weder Waffen noch Soldaten ins Kriegsgebiet schicken.

Ungarn unterstützt Aufnahme der Ukraine in EU

Ungarn unterstützt die Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union. "Wir bitten Brüssel dringend darum, das Thema auf die Agenda zu setzen", sagt Außenminister Peter Szijjarto. Ungarn schließt sich damit einer Initiative der drei baltischen Staaten sowie von Polen, Tschechien, Slowenien, Bulgarien und der Slowakei an.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Vereinbarung zu Grönland mit Trump: Doch keine Zölle gegen Europäer ab 1. Februar
21.01.2026

Donald Trump nimmt seine Zolldrohung gegen Deutschland und weitere EU-Staaten überraschend zurück – zumindest vorerst. Doch der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Chef Huang auf dem WEF in Davos: Hier könnte Europa an den USA vorbeiziehen – „einmalige Chance“
21.01.2026

Europas starke industrielle Basis verschafft dem Kontinent eine einmalige Chance, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz (KI) gezielt zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zolldeal mit USA auf Eis: EU-Parlament reagiert auf Trump
21.01.2026

Der EU-Zolldeal gerät plötzlich ins Wanken: Das Europäische Parlament stoppt zentrale Arbeiten, nachdem neue Drohungen aus Washington...

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktienkurs springt an: Jetzt zählen die Intel-Zahlen
21.01.2026

Nach einer starken Rally erreichen die Intel-Aktien den höchsten Stand seit Jahren. Doch vor den anstehenden Quartalszahlen wächst die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BDI warnt: Deutsche Industrie zwischen Stillstand und Hoffnungsschimmer
21.01.2026

Deutschlands Industrie ringt um den Ausweg aus einer zähen Krise, während neue US-Zölle drohen und die Stimmung fragil bleibt. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltwirtschaftsforum Davos: JP Morgan-Chef Dimon weicht Fragen zu Trumps Außenpolitik aus
21.01.2026

JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagt, die USA hätten recht, Europa unter Druck zu setzen, seine Verteidigungsfähigkeit auszubauen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Boris Vujčić wird EZB-Vizepräsident: Ein neuer Akteur in der Führungsebene
21.01.2026

Die Europäische Zentralbank steht vor einer Phase tiefgreifender personeller und strategischer Weichenstellungen. Welche Bedeutung kommt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercosur-Abkommen gestoppt: Europaparlament bringt Mercosur-Deal vor Gerichtshof
21.01.2026

Am Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten gibt es viel Kritik. Das Europäische Parlament lässt den Deal jetzt vom obersten...